Ankern mit dem Schiff: Wie geht das?

Egal ob Segelboot oder Motorboot, ein Thema vereint alle Schiffe: der Anker. Es gibt tausende Arten und Techniken und jeder hat hier seine eigene Meinung. Das Grundprinzip ist dabei aber immer gleich. Von daher möchte ich in diesem Artikel eine kleine Übersicht geben, wie das Ankern funktioniert, welche Anker-Typen es gibt und auf welche Besonderheiten geachtet werden muss, damit man entspannt sein Anlegebier in seiner Traum-Anker-Bucht genießen kann.

Grundprinzip Ankern

Viele Menschen, die sich bisher wenig mit Booten und Ankern auseinandergesetzt haben, ist oft gar nicht klar, dass nicht der nur Anker das Boot an seinen Platz hält, sondern viel mehr seine Ankerkette.

Oftmals wird angenommen, dass der Anker an der Kette gerade vom Schiff ins Wasser führt und dort rein durch sein Gewicht, das Boot im 180° Winkel an Ort und Stelle hält. In Wahrheit sieht es aber ein bisschen anders aus. Das Anker-Schiff-Grundprinzip hat vielmehr mit der Bedeutung der Ankerkette zu tun, im Zusammenspiel mit dem Anker.

Beim richtigen Ankern wird der Anker an der Ankerkette ins Wasser gelassen. Danach liegt dieser erst einmal mit der Kette auf dem Grund und nichts passiert. Erst durch die einsetzende Rückwärtsfahrt des Bootes (durch Einsatz des Motors oder durch das Vertreiben im Wind) wird der Anker langsam in den Untergrund eingefahren (eingegraben). Für dieses Manöver darf der Winkel der sich langsam spannenden Kette nicht zu steil zum Anker sein, da dieser sonst wieder ausgegraben wird. Es ist also darauf zu achten, dass genug Kette gegeben wird, um diese Situation zu vermeiden.

Ist der Anker dann in den Grund eingefahren, liegt das Schiff vielmehr an der schweren Kette auf dem Meeresboden. Der Anker verhindert eigentlich nur, dass die Kette sich weiter nach hinten bewegt und sichert somit die Ankerkette ab.

Aber keine Sorge, um richtig ankern zu können, musst nicht erst den Atlantik überquert haben. Mit ein bisschen Übung und der richtigen Anleitung klappt das ganz schnell.

Anker-Typen

Es gibt unzählige Anker-Arten und jeder ist von einem speziellen Typ überzeugt. Ich möchte mich in diesem Artikel auf die gängigsten Modelle konzentrieren, die aktuell bei Sportbooten im Einsatz sind. Das heißt aber auch, dass der klassische Stock-Anker erst mal raus ist 🙂 Das ist das typische Bild eines Ankers, oftmals auch als Tattoo gesehen, der heutzutage nur noch vereinzelt oder manchmal bei Traditionssschiffen oder manchen dicken Tankern im Einsatz ist.

Danforth-Anker oder Patentanker

Diese Modelle sind eines der ältesten Ankertypen, die heute noch vermehrt im Einsatz sind. Dieses System hat sich bewährt, sagen die einen. Die anderen wiederum sind der Meinung, dass sich Anker seit diesem Typ weiterentwickelt haben und dieses Modell überholt ist.

Fakt ist, dass vor allem auf vielen größeren Schiffen dieser Typ noch oft im Einsatz ist. Bei Danforth Ankern handelt es sich nicht um einen Anker, der aufgrund seines hohen Eigengewichts im Grund hält. Somit müssen größere Schiffe kein extra Gewicht wie bei anderen Ankersystemen mitschleppen und durch seine flache Form kann er gut in der Bordwand verstaut werden. Seine beiden Flunken können sich um 45° neigen und in den Meeresboden eingraben, wenn die Kette waagrecht in der Länge von der 3-5fachen Wassertiefe liegt.

Danforth Anker
Danforth Anker

CQR-Anker oder Pflugschar-Anker

Dieser Ankertyp ist einem Flug nachempfunden und soll sich aufgrund dieser Eigenschaft einfacher in den Untergrund einfahren lassen. Diese Ankerart ist insbesondere oft bei Charter-Schiffen vorzufinden. CQR-Anker haben zusätzlich ein Gelenk zwischen der Ankerplatte und dem Schaft, sodass er sich auch eingraben soll, wenn er seitlich auf dem Boden liegt.

CQR Anker
CQR Anker

Bruce-Anker

Bruce-Anker sind dem Flugschar-Anker sehr ähnlich, allerdings ohne Gelenk am Schaft. Auch hier ist der Pflug maßgeblich für das Design und ist oft bei Motorbooten vorzufinden.

Bruce Anker
Bruce Anker

Bügelanker

Bügelanker sind eine der neuesten Entwicklungen. Sie bestechen durch das gleiche Prinzip wie die Flugscharanker, haben aber zusätzlich einen Bügel am vorderen Ende angebracht, was sie immer wieder in eine aufrechte Position bringen soll, wenn sie auf der Seite des Meeresbodens liegen.

Bügelanker
Bügelanker

Schirmanker, Klappdraggen

Dieser Anker-Typ ist eher bei kleinen Motorbooten und Beibooten vorzufinden. Der große Vorteil ist, dass sie sich einfach einklappen und verstauen lassen. Leider halten sie dafür weniger gut, als ihre Kollegen, von daher werden sie meistens nur bei Stopps ohne Übernachtung eingesetzt.

Schirmanker
Schirmanker

Unsere Erfahrungen

Über die Bedeutung, Sicherheit und Haltekraft der verschiedenen Anker-Typen wird häufig heiß diskutiert. Es gibt ja nicht nur verschiedene Arten, sondern auch noch verschiedene Hersteller, die alle Ihre Vor- und Nachteile haben. Unsere Erfahrung basiert auf gelesenen Testergebnissen, unsere eigenen Erfahrungen und vielen Gesprächen mit anderen Seglern.

Am Bord der Benko haben wir einen Mantus Anker. Also einen Bügelanker, der sich zusammenschrauben und wieder demontieren lässt. So kann man ihn z.B. als Zweitanker leichter verstauen. Dieser Anker ist eher im amerikanischen Raum verbreitet und wurde von Langfahrern entwickelt. Ein europäisches Äquivalent ist wohl der Bügelanker von Rocna. Wir haben uns damals einen Vergleich beider Modelle angeschaut und beide Anker haben im Test gleich gut abgeschnitten mit nur minimalen Unterschieden.

Wir sind von diesem Anker absolut begeistert. Er gräbt sich nahezu jedes Mal zuverlässig ein und wir sind mit diesem Anker erst einmal gedragged, was aber daran lag, dass er sich mit Seegras zugesetzt hatte, also eher unser Fehler gewesen ist.

Überhaupt ist die Mehrzahl der Segler mit denen wir gesprochen haben von Bügelankern überzeugt. Durch den Bügel setzt er sich selber in die richtige Position und die Wahrscheinlichkeit eines festen Eingrabens steigt deutlich. Es gibt aber auch einige die auf Ihren CQR Anker schwören, allerdings würden wir persönlich diesen Typ nicht nutzten, da wir schon von zu vielen Seglern gehört haben, dass er sich trotz Gelenk nicht gut eingräbt.

Anker-Untergrund

Damit ein Anker sich gut eingraben kann, benötigt es auch den passenden Meeresboden. Für die meisten Anker ist dabei ein sandiger Untergrund am besten geeignet. Hier haben die Anker die Möglichkeit sich am besten tief in den Sand einzugraben.

Auch schlammige Untergründe erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Ankermanövers. Hier gräbt sich der Anker oft so gut ein, dass es sogar manchmal schwierig ist diesen wieder aus dem Untergrund zu bekommen und sowohl an der Kette als auch an dem Anker Schlamm haften bleibt, was man dann wieder am Deck sauber bekommen muss.

Am schlechtesten sind wohl steinige Untergründe fürs Ankern geeignet, da der Anker sich nicht eingraben kann und ggf. an einem Stein hängen bleibt. Das kann zu Problemen beim Bergen des Ankers führen, oder auch bei sich wechselnder Windrichtung den Anker lösen. Aber auch hierfür gibt es spezielle Lösungen, wie z.B. den Schärenanker, der besonders in den skandinavischen Ländern sehr beliebt ist.

Seegras und krautige Untergründe sind auch eher schlecht zum Ankern geeignet. Oftmals hält der Anker anfangs ganz gut, löst sich aber nach einer gewissen Zeit. Grund dafür ist, dass die Ankerplatte durch das Seegras geschliffen wird und auf ihrem Weg das Kraut aus dem Boden reißt. Dieses verfängt sich dann auf der Ankerplatte, was ein erneutes Eingraben des Ankers verhindert.

Achtet vor allem auch bei Mischuntergründen am besten immer darauf, dass der Anker auf einem Sandfeld zum Liegen kommt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass er sich gut eingräbt.

Anker Gewicht

Bei den meisten Anker-Typen spielt das Gewicht eine wichtige Rolle. Dieses entscheidet, ob das Boot, am Ende der Ankerkette, vom Anker gut gehalten werden kann, oder sich der Anker durch das hohe Gewicht des Bootes immer wieder ausgräbt.

Die meisten Hersteller haben Gewichts-Tabellen für Ihre Anker online. Hier kann nachschauen, für welchen Bootstyp sich welche Größe sich am besten eignet. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen möchtet, nimmt gerne eine Nummer größer, schaden kann das im Zweifel nicht.

Ankerkette

Wie schon eingangs beschrieben, liegt der Erfolg eines sicheren Ankermanövers auch an der Ankerkette. Auch hier gibt es verschiedene Gesichtspunkte zu beachten.

Ankerkette unter Wasser
Ankerkette unter Wasser

Material der Kette

Fangen wir bei der Bedeutung des Materials an. Die gängigsten Ketten sind feuerverzinkte Stahlketten. Diese sind vergleichbar relativ kostengünstig, aber Vorsicht, die Qualität kann je nach Stahltyp und Verzinkungsart schwanken. Auch diese Ketten fangen irgendwann bei dem Kontakt mit Salzwasser an zu rosten, allerdings ist das ein sehr langsamer Prozess und viele dieser Ketten halten Jahre, oft sogar Jahrzehnte. Man sollte nur darauf achten, keinen Materialmix vorzunehmen. So kann z. B. ein Anker oder Ankerkasten aus Edelstahl die Zersetzung der feuerverzinkten Kette beschleunigen. Am Bord der Benko haben wir zwar eine feuerverzinkte Stahlkette mit einem Edelstahl-Ankerkasten, allerdings haben wir den Ankerkasten mit mehreren Schichten grundiert und lackiert, sodass es hier zu keiner Kontaktkorrosion kommen kann.

Die zweite, und deutlich teurere Variante sind Edelstahlketten. Hier spielt die Art des Edelstahls eine entscheidende Rolle. Für Salzwasser empfiehlt sich V4A als Material. Dieses Material soll durch seine Rostbeständigkeit oftmals langlebiger sein als feuerverzinkte Ketten. Die Segelyachten, die wir bisher mit Edelstahlketten getroffen haben, waren damit sehr zufrieden. Es gibt aber auch Gerüchte von Lochfraß an diesen Ketten, aber das ist für uns Hören-Sagen und wir können uns dazu kein Urteil erlauben.

Dicke der Kettenglieder

Die Dicke der Kettenglieder bestimmt gleichzeitig auch die Schwere der Kette. Je schwerer, desto besser, allerdings sind hier oft baubedingt Grenzen gesetzt. Schließlich soll die Ankerkette ja auch in die Nut der Ankerwinsch, oder in den Ankerkasten passen. Die meisten Schiffe in unserer Größe oder größer haben entweder 6 mm, 8 mm, 10 mm oder 12 mm dicke Kettenglieder. Je nach Ankerwinsch variieren hier auch die Größe der Glieder, von daher sollte man seine alte Kette unbedingt genau ausmessen, um bösen Überraschungen vorzubeugen.

Kettenlänge

Die Länge der Kette ist beim Ankern besonders wichtig. In der Regel sagt man als Faustregel, dass man die 3-5fache Wassertiefe als Kettenlänge beim Ankern geben sollte. Die Wassertiefe kann pro Bucht und Revier variieren, allerdings haben wir festgestellt, dass wir im Durchschnitt zwischen 5 und 12 m Wassertiefe unseren Anker werfen. Da es den meisten wahrscheinlich ähnlich gehen wird, haben Segelyachten in unserer Größe meistens zwischen 40 und 100 m Ankerkette an Bord.

Man kann aber auch mit Leinen ankern. Bei diesem System hat der Anker meist einen Kettenvorlauf von 10 m und wird dann an einer Leine weitergeführt. Die empfohlene Leinenlänge ist dann das doppelte der empfohlenen Ankerkette. Dieses System kommt oft bei Schiffen zum Tragen, die keinen Platz für Ankerkasten oder Ankerwinschen haben. Wir sehen hier zwei wesentliche Nachteile: Zum einen kann eine Leine leichter reißen, wenn sie sich z.B. an Steinen aufreibt. Zum anderen fehlt einfach das Gewicht der Kette, was die Schiffe an Ort und Stelle halten.

Kettenverbinder

Natürlich muss die Kette irgendwie mit dem Anker verbunden werden. Aus diesem Grund gibt es eine Anker-Ketten-Verbindung. Diese haben den Vorteil, dass sie aus zwei beweglichen Teilen bestehen. Somit wird beim Verdrehen der Kette am Ankerplatz und Wind und Welle der Anker nicht aus dem Grund gerissen, sondern bleibt dort wo er ist.

Möchte man seine bestehende Kette verlängern, kann man sich ein Ketten-Notglied zulegen. Das kommt zwischen die beiden Kettenenden und verbindet diese. Hierbei besteht allerdings das Risiko, das die Nut der Ankerwinsch diese nicht immer gut aufnehmen kann und es ist damit sprichwörtlich das schwächste Glied in der Kette.

Auswahl des richtigen Ankerplatzes

Da wir jetzt die Bedeutung der einzelnen Komponenten durchgegangen sind kommen wir nur Auswahl des richten Ankerplatzes.

Heutzutage bieten Apps wie Navily oder Navionics genug Möglichkeiten Erfahrungsberichte durchzulesen und die beste Bucht auszuwählen. Bei der Auswahl sollten allerdings die Wetterverhältnisse das Hauptauswahlkriterium sein. Hierbei spielt Wind-Richtung und Stärke, sowie Schwell und Welle eine entschiedene Rolle. Die Bucht sollte vor beiden Faktoren gut geschützt sein. Man schafft es zwar nicht immer beides abzudecken, aber das Ziel sollte es schon sein, sonst können die Nächte vor Anker etwas ungemütlich werden.

Hat man eine potenzielle Bucht gefunden, ist es noch ratsam sich die Wassertiefe genau anzuschauen. Gibt es Untiefen? Wie tief ist das Wasser generell? Welcher Untergrund ist vorhanden? Und muss man ggf. mit Landleine liegen, da die Bucht in der Mitte zu tief und steinig ist?

Auch sollte man immer eine Alternativ-Bucht in petto haben. Wenn die Bucht mit anderen Schiffen bereits überfüllt ist, möchte man sich vielleicht nicht unbedingt dazulegen. Da ist es gut schon vorher sich eine Alternative überlegt zu haben, um nicht vor Ort mit den Recherchen neu zu beginnen.

Große Segelyacht beim ankern
Große Segelyacht beim ankern

Das Ankermanöver richtig fahren

Hat man seine gewünschte Bucht erreicht und es ist ausreichend Platz um seinen Anker zu werfen, geht es zum eigentlichen Manöver.

Als Faustregel kann man sich merken, dass alles zwischen 3 und 5facher Wassertiefe an Kettenlänge einen guten Halt verspricht. Je mehr, desto besser! Gerade, wenn hohe Windstärken vorhergesagt sind, sollte man sogar noch deutlich mehr Kette ausbringen, dar dies die Wahrscheinlichkeit verringert, dass der Anker aus dem Untergrund ausbricht.

Hier spielt der Platz aber eine entscheidende Rolle. Das Schiff bleibt ja nicht einfach an Ort und Stelle stehen, sondern bewegt sich an der Kette je nach Wind-Richtung und Stärke hin und her. Swojen wird das auch genannt. Also sollte man sich einen Platz aussuchen, bei dem man genug Kette geben kann und Gleichzeit auch den Raum hat zu swojen. Das einzuschätzen, ist gerade am Anfang nicht einfach und hier hilft nur viel üben. Besonders wenn der Eigner des Nachbarbootes sein Cockpit verlässt und euch böse Blicke zuwirft, ist den Abstand zum anderen Schiff vielleicht nicht so optimal gewählt. Dann hilft es nur den Anker wieder hochzuholen und das Manöver an einer neuen Stelle wieder neu zu fahren. Das ist weder peinlich, noch nimmt euch das jemand übel. Ich freue mich sogar meist darüber, da es viel über den Schiffsführer aussagt, da der Sicherheit einen hohen Wert zugeschrieben wird.

Hat man also seinen Platz ausgewählt, geht am besten eine Person an den Bug um den Anker zu bedienen. Der Rudergänger fährt dann die gewünschte Stelle direkt in den Wind an, damit das Boot nicht unkontrolliert vertrieben wird. Die Person am Bug kann, wenn die Wassertiefe und Klarheit des Wassers es zulässt, dem Rudergänger mitteilen, wo eine sandige Stelle zum Ankern ist.

Dann wird das Schiff aufgestoppt, sprich mit Rückwärtsfahrt zum Stillstand gebracht. Sobald dies geschehen ist, gibt die Person am Anker erstmal genug Kette, damit der Anker auf dem Grund liegt. Danach fährt der Rudergänger langsam rückwärts, während der die andere Person die gewünschte Kettenlänge ins Wasser lässt. Mit dieser Variante verhindert man den Anker zu überfahren oder erst mal den Anker über den Boden zu schleifen bis er sich eingräbt. Sobald sich die Kette langsam spannt, kann dem Rudergänger ein Signal gegeben werden. Dieser geht dann in den Leerlauf, damit die Ankerkette nicht zu sehr in der Ankerwinsch einruckt. Das kann sonst zu Schäden an der Ankerwinsch führen. Ist die Ankerkette auf Spannung, kann erneut rückwärts gefahren werden. Durch Peilung eines festen Gegenstandes an Bord (wie z.B. einer Wante) zu einem festen Gegenstand an Land kann dann festgestellt werden, ob sich das Boot weiter nach hinten bewegt, oder an der Ankerkette fest sitzt. Durch das langsame Erhöhen der Rückwärtsfahrt, kann getestet werden ob der Anker sich auch wirklich fest eingefahren hat und weiß, dass es auch bei stärkeren Winden gut halten wird. Sollte man trotzdem immer weiter nach hinten fahren, ist das ein Zeichen, dass sich der Anker nicht eingegraben hat und das Manöver sollte erneut gefahren werden.

Nach dem Ankermanöver

Ist der Anker erfolgreich eingefahren, sollte man nicht sofort das Boot verlassen. Man sollte den eignen Swojenkreis genau beobachten und sichergehen, dass genug Abstand zu den anderen Booten oder Land in der Umgebung gegeben ist. Je nach Gusto, kann man auch auf seinem Smartphone einen Ankeralarm einstellen. Dies ist eine App, die mithilfe von GPS die Position trackt. Dort kann man einen Kreis um die eigene Position einzeichnen. Verlässt die eigene Position diesen Kreis, schlägt die App Alarm. Das können wir sehr empfehlen und sorgt für ruhigere Nächte vor Anker.

Auch ist es sinnvoll, die Ankerwinsch zu entlasten. Dafür bindet man entweder mit einem Tau einen Stopperstek um die Ankerkette und belegt das andere Ende um die Vorderklampe, oder man nimmt einen eigens dafür designte Ankerkralle mit dem gleichen Ziel.

Jetzt steht einem verdienten Ankerbier nichts mehr im Wege 🙂

Zusammenfassung

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Artikel das Ankern und seine Basics etwas näher bringen. Ihr müsst dafür nicht erst den Atlantik überquert haben, um erfolgreich zu ankern. Übung macht den Meister in der Seefahrt und auf dem Meer. Traut euch einfach und macht eure eigenen Erfahrungen.

Nachtfahrten mit dem Segelboot

Wenn Steffi und ich uns mit unseren Freunden übers Segeln unterhalten, berichten wir immer gerne von unseren Erlebnissen an Bord. Ein Thema was dabei immer wieder zur Sprache kommt, sind Nachtfahrten. Auch für uns ist das immer ein ganz besonderes Erlebnis und da dazu immer wieder die gleichen Fragen auftauchen, wollten wir dazu einen kleinen Artikel veröffentlichen.

Sonne und Mond sind machmal zur gleichen Tageszeit zu sehen
Sonne und Mond sind machmal zur gleichen Tageszeit zu sehen

Wie? Ihr könnt nicht anhalten und schlafen gehen?

Ja genau, so, oder so ähnlich haben wir die Frage schon öfters gestellt bekommen. Beim nächtlichen Segeln verhält es sich ein bisschen anders als beim Autofahren. Man kann nicht einfach rechts ran fahren und für ein kleines Nickerchen kurz anhalten.

Einfach mal den Anker herunterlassen ist bei Meerestiefen von über mehreren 100 bis 1000 Metern auch nicht wirklich möglich, da dazu die Länge unsere Ankerkette leider nicht ausreichen würde 😉 . Selbst wenn das klappen sollte, ist der Schwell auf dem offenen Meer oft so unangenehm, dass eine Nachtruhe kaum möglich wäre.

Natürlich könnte man theoretisch trotzdem „anhalten“. Durch das Manöver Beiliegen oder Beidrehen, werden die Segel und das Ruder in eine gewisse Stellung gebracht, sodass die Fahrt aus dem Schiff genommen wird und dieses nur noch driftet. Allerdings ist das bei viel Welle auch nicht so super toll 😉

Der Grund einer Nachtfahrt ist ja meistens, dass man von Punkt A nach Punkt B gelangen möchte und die Entfernung so groß ist, dass eben auch nachts gesegelt werden muss. Aus diesem Grund ergibt es Sinn auch in der Dunkelheit weiterzufahren, um seinem Ziel näherzukommen.

Ah! Ihr habt doch auch einen Autopiloten! Dann macht der die Arbeit und ihr könnt in Ruhe ins Bett gehen?

Das wäre schön 🙂 . Auch wenn wir schon von manchen Seglern gehört haben, dass sie es genauso handhaben, geht es dem Großteil der Segler wie uns. Mindestens eine Person ist immer wach und hält Wache, auch wenn der Autopilot von alleine steuert. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe:

Nicht jedes Boot hat AIS

In der heutigen Zeit haben die meisten Schiffe AIS. Also ein automatisches Identifizierung-System, das den Schiffen in der Umgebung die Schiffsdaten, Geschwindigkeit, Kurs und die aktuelle Position anzeigt. Das System hat einen Annäherungsalarm und soll Kollisionen verhindern. Auch wenn es in der Berufsschifffahrt verpflichtend ist und es viele Sportboote auch bereits aus Sicherheitsgründen an Bord installiert haben, gibt es immer noch Schiffe ohne dieses System. Gerade in küstennahen Gebieten hatten wir fast jede Nacht 1-3 Fischer- oder Segelboote gesehen, die wir nicht auf unserem AIS hatten und wir unseren Kurs dahingehend anpassen mussten, um eine Kollision zu vermeiden.

Viele Boote auf dem AIS bei Nacht
Viele Boote auf dem AIS bei Nacht

Radar sieht nicht alles

Auch ein Radarsystem kann nicht alle Einzelheiten aufnehmen, so gut die modernen Systeme auch sind, ist es immer besser Nachts noch mal kurz persönlich aufs offene Meer zu schauen.

Der Wind kann drehen

Besonders beim Fahren mit Windpiloten, aber auch mit dem elektrischen Autopiloten können Wechsel der Windrichtung des Kurses und die Segelstellung doch deutlich beeinflussen. Von daher ist es immer wichtig in regelmäßigen Abständen den Kurs zu kontrollieren und ggf. anzupassen.

Treibende Gegenstände im Wasser

Leider ist es sehr schwer Nachts unbeleuchtete, kleinere Gegenstände im Wasser zu erkennen. Da hat man so gut wie keine Chance. So war es bei uns schon öfters der Fall, dass wir eine Fischerboje erst im Licht der vorderen Navigationslichter gesehen haben, als diese dicht an uns vorbeigetrieben sind.

Unsere Windsteueranlage bei Nacht
Unsere Windsteueranlage bei Nacht

Aber ihr seid dann ja nicht immer zu zweit wach, oder?

So ist es. Wenn wir beide jede Nacht wach bleiben würden, wäre unser Akku ziemlich schnell alle. Mit mehreren Personen an Bord eignet sich ein Schichtbetrieb am besten. Hier gibt es die unterschiedlichsten Modelle.

Ab einer Drei-Personen Crew ergibt es Sinn einen Wachhabenden auszuwählen, eine Person auf Standby und eine Person im Ruhemodus. Sollte der Wachhabende in eine Situation geraten, die er alleine nicht mehr handeln kann, kann der die Person im Standby immer dazurufen. So kann man sicherstellen, dass die dritte Person immer eine gute Ruhephase hat und kann so rotieren.

Bei einer zweier Crew wie bei uns, ist immer einer auf Standby. Wir haben uns für ein flexibles 3-Stunden Modell entschieden. Jeder hat maximal 3 Stunden Wache, dann wird getauscht. Wenn man merkt, dass nach kürzere Zeit schon die Augen zufallen, wird eben schon früher getauscht, oder wenn sich einer fitter fühlt, dann auch mal 30 min länger. Wir haben festgestellt, dass wir damit am besten fahren und sich die Zeiträume mit der Zeit automatisch gerecht einteilen.

Bei Einhand-Seglern ist das eher schwierig. Hier gibt es nur einen Wachhabenden. Die meisten, mit denen wir gesprochen haben, haben sich auf einen kurzen Schlafrhythmus eingestellt. Heißt, alle 20 min geht ein Wecker, es wird ein Rundumblick gehalten und den Kurs kurz kontrolliert, dann werden die Augen wieder zugemacht. Auf Dauer etwas anstrengend, aber wohl das beste Einhand-System.

Ist das nicht gruselig und gefährlich Nachts zu fahren?

Vielleicht ein bisschen von beidem, aber wenn man weiß, was man macht, ist es weder noch. Nachtfahrten haben immer eine ganz besondere Stimmung.

In manchen Nächten (vor allem bei Vollmond) scheint der Mond wie eine kleine Sonne und glitzert richtig auf dem Wasser. In solchen Nächten nimmt man die Dunkelheit viel weniger wahr und kann das oder andere viel besser erkennen. Das gibt einem das nötige Gefühl für Geschwindigkeit und Umgebung und macht es nicht ganz so trist.

Bei bewölktem Himmel, mit keinem oder nur wenig Mondlicht ist es um einen herum tiefschwarz. Ein wirklich eigenartiges Gefühl kennt man es doch sonst nicht. Nachts brennen in der Ferne immer irgendwo Lichter, nur nicht auf dem Wasser und das macht es so besonders. Die einzigen Lichtquellen sind die Navigationslichter (Steuerbord grün, Backbord rot und achtern weiß) in dem die Gischt der vorbeikommen Wellen kurz auftauchen. Sowohl Steffi als auch ich haben in solchen Nächsten immer ein bisschen das Gefühl, dass wir fliegen. Wir sehen nicht, wo wir hinfahren, nur die nächtliche Schwärze und dadurch, dass wir das Meer nur schemenhaft vorbeiziehen sehen, fehlt auch das Gespür für die Geschwindigkeit. Gleichzeit ist es aber auch super entspannend das auf seine Sinne wirken zu lassen und einfach das Nichts in sich aufzunehmen (bei angenehmen Wetterverhältnissen).

Natürlich ist es Nachts auch gefährlicher zu fahren als bei Tag. Nicht nur durch die eingeschränkte Sicht können Gefahren entstehen, auch durch die Situation, dass nur eine Person im Cockpit ist und die andere im Salon schläft. Sollte die Wachhabende Person über Bord gehen, bekommt das die Person im Cockpit im Schlaf nur schwer mit. Wenn das dann erst beim nächsten Wachwechsel auffällt, ist die Person im Wasser fast unmöglich wiederzufinden. Aus diesen und vielen weiteren Gründen haben wir uns daher goldene Regeln für die Nachtfahrt mit dem Segelboot aufgestellt.

Unsere goldenen Regeln der Nachtfahrt

Wir starten immer ausgeruht. Am Tag vor der Abfahrt werden möglichst wenige anstrengende Aufgaben erledigt und wir holen uns so viel Schlaf wie möglich in der Nacht zuvor. Deswegen achten wir auch gezielt darauf in einer sehr gut geschützten Ankerbucht, oder Hafen zu liegen.

Während der Fahrt achten wir gezielt darauf genug zu essen und zu trinken. Hört sich erst mal banal an, aber gerade, wenn es etwas wilder wird, kann man das schnell mal vergessen. Der Körper benötigt ausreichend Energie um eine Nachtfahrt bewältigen zu können. Am besten eignen sich Snacks wie Müsliriegel oder Nüsse, wenn es mal schnell gehen muss und nicht gekocht werden kann.

Nachts wird das Cockpit nicht verlassen. Die Gefahr, dass jemand über Bord geht ist einfach zu hoch. Wenn man trotzdem das Cockpit verlassen möchte, da es die Situation erfordert, wird die schlafende Person geweckt, um maximale Sicherheit zu gewährleisten. Aus diesem Grund fahren wir auch Nachts ausschließlich mit Rettungsweste und eingepickt, egal bei welchem Wetter.

Wenn wir wissen, dass der Wind in der Nacht zunimmt, oder keinen genauen Wetterdienst zur Verfügung haben, fahren wir immer mit gerefften Segeln. Damit lässt sich die Situation vermeiden, dass wir von schwerem Wetter überrascht werden und Nachts die Segel bei viel Wind verkleinern müssen.

Bei jedem größeren Manöver (wie Halse oder Wende) wird die schlafende Person geweckt. Bei wenig Licht können diese Manöver schon mal tricky werden, besonders wenn etwas nicht so glattläuft oder sich verhakt.

Vorbereitung is King

Wenn man größere Schläge oder Überfahrten vorhat, ist es ratsam sich gut vorzubereiten. Es kommen noch genug ungewohnte und plötzliche Situationen in der Nacht auf einem Segelboot auf einen zu. Da hilft es sehr, wenn man ein paar Sachen schon ready hat.

Wetter

Schaut euch schon weit vor eurer Nachtfahrt mit dem Segelboot die Windverhältnisse an. Am besten sogar über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen. Das hilft euch einzuschätzen, wo die vorherrschenden Windfelder sind und was passieren kann, wenn die Wettervorhersage nicht ganz eintreffen sollte. Schaut auch nicht nur auf den Wind. Auch Welle und Strömung sind extrem wichtig. Wenn ihr die Zeit habt, wartet lieber ein bisschen länger auf das perfekte Wetterfenster, als das ihr überhastet aufbrecht und dann in unangenehmes Wetter kommt.

Navigation

Gerade bei längeren Schlägen weiß man manchmal nicht ganz genau wann man am Ziel eintrifft. Kommt man bei Nacht an, ist die Navigation oft schwieriger. Schaut euch von daher eure Zielbucht oder Zielhafen vorher in Ruhe ganz genau an. Manchmal hilft es auch die Besonderheiten und Leuchtsignale vorher auf einen Zettel zu schreiben. So muss man bei Ankunft nicht umständlich Apps und Seekarten wälzen, sondern kann sich bewusst auf die Ansteuerung mit den wichtigsten Merkmalen konzentrieren. Sucht euch auch immer einen alternativen Landungsplatz aus, wenn etwas nicht wie gewünscht klappen sollte. Dann seit ihr für alle Situationen vorbereitet.

Essen

Überlegt euch am besten vorher was ihr essen möchtet. Kauft genug Snacks und Getränke ein und wenn es möglich ist, kocht vielleicht sogar etwas vor. Wenn ihr überrascht werdet und bei 30 Knoten und 2 Meter Welle in die Nachtfahrt geht, freut ihr euch, dass das Abendessen nur aufgewärmt werden muss. Auch Instant-Nudeln können ein wahrer Lebensretter sein. Steffi und ich haben uns schon bei so manchen Überfahrten davon ernährt.

Bereitet das Boot und Equipment gut vor

Schaut, dass an Bord wirklich alles gut verstaut ist. Nichts ist nerviger als nachts umherfliegende Sachen aufzuräumen und neu zu vertauen. Diesen Stress könnt ihr vermeiden. Auch ist es ratsam das nötige Equipment gleich vorzubereiten. Bei uns liegen z.B. die Rettungswesten immer griffbereit und die Leinen zum Einpicken sind schon an den entsprechenden Stellen angebracht.

Sonnenuntergang hinter der Benko
Sonnenuntergang hinter der Benko

Nichts ist mit einer Nachtfahrt vergleichbar

Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl Nachts im Dunkeln über das Meer mit seinem Segelboot zu gleiten. Das kann man kaum in Worte fassen. Das muss man einfach mal erlebt haben. Wenn ihr gut vorbereitet seid, ist es auch nichts vor dem man sich fürchten muss!

Es gibt vor allem eine Situation, die uns bisher in unseren Leben nur auf Nachtfahrten passiert ist 😉 :

Du bist gerade eingeschlafen, dann wirst du plötzlich von deinem Partner geweckt und dir wird im Halbschlaf eine Schot in die Hand gedrückt. Der Bug geht durch den Wind, du holst mit dicken Augen, wie ein Wilder die Genuaschot dicht. Nach vollführter Wende legst du dich sofort wieder hin und schläfst noch in der gleichen Sekunde wieder ein.

Aufstehen, an einer Leine ziehen und dann gleich wieder einschlafen, gibt es glaub ich nur bei Nachtfahrten 🙂

SEEMANNSKNOTEN: DIESE 8 KNOTEN MÜSSEN SEGLER KÖNNEN

Mit diesem Artikel starten wir mit unseren Sailing Benko Basics, eine Reihe von verschiedenen Artikeln, die sich an Segelanfänger richtet und an alle, die Ihr Wissen noch mal auffrischen möchten.

Segeln ist eine der schönsten und entspannendsten Arten wie man das Wasser bereisen kann. Damit es auch dabei bleibt, gehören für alle Wassersportler Seemannsknoten zum Grundwissen dazu. Für jede Situation gibt es einen passenden Seemannsknoten, der sich aus der Erfahrung vielen tausend Segler zusammengesetzt hat und vorher gelernt sein will. Ich möchte in diesem Artikel auf 8 verschiedene Seemannsknoten eingehen, die für Segler aller Können-stufen wichtig sind.

Seemannsknoten Die Man Kennen Muss:

1. Der Palstek Knoten

Der Palstek gehört zu den wichtigsten Knoten für Wassersportler. Er ist nicht nur Bestandteil jeder Prüfung bei Motorboot- und Segelscheinen, er ist auch der Seemannsknoten, der mit am häufigsten zum Einsatz kommt. Die Grundidee Beim Palstek besteht dabei, aus dem Tauwerk eine Schleife zu bilden, die sich auch unter hoher Belastung nicht zuzieht und einfach wieder zu öffnen ist. Meist wird das Tauwerk um einen Pfosten oder festen Gegenstand gelegt und direkt dort belegt. Oder man bereitet die feste Schlaufe dieses Knotens vorher vor, um ihn dann anschließend um den gewünschten Gegenstand zu legen. Mit diesem Seemannsknoten musst du dir keine Sorgen machen, dass sich etwas lösen könnte, wenn du auf dem Wasser unterwegs bist.

Ein Palstek ist elegant und kann in einer Vielzahl von Situationen verwendet werden. Es gibt viele Verwendungszwecke an Bord von Booten, aber auch z. B. beim Camping, Klettern oder wenn man etwas zu Hause sicher festbinden möchte, ist der Palstek ideal. Achtet aber immer darauf, dass sich die Bruchlast der Leine durch einen Knoten generell immer verringert! Im folgenden Video lernt ihr genau, wie man einen Palstek bindet:

Anleitung Für Einen Palstek:

Schritt 1 – Lege eine Schlaufe in die Leine.

Schritt 2 – Führe das Leinenende der Leine durch die Schlaufe.

Schritt 3 – Wickel das Leinenende um den stehenden Teil.

Schritt 4 – Führe das Leinenende in umgekehrter Richtung durch die Schlaufe, so du es beim ersten Mal gemacht hast.

Schritt 5 – Ziehe die Leine fest, um sie zu sichern und schon ist der Palstek fertig.

2. Belegen Einer Klampe

Belegte Klampe
Belegte Klampe

Gerade bei Hafenmanöver gibt es wohl keinen mehr genutzten Knoten als das Belegen einer Klampe. Es ist das gängige Vorgehen zum Festmachen des Bootes beim Belegen am Steg und einer der nützlichsten Knoten für Segler. Dabei ist es gar kein klassischer Knoten im eigentlichen Sinne, sondern das gekonnte beklemmen von Tauwerk auf einer Klampe. Dieser Knoten ist schnell und einfach und kann von jedem mit wenig Erfahrung geknüpft werden – perfekt für alle an Bord!

Das Belegen einer Klampe bietet eine hervorragende Möglichkeit, dein Schiff zu sichern. Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein weiteres über-unter geschlungenes Seil mit zwei Windungen um die Klampe, aber es steckt mehr dahinter, als man denkt. Das Schöne an diesem Knoten ist, dass wenn er straff gezogen wird, zieht er sich fest, anstatt sich zu lockern oder hin und her zu rutschen, wie es bei mach anderen Knoten der Fall ist. Das Anspruchsvollste ist wohl die richtige Drehung des Kopfschlags beim Ende des Belegens, aber auch das ist nach ein paar mal üben schnell gelernt.

Belegen Einer Klampe: Wie Geht Das? Hier Die Anleitung:

Schritt 1 – Wickel die Leine um den Fuß der Klampe.

Schritt 2 – Wickel die Leine oberhalb um ein Horn der Klampe.

Schritt 3 – Ziehe das Tauwerk über das nahe Horn und wickele sie wieder unter die Klampe.

Schritt 4 – Wickle die Leine unter und dann über das andere Horn, so dass ein 8er-Muster entsteht.

Schritt 5 – Bilde zum Verschließen eine Unterhandschlaufe und legen Sie sie über ein Horn. Ziehe es fest, um das Tauwerk zu sichern.

3. Achtknoten

Der Achtknoten ist sehr nützlich, denn er kann für alles Mögliche verwendet werden, und ist dabei super einfach zu binden. Am jeden Ende von Fallen oder Schoten auf einem Segelboot findet ihr, in der Regel, einen Achtknoten. Der Achtknoten ist deswegen dort besonders häufig vorzufinden, da er verhindert, dass Falle und Schoten unkontrolliert durch Klemmen oder Rollen durchlaufen können, da dies dieser Seemannsknoten blockiert. Auch wenn der Achtknoten sich mal zugezogen hat, kann man ihn leicht wieder öffnen.

Der Name kommt dabei von der Optik dieses Seemannsknoten. Ist er korrekt gebunden, sieht er aus wie eine liegende Acht. Auf diese Optik sollte man besonders beim Üben achten. Legt man den Achtknoten falsch, kommt ein ganz normaler Knoten am Ende dabei heraus, der sich nicht mehr so leicht zu öffnen ist, wenn er sich mal festzieht.

Anleitung: Wie Man Einen Achtknoten bindet:

Schritt 1 – Kreiere eine Schlaufe am Ende des Tauwerks.

Schritt 2 – Führe dann das Ende der Leine erneut über die Leine und durch die Schlaufe, so dass eine Acht entsteht.

Schritt 3 – Ziehe die Schlaufe fest, damit sie nicht verrutscht.

4. Webeleinstek Knoten

Wer schon mal Teil eines Anlegemanövers auf einer Segelyacht war, weiß, dass man um den Webeleinstek nicht herumkommt. Auch hier sind die Einsatzmöglichkeiten diverse. Ich habe mir sagen lassen, dass er auch im Klettersport eine große Rolle spielt.

Mit dem Webeleinstek lässt sich eine Leine z.B. auf einer Stange belegen und hält unter Zug hohen Belastungen stand. Gleichzeitig lässt er sich sehr leicht lösen und ist somit besonders für Situationen geeignet, bei denen fester Halt gewünscht ist, den man aber bei Not lösen oder justieren kann.

Im Segelsport wird er primär eingesetzt, um die Fender an der Reling eines Segelbootes zu befestigen. Es gibt noch die Variante auf Slip, also mit einer zusätzlichen Schlaufe, zum noch schnelleren Lösen, als auch mit einem halben Schlag on top zur besseren Sicherung.

Anleitung Zum Webeleinstek Knoten Binden:

Schritt 1 – Lege die Fenderleine einmal über die Reling

Schritt 2 – Kreuze die Leine und bilde eine zweite Schlaufe über der Reling

Schritt 3 – Gehe in der Mitte der beiden Schlaufen mit dem Seilende durch und ziehe fest an

Webeleinstek
Webeleinstek

5. Stopperstek Knoten

Der Stopperstek ist einer der anspruchsvolleren Knoten und kommt vielleicht auch deswegen nicht ganz so häufig zum Einsatz. Für mich ist er aber einer der wirkungsvollsten Seemannsknoten. An Bord der Benko verwenden wir diesen primär zur Entlastung der Ankerkette. Wir nehmen eine Anlegeleine doppelt, binden einen Stopperstek um die Ankerkette und legen im Anschluss die beiden Ende um unsere Vorderklampen. Damit entlasten wir die Ankerwisch und liegen sicher vor Anker.

Auch bei klemmenden Leinen kann der Stopperstek wahre Wunder vollführen. Ist z.B. die Genuaschot durch einen Überläufer auf der Winsch beklemmt, ist es nur schwer aus dieser Situation herauszukommen, wenn gerade Druck im Segel ist. Schnell einen Stoppersteck auf die Genuaschot gelegt, kann man mit der anderen Winsch die Schot entlasten und die Verklemmung lösen.

Hier Die Anleitung Zum Stopperstek Knoten:

Schritt 2 – Wickele die Leine in Zugrichtung auf, und bringe dann das Ende entgegen der Zugrichtung über das stehende Teil.

Schritt 3– Beende den Vorgang mit einer halben Umschlingung um den Gegenstand/das andere Seil in der gleichen Richtung wie die Windungen, ziehe dann fest und belaste das Seil.

6. Kreuzknoten

Beim Kreuzknoten handelt es sich um einen wahren Allrounder, wenn man gleich starkes Tauwerk miteinander verbinden möchte. Die Einsätze sind wirklich allumfassend. Dem Knoten liegen zwei einfach Knoten (halber Schlag) zugrunde, die nacheinander, übereinander gebunden werden. Beim Kreuzknoten kommt aber auf die richtige Reihenfolge an, damit es eben nicht wie ein doppelter Knoten wird, sondern ein Kreuzknoten entsteht, der leicht zu lösen ist, wenn man richtig Zug auf den Seemannsknoten gekommen ist

Anleitung Für Den Kreuzknoten:

Schritt 1 – Binde einen normalen Knoten (halber Schlag)

Schritt 2 – Noch ein halber Schlag, entweder links über rechts und dann rechts über links oder beide Schläge umgekehrt. Beim Kreuzknoten liegen die Enden parallel, und der Knoten ist flach.

7. Rundtörn mit zwei halben Schlägen

Jeder Segler weiß, wie wichtig es ist Tauwerk auf dem Boot richtig zu sichern. Der Rundtörn mit zwei halben Schlägen ist dafür perfekt geeignet. Wir nutzen ihn hauptsächlich in zwei Szenarien:

1. Bei schlagenden Fallen, wenn bei viel Wind die Falle am Mast klappern. Dann machen wir jeweils um das Fall und um eine Wante einen Rundtörn mit zwei halben Schlägen. Dann sind die Falle gut abgestagt und das nervige Klappern hat ein Ende.

2. Beim Anlegen an einem Ring. Gerade, wenn mit einem Dingi anlegen, nutzen wir diesen Knoten recht gerne um unser Beiboot an einem Ring am Pier zu befestigen. Der Seemannsknoten ist schnell gebunden und hält stabil.

Anleitung Zum Rundtörn Mit Zwei Halben Schlägen:

Das Ende des Seils wird um einen Gegenstand gewickelt (dies ist die „runde Drehung“) und mit zwei halben Schlägen am stehenden Teil befestigt.

8. Doppelter Schotstek Knoten

Dieser Knoten kommt zum Einsatz, wenn man das Ende zweier Leinen mit ungleicher Dicke/Stärke verbinden möchte. Es gibt auch den einfachen Schotstek, aber wie wir wissen, doppelt hält besser 🙂

Die Situation, das Ende zweier ungleichen Leinen zu verbinden, kam bei uns an Bord noch nicht so häufig vor, aber es immer gut einen solchen Knoten in der Hinterhand zu haben.

Anleitung Zum Doppelten Schotstek Knoten:

Schritt 1 – Nimm das eine Ende vom Seil und formen Sie daraus ein Auge bzw. eine Schlinge und halte beide Enden fest. Danach imm das andere Seilende und stecken es von unten durch die Schlinge. 

Schritt 2 – Wickle danach das Seilende ein halbes mal komplett rum

Schritt 3 – Jetzt taucht das Seilende von oben unter die Schlinge. Dann Schritt 2 und 3 wiederholen.

Knoten Fazit

Ich hoffe, ich konnte dir einen ersten Überblick über die wichtigsten Seemannsknoten geben. Wichtigkeit liegt dabei natürlich im Auge des Betrachters, aber dies sind zumindest die Knoten, die wir am häufigsten verwenden. Besonders der Palstek kommt echt oft zum Einsatz und eignet sich neben den genannten Beispielen auch für viele andere Anwendungen. Somit ist er auch unser Lieblings-Knoten und immer leicht zu lösen 🙂

Selbst wenn du schon ein alter Seebär bist, lohnt es sich die Knoten von Zeit zu Zeit immer mal wieder durchzugehen, damit man im Falle der Fälle sich noch daran erinnern kann.

Ich hoffe, dass dir die Anleitung zu den einzelnen Knoten weiterhelfen konnte und wünsche dir viel Erfolg beim Üben!

Saftige Schoko-Brownies

Saftige Schoko Brownies
Saftige Schoko Brownies

Zutaten

300g Zucchini

180g Mehl

60g Kakaopulver

1,5 TL Backpulver

0,5 TL Salz

150g Zucker

75g neutrales Öl

80ml Milch

100g Naturjoghurt

Schokodrops eurer Wahl

Zum anrichten: Sauerkirschen oder Vanilleeis

In diesem Video backen wir die saftigen Schoko-Brownies

Step 1

300g Zucchini inkl. Schale reiben und in einer Schüssel zur Seite stellen

Step 2

Mehl, Kakaopulver, Backpulver, Salz & Zucker in einer weiteren Schüssel vermischen

Step 3

Zu den trockenen Zutaten gebt ihr jetzt das Öl, die Milch, die geriebenen Zucchini und den Naturjoghurt hinzu und vermischt alle Zutaten miteinander. Rührt aber nicht zu lange, sonst werden die Brownies nicht so saftig

Step 4

Jetzt nehmt ihr eine viereckige Auflaufform und legt diese mit Backpapier aus

Step 5

Den fertigen Teig könnt ihr jetzt in die Auflaufform füllen & mit Schokodrops bestreuen

Step 6

Die Brownies werden jetzt für ca. 35 Min. im Backofen gebacken. Achtet darauf, dass ihr sie nicht zu lange drinnen lasst damit sie schön saftig bleiben 🙂

Step 7

Nach der Backzeit lasst ihr alles auf einem Rost abkühlen & schneidet es anschließend in kleine Stücke.


Die fertigen Schoko-Brownies könnt ihr dann mit heißen Kirschen, etwas Vanilleeis oder auch einfach so genießen.

Ganz viel Spaß beim nachbacken 🙂 !

Wir freuen uns immer sehr über Feedback & Fotos von euren nachgebackenen Gerichten.

Teilt diese gerne auf Instagram markiert @sailingbenko und verwendet den Hashtag #benkosbordbistro

Ein Winter auf dem Segelboot in Sardinien

Als wir letztes Jahr im Sommer mit der Benko gestartet sind hatten wir große Pläne.
Getrieben vom effizienten und durchgeplanten Großstadtleben haben wir uns fest vorgenommen 2020 einmal durch das Mittelmeer zu fahren und den Atlantik im Winter 2020/21 unbedingt zu überqueren. Alles war bereits auf den Monat genau geplant.
Wir hatten das Bild vor Augen den kalten, ungemütlichen Winter entspannt mit einer Kokosnuss in der Hand auf einer karibischen Insel zu entfliehen und das Mittelmeer schnell hinter uns zu lassen.

Nach unserem Start in Nord-Italien, über Kroatien, Richtung Sizilien, haben wir noch weiterhin an diesem Plan festgehalten, auch wenn wir bereits gemerkt haben, dass sich eine Reise mit Segelboot nicht unbedingt auf dem Reißbrett planen lässt, sondern nach seinen ganz eigenen Regeln funktioniert.
Die langsame Art der Fortbewegung und die damit verbundene bewusste Wahrnehmung der Umgebung lädt dazu ein länger an einem Ort zu verweilen und genau diese Momente zu genießen, als einfach nur daran vorbeizufahren.

Letztendlich hat es dann doch bis zu unserer Überfahrt nach Sardinien gedauert, bis wir uns von unserem ursprünglichen Plan trennen konnten.
Auf unserer Überfahrt von Sizilien nach Sardinien mit sehr viel Wind und Welle, hatte sich sowohl unsere Windsteueranlage verabschiedet, als auch unser Hauptruder sich in den Buchsen gelöst. Somit mussten wir zur Reparatur zwingend an Land.
Gleichzeitig hatte sich die Coronalage weiter verschärft und aus dem relativ lockeren Sommer wurde ein Herbst mit deutlich strengeren Maßnahmen. Nach einigen Telefonaten mit Seglern in der Karibik wurde uns auch schnell klar, dass dort die Reisefreiheit aufgrund von Corona leider sehr eingeschränkt ist, und ein Reisen zwischen den Inseln nur mit komplizierten Auflagen oder überhaupt nicht möglich ist.

Nach einigem hin und her waren das schließlich die ausschlaggebenden Gründe, die uns dazu bewogen haben, den Winter 2020/2021 auf Sardinien zu verbringen.

Porto Corallo ist der Hafen, den wir nach unsere Überfahrt auf Sardinien als erstes angelaufen sind. Hier gab es zwar die Möglichkeit sich kranen zu lassen, um das Ruder zu reparieren, allerdings gibt es dort sonst keinerlei Infrastruktur. Nur einen Campingplatz mit Pizzeria in Laufnähe. Also kein Ort um dort seinen gesamten Winter zu verbringen.

Durch einen kurzen Aufruf auf Instagram meldeten sich dann Simon und Bea von Sailing Nahia. Sie konnten uns einen tollen Hafen empfehlen, bei dem wir sowohl die Reparaturen vornehmen lassen konnten, als auch die Möglichkeit hätten, den Winter dort zu verbringen.

Porto Turistico di Baunei S. Maria Navarrese lag glücklicherweise nur 30 sm weiter nördlich und so haben wir uns am nächsten Tag gleich auf den Weg dorthin gemacht.
Nach einem kurzen Gespräch mit dem Hafenmeister wurden wir recht schnell gekrant und konnten unsere Reparaturen innerhalb einer Woche an Land abschließen.

Porto Turistico di Baunei S. Maria Navarrese




Nach ein paar Tagen im Hafen war für Steffi und mich klar, dass wir hier gerne den Winter verbringen möchten. Der Ort Santa Maria di Navarrese hat seinen ganz eignen Charme und ist Ausgangspunkt für viele Wanderrouten hier in der Umgebung. Es gibt viele Supermärkte. Appartments und Restaurants und in den nächsten Ortschaften Tortoli und Arbatax gibt es viele weitere Geschäfte und man alles findet, was man so benötigt.

Auch der Hafen hat einen super Eindruck auf uns hinterlassen. Zum einen ein echt gutes Preis/Leistungsverhältnis von 1.550 € für Okt. bis Mai, als auch sehr nettes Personal, gepflegte Anlagen und sehr nette Community von Dauerliegern. Mit uns haben ca. 6-8 Schiffe den Winter dort verbracht und es war sehr nett, sich untereinander auszutauschen, Zeit miteinander zu verbringen und sich bei Problemen gegenseitig zu helfen.

Für uns war es der erste Winter, den wir komplett auf dem Boot verbracht haben. Eigentlich wollen wir ursprünglich über Weihnachten und Neujahr zurück nach München fliegen, um dort etwas Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.
Leider hat Corona diese Pläne durchkreuzt und durch die verschärften Maßnahmen in Italien und Deutschland haben wir uns letztlich dagegen entschieden. Rückblickend betrachtet war das die richtige Entscheidung. Wir wollten die Situation aus dem letzten Jahr vermeiden nicht mehr ans Boot zurückzukommen und so haben wir es uns auf der Benko in Sardinien gemütlich gemacht.

Zusammen mit Bea und Simon, die mit Ihrem Schiff bei uns am Steg lagen, haben wir einen sehr gemütlichen Weihnachtsabend auf der Benko verbracht. Es ist erstaunlich was man alles so zaubert, wenn man die Küchen zweier Boote nutzten kann. So haben wir uns am Weihnachtsabend ein Menü aus Tomatencremesuppe, Rouladen mit Semmelknödel und Blaukraut und als Nachtisch Cheesecake schmecken lassen.


Silvester war dann auch noch ein besonderes Highlight. Elio und Miriam, die italienischen Eigner der Yacht nebenan, haben uns auf original italienische Pizza am Neujahrsabend eingeladen. Es war wirklich erstaunlich was die beiden in der kleinen Pantry gezaubert haben und gemeinsam hatten wir einen sehr schönen Start ins neue Jahr. Hier haben wir gelernt, dass eine Pizza mit einer Schere zu schneiden gar nicht so unüblich ist 🙂


Dank der guten Infrastruktur im Hafen, konnten wir unsere Vorräte aus Deutschland mit einigen Paketen wieder aufstocken und durch die ständige Verfügbarkeit von 230V Landstrom am Steg konnten wir uns zwei Luxusartikel leisten, ohne die der Winter nur halb so erträglich gewesen wäre.

Von uns liebevoll „Heizi“ genannt, ist unser Heizlüfter schnell das wichtigste Crewmitglied für den Winter geworden. Im Vergleich zu Deutschland ist Sardinien im Winter noch verhältnismäßig warm, allerdings werden die Temperaturen im Winter hier auch mal einstellig. Von daher waren wir jeden Tag froh um den kleinen Heizlüfter, der das Leben an Bord erträglich gemacht hat und wir trotz kalter Temperaturen an Board leben konnten.

Steffi hatte die großartige Idee, sich einen Tefal Kontaktgrill zuzulegen. Mit 2000W eher ein Gerät was unsere Batterie in Buchten an Ihre Grenzen bringt, ist es mit Landstrom der pure Luxus. Egal ob krosses Toastbrot, Fleisch/Gemüse grillen oder um eine Pizza ToGo wieder aufzuwärmen, wir haben uns jedes Mal gefreut wie kleine Kinder, wenn wir dort was zubereiten haben, ohne den Gasherd anzustellen.

Überhaupt waren wir sehr froh den Winter im Hafen verbracht zu haben. Bei so manchen kalten und regnerischen Tagen haben wir uns vorgestellt in diesem Moment in einer Bucht zu liegen und waren sehr froh, dass wir im geschützten Hafen sein konnten, mit der Möglichkeit eine warme Dusche zu genießen und schnell an Land etwas besorgen zu können.

Wir hätten gerne mehr Ausflüge im Winter gemacht, uns auch gerne mal ein Auto gemietet, um die Insel mehr zu erkunden, aber leider kam uns entweder das Wetter, oder neue Coronaregelungen immer wieder dazwischen.
Das ist etwas, was wir auf jeden Fall im Frühling nachholen möchten. Steffi hat schon fleißig die ersten Wandertouren hinter sich gebracht und wir freuen uns schon sehr den Rest der Insel zu erkunden.


Wir planen im Mai von hier aus wieder zu starten und erst mal den Norden der Insel uns etwas genauer anzuschauen. Im Sommer treffen wir dann die Entscheidung, in welcher Richtung es weiter geht.
Entweder Richtung Westen über die Balearen, spanische Küste, über Gibraltar auf die Kanaren. Oder Richtung Osten über Sizilien nach Griechenland.

Die Details der Route werden wir im Sommer entscheiden. Wichtig ist für uns ist, dass wir uns genug Zeit nehmen und auch mal ein paar Tage an den besonders schönen Orten zu bleiben und die Eindrücke auf uns wirken zu lassen.

Cheers

Ruben

Zwei Monate Kroatien – meine persönlichen Highlights

Wenn ich in meinen Kalender auf den Tag genau ein Jahr zurück blicke, stechen mir sofort fünf Termine ins Auge die ich an diesem Tag wahrnehmen musste. Schaue ich heute in meinen Kalender ist dieser leer. Seit ca. drei Monaten findet man weit und breit keinen Kalendereintrag mehr und dieses zufriedene Gefühl, das sich bei diesem Anblick in mir breit macht zeigt mir, dass es die richtige Entscheidung war für diese Auszeit, diese Freiheit hart zu arbeiten und an unseren Traum, dem Leben auf dem eigenen Segelboot, zu glauben.

„The journey of thousand miles begins with a single step“

Für den Reisestart in Norditalien standen zwei Routen zur Auswahl. Fahren wir die italienische Küste relativ zügig entlang, oder nehmen wir uns Zeit für Kroatien? Ich bin wahnsinnig froh, dass wir uns für die zweite Variante entschieden haben :-).

Kroatien war somit das erstes Land, dass wir nach dem Refit in Italien ansteuerten und auch unser erster Schritt in Richtung Leben und Alltag auf einem Segelboot. Ich finde es wahnsinnig schön, kleine Abschnitte unserer Reise zu reflektieren und im Nachhinein meine Gedanken mit euch zu teilen und euch so noch ein klein bisschen mehr an unserer Reise teilhaben zu lassen.

An erster Stelle muss gesagt werden Kroatien hat tausend Mal mehr zu bieten als Cevapcici und die Krka Wasserfälle ;-). Da ich bereits mit meiner Familie ein paar wunderschöne Kroatien Urlaube gemacht habe, war ich besonders glücklich dieses Land jetzt auch einmal von der Wasserseite aus zu entdecken. Diese Möglichkeit Länder aus einer ganz anderen Perspektive und mit einem Segelboot zu erkunden, ist für mich die schönste Art zu reisen. Man entdeckt Orte die man bei einem klassischen Hotelurlaub wohl nie oder nur schwer finden und erreichen würde. Ich möchte mit euch in den nächsten Zeilen meine persönlichen Highlights der zwei Monate in Kroatien teilen.

Rovinj 45° 4′ 58″ N , 13° 37′ 59″ O

Rovinj hat mich mit der wirklich wunderschönen, farbenprächtigen Altstadt verzaubert. Man kann super vor Rovinj ankern und dann mit dem Dingi ganz bequem in den kleinen Hafen fahren. Wenn man durch die kleinen Gassen mit den vielen bunten Häusern läuft, fühlt man sich sofort wohl und möchte am liebsten gar nicht mehr weg. Dieses kleine Örtchen ist mir besonders in Erinnerung geblieben, da wir hier auch unser erstes Burek gegessen haben. Burek ist eine kroatische Leckerei die ihr unbedingt probieren müsst. Es handelt sich dabei um eine Art Blätter- bzw. Strudelteig der gefüllt mit Hackfleisch, Feta oder Spinat gegessen wird. Ihr findet das Gebäck eigentlich in jedem Supermarkt. Wir haben jedoch gemerkt, dass die Teilchen frisch und noch warm vom Bäcker um einiges besser sind. Ruben und ich waren abhängig 😉 von diesem leckeren Gebäck und wir haben es so oft es geht gegessen. Wenn ihr an Rovinj vorbeikommt, macht auf jeden Fall einen Halt, schnappt euch ein leckeres Burek und schlendert durch die wunderschönen Gassen.

Pula 44° 51′ 54″ N , 13° 50′ 25″ O

Da Ruben schon ein paar Segeltörns in Kroatien gemacht hat, kam von ihm gleich zu Beginn der Reise folgender Satz: „In der ACI Marina Pula kannst du dich auf die geilsten Duschen überhaupt freuen“. Es war also klar, dass wir uns auf jeden Fall eine Nacht im Hafen gönnen. Da wir auf der Benko die meiste Zeit nur unsere Solar-Dusche verwenden, die wir am Geräteträger befestigen, macht uns eine warme Dusche mit einer richtigen Brause immer beide wahnsinnig glücklich ;-). Ich hatte von Pula immer nur aus Erzählungen gehört, hatte aber noch keinerlei Bilder vor Augen. Schon nach dem Anlegen in der Marina kann man einen Blick auf das Amphitheater erhaschen. Wir haben uns gleich nach dem Anlegen auf eine kleine Tour gemacht und uns das Amphitheater und die Altstadt etwas genauer angeschaut. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Theater auch von innen zu besichtigen. Man erfährt viel über die Geschichte und den Olivenöl & Weinhandel in Kroatien. Beim weiteren erkunden der Stadt haben wir auch einen Platz mit Marktständen gesehen. Ich habe mich am nächsten Tag gleich in der Früh auf den Weg gemacht, um noch frisches Gemüse und Obst für die nächste Etappe einzukaufen. Auch für andere Besorgungen ist Pula wirklich super! Man erreicht alle wichtigen Geschäfte gut zu Fuß vom Hafen aus und es macht dazu auch noch Spaß durch die wunderschönen Gassen zu laufen.

Kornaten 43° 48′ 0″ N , 15° 19′ 48″ O

Nachdem wir weiter durch die kroatische Inselwelt gesegelt sind standen wir irgendwann vor der Frage ob unser weiterer Weg durch den Nationalpark Kornaten gehen wird oder wir eine andere Route wählen. Wir haben uns dann trotz der relativ hohen Nationalpark Gebühr doch entschieden die Kornaten etwas genauer anzuschauen ;-). Ein großer Dank geht hier auch nochmal an unsere Patrons, ohne eure finanzielle Unterstützung wären solche besonderen Erlebnisse nicht möglich.

Die Landschaft der Kornaten hat uns von Anfang an verzaubert. Man begibt sich für ein paar Tage in eine ganz andere Welt. Die klaren Linien der Inseln und die karge, steinige Landschaft zieht einen in seinen Bann. Die meisten Nächte haben wir allein in einer Bucht vor Anker gelegen und die Ruhe genossen. Man kann sich auf den Kornaten allerdings auch von Konoba zu Konoba bewegen. Das „Konzept Konoba“ kannten Ruben und ich noch nicht, wir haben aber recht schnell Gefallen daran gefunden ;-). Eine Konoba ist eine Art Taverne bzw. ein kleines Restaurant. Meist haben Konobas einen Pier oder ein kleines Bojenfeld an dem man festmachen kann, für das Anlegen zahlt man meistens nichts. Am Abend geht man dafür in der Konoba etwas essen und trinken. Da es sich bei den Tavernen meist um recht urige, kleine Restaurants handelt kommt man schnell mit Leuten ins Gespräch und es ist ein wirklich geselliges zusammensitzen.

links: weltbester Oktopus Salat
rechts oben: Thunfischpastete
rechts unten: Ihr seht wir hatten eine gute Zeit 🙂

Eine besonders entspannte Zeit hatten wir in der Konoba Koromačna. Wir haben uns durch Zufall an einer der Bojen vor der Konoba festgemacht und es war ein richtiger Glücksgriff. Wir wurden sehr freundlich empfangen und ich durfte sogar einen Blick in die Küche werfen und hab von einem leckeren selbstgeräuchertem Schinken (Dalmatinski pršut domaći) probiert. Am Abend haben wir dann den wirklich weltbesten Oktopus Salat gegessen (wir haben die komplette restliche Zeit in Kroatien immer wieder Oktopus Salate probiert, aber es ist keiner an diesen Salat rangekommen). Wenn ihr in den Kornaten seid macht auf jeden Fall Halt in einer der Konoba´s. Wir haben so einen super Einblick in die landestypische Küche bekommen und das ein oder andere Gericht ausprobiert.

Vinišće 43° 29′ 0″ N , 16° 7′ 0″ O

In Vinišće hat es uns so gut gefallen, dass wir gleich eine Woche in der Bucht vor Anker verbracht haben und ein paar Woche später sogar nochmal mit einem befreundeten Skipper in die Bucht für einen Stop gesegelt sind. Wir hatten wirklich großes Glück, dass durch Zufall eine Bekannte zur gleichen Zeit in ihrem Haus in Vinišće Urlaub gemacht hat. Lili ist Kroatin und quasi in Vinišće großgeworden. Ihr Vater hat das traumhafte Dorf mit aufgebaut und wir konnten eine Menge über diesen wunderbaren Ort erfahren. Wir haben vor allem in der einen Woche die großartige Gastfreundschaft der Kroaten erfahren dürfen und haben uns in Lili´s kleiner Oase richtig wohl gefühlt. Lili hat uns sogar unsere angesammelten Wäscheberge in ihrer Waschmaschine waschen lassen und wir durften auf ihrer wunderschönen Terrasse entspannen und wurden währenddessen auch noch mit allerlei kroatischen Köstlichkeiten verwöhnt. Ihr merkt das Thema Essen zieht sich durch meinen Blogpost ;-), wer von euch schon einmal in Kroatien war kann das aber bestimmt nachvollziehen :-).

Lili´s marinierte Sardellen

Ein Gericht das Lili uns zubereitet hat ist mir besonders gut in Erinnerung geblieben: Lili´s marinierte Sardellen (ihr könnt sie auch in der Fotocollage ganz links entdecken) und weil es so super lecker war und die Sardellen wegen des Olivenöls auch gut aufzubewahren sind, möchte ich euch das Rezept nicht vorenthalten. Danke Lili für diese wirklich unvergessliche Zeit in Vinišće.

Milna 43° 19′ 44″ N , 16° 26′ 52″ O

Der Hafenort Milna, der auf der Westseite der Insel Brač liegt, war eines unserer nächsten Ziele auf unserer Route durch Kroatien. Wie es der Zufall so will haben Lisa und Robert, gute Freunde von uns aus München, zur gleichen Zeit in Milna ihren Kroatien Urlaub verbracht. Da unser Boot während des Refits in Italien die meiste Zeit eine Baustelle war und nicht wirklich ein Ort für gemütliches Beisammen sitzen an Bord, haben wir noch gar nicht so vielen Freunden in live unser neues Zuhause zeigen können. Ich habe mich deshalb riesig gefreut Lisa und Robert endlich die Benko im Wasser zeigen zu können und es hätte keinen besseren Ort geben können als im wunderbaren Hafen von Milna, der direkt im Stadtkern liegt. Wir haben die zwei natürlich auch noch auf einen kleinen Segel Tagesausflug mitgenommen und ich würde behaupten, dass es einer unser schönsten Segeltage in Kroatien war. Wir haben Delfine gesehen, haben in einer tollen Badebucht halt gemacht und am Abend noch einen wunderschönen Sonnenuntergang an Deck erlebt.

Sonnenuntergang, Freunde, gute Drinks – was will man mehr 🙂

Es ist so ein tolles Gefühl Freunde und Familie an unserer Reise, dem Bootsleben und Segeln teilhaben zu lassen. Wir freuen uns auf jeden Fall sehr wenn uns Lisa und Robert auf dem weiteren Weg unserer Reise nochmal auf der Benko besuchen – dieses mal vielleicht sogar mit einer Übernachtung an Bord ;-).

Lastovo 42° 45′ 13″ N , 16° 52′ 20″ O

Je weiter südlich wir in Kroatien gekommen sind desto mehr veränderte sich auch die Landschaft. Ihr könnt euch noch an die Beschreibung der Kornaten erinnern, karg, gradlinig und sehr felsig. Unser zweiter Nationalpark in den wir gefahren sind war Lastovo, auf den Fotos könnt ihr schon sehen, karg trifft auf keinen Fall zu ;-). Wir sind in den Nationalpark hineingefahren und ich bin aus dem Staunen gar nicht mehr rausgekommen. Es ist einfach unglaublich schön und hinter jeder kleinen Bucht befindet sich eine noch schönere. Das Wasser ist türkis und kristallklar und lädt zum schwimmen ein. Wir haben den Anker in der beliebten Bucht Jurjeva Luka geworfen. Die Bucht ist eigentlich immer sehr überlaufen, da wir aber antizyklisch zu den Charter-Booten gefahren sind hatten wir genügend Platz in der Bucht und konnten uns ein schönes Plätzchen aussuchen. Gegen Abend sind dann auch die Ranger mit ihrem kleinen Motorboot vorbeigekommen um die Nationalparkgebühr zu kassieren (diese ist um einiges günstiger als in den Kornaten). Die Ranger haben sich auch kurz mit uns unterhalten und noch ein bisschen Info Material dagelassen (Karten mit Wanderwegen, Sehenswerten, Konobas etc.). Dieses liebevoll gestaltete Kochbuch war auch mit dabei. Das kleine Büchlein haben wir auch jetzt noch an Bord und es erinnert uns immer wieder an die tolle Zeit auf Lastovo.

Jede Konoba aus der Umgebung hat hier ein Rezept aufgeschrieben und in einem kleinen Kochbuch zusammengefasst.

Wir haben bereits von Freunden den Tipp bekommen unbedingt in der Jurjeva Luka einen kleinen Landausflug zu machen. Man kann hier durch verlassene alte Militärbaracken laufen und in tiefe Munitionsbunker klettern – wirklich ein einmaliges Erlebnis. Kleiner Tipp: Unbedingt die Stirn- oder Taschenlampe einpacken ;-). Wenn ihr Lust auf eine kleine virtuelle „Lost Places Tour“ auf Lastovo habt schaut gerne auf unserem YouTube Channel vorbei.

Mrčara 42° 46′ 08″ N , 16° 47′ 22″ O

Ihr könnt es auf den Bildern sehen, türkises Wasser soweit das Auge reicht. Doch stopp…was macht denn die flauschige Fellnase zwischen den Bildern?! Ganz genau handelt es sich um Jon Snow, einen von vier Bewohner der Insel Mrčara ;-). Die kleine Insel liegt westlich von Lastovo und ich bin nur durch Zufall auf sie gestoßen. Ich war auf der Suche nach einer Konoba zum Abschluss unserer schönen Tage auf Lastovo und habe dann die Konoba Mrčara entdeckt. Diese Insel im Robinson Crusoe Style ist wirklich einmalig. Wir haben unseren Abend zusammen mit zwei anderen Seglern und zwei Gästen, die eine kleine Hütte auf der Insel gemietet hatten, verbracht. Der Chef der Konoba hat uns frischen Fisch und hausgemachten Kartoffelsalat serviert – eine Speisekarte gibt es hier nicht – was gefangen wird kommt auf den Tisch. Ab ca. 22 Uhr ist dann auch der Strom ausgegangen, das hat uns allerdings nicht gehindert noch bis spät in die Nacht bei selbstgebranntem Schnaps in einer lustigen Runde zusammen zu sitzen. In der Dunkelheit bin ich sogar noch einmal schwimmen gegangen, was für ein Erlebnis im dunklen Meer unter einem sternenklaren Himmel im Wasser zu plantschen ;-). Diese Nacht wird mir für immer in Erinnerung bleiben und sie ist bereits jetzt eine unserer Lieblingsgeschichten wenn wir von unserer Zeit in Kroatien erzählen.

Dubrovnik 42° 38′ 27″ N , 18° 6′ 32″ O

Vom entspannten Buchtenleben auf ins wilde Stadtleben…dachten wir uns auf dem Weg nach Dubrovnik… – Corona hat auch seine guten Seiten – Dubrovnik war wirklich menschenleer. Wir waren beide noch nie in der Stadt, hatten aber schon einige coole Geschichten gehört wie wunderbar sie ist. Wir haben in einer Marina die etwas vor Dubrovnik liegt festgemacht und sind am nächsten Tag gleich in der Früh mit dem Bus für ein paar Kuna nach Dubrovnik gefahren (die Haltestelle liegt direkt neben der Marina). In Dubrovnik angekommen, mussten wir sofort an die Bilder und Videos denken auf denen zu sehen ist, wie voll diese Stadt sonst ist. Die Leere war aber einfach nur zum genießen und wir sind in aller Ruhe durch die beeindruckende Altstadt und die vielen kleinen Gassen gelaufen. Man fühlt sich sofort in eine andere Zeit versetzt und wir hätten es noch viel länger an diesem tollen Ort aushalten können. Wir haben unseren Stop auch für ein paar kleine Erledigungen genutzt und nach einem kleinen Fußmarsch sogar einen gut ausgestatteten Drogeriemarkt gefunden :-). Dubrovnik hat uns wirklich beiden sehr gut gefallen und wir freuen uns diese Stadt irgendwann nochmal zu besuchen, wahrscheinlich dann aber nicht mehr so entspannt und leer.

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Text noch etwas mehr an unserer Zeit in Kroatien teilhaben lassen und ihr habt vielleicht auch Lust bekommen eueren nächsten Segelurlaub in diesem schönen Land zu verbringen. Wir haben auf jeden Fall nach unseren zwei Monaten Aufenthalt gemerkt, dass es noch so viel in Kroatien zu entdecken gibt, was wir wahrscheinlich auch in der doppelten Zeit nicht geschafft hätten. Die zwei Monate haben mir aber einen tollen Eindruck von Land und Leuten gegeben und ich freue mich schon sehr irgendwann wieder dort zu segeln. Jetzt heißt es aber erstmal „auf nach Italien“ und viele weitere Erfahrungen sammeln, versteckte Orte entdecken, tolle Menschen treffen und die Zeit auf unserer Benko genießen.

Schön, dass du hier auf unserem Blog vorbeigeschaut hast.

XXX Steffi

News-Update

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Die Welt dreht sich ständig weiter und obwohl sich die Gesamtsituation für uns nicht groß geändert hat, gibt es ein paar kleine Entwicklungen, die uns hoffen lassen und positive Nachrichten, die uns sehr freuen. Beides wollen wir gerne mit euch teilen.

An der Corona-Situation hat sich nicht so wirklich viel grundlegendes geändert. Wir sitzen immer noch auf gepackten Kisten in München und aktualisieren die News-Seiten stündlich. Hier gab es aber in letzter Zeit ein paar Entwicklungen, die uns hoffen lassen!
In Italien haben die Marinas ab dem 04.05. wieder offen. Das bedeutet, man darf (mit den nötigen Hygiene-Maßnahmen) wieder am Boot arbeiten und dort auch übernachten. Auch Kranbewegungen sind erlaubt und man darf vom Trockendock auf seinen Liegeplatz im Wasser fahren. Leider dürfen nach wie vor Sportboote den Hafen oder das Land nicht verlassen.
In Kroatien haben die ACI Marinas wieder eröffnet und erlauben auch hier wieder den Betrieb. Überhaupt scheint Kroatien sehr gewillt, im Sommer seine Grenzen für Touristen wieder zu öffnen. Anscheinend hat der Coronavirus das Land aufgrund von sehr frühen, sehr harten Maßnahmen nicht so heftig getroffen und die ersten Lockerungen für den Tourismus sind dort bereits im Gespräch. Das lässt uns natürlich hoffen, da Kroatien unsere erste Anlaufstelle wäre.
Spanien hat einen richtigen nautischen Fahrplan entwickelt der vom 04.05.-22.05. erst Soloseglern den Wassersport erlaubt, dann Personen aus dem gleichen Haushalt bis hin zu größeren Gruppen.

All das sind in unseren Augen positive Entwicklungen. Gerade der Wassersport kann sich wunderbar an die Social Distancing Regeln halten und wir hoffen, dass dies auch die Politiker in den verschiedenen Ländern erkennen und die Themen wie Wassersport und Camping etwas getrennt von den normalen Touristenregelungen betrachten und schließlich dann auch wieder freigeben.

Aktuell hoffen wir also sehr darauf, dass wir im Sommer loskommen. Um in diesen unsicheren Zeiten besser planen zu können, haben wir uns folgende Parameter gesetzt:

– Wenn wir zum Boot fahren, bleiben wir auch dort und fahren erst mal nicht mehr nach Deutschland zurück.
– Wir fahren erst nach Italien, wenn klar ist, dass wir auch loskommen. Sprich Italien muss Wassersport erlauben und Kroatien seine Grenzen öffnen.

Somit haben wir zumindest eine erste Station, die wir anlaufen können und können dann je nach Situation entscheiden wie es weitergeht.
Ob und wie wir dann über die Grenzen nach Italien kommen, müssen wir dann noch rausfinden. Schließlich muss unser Transportmittel ja auch wieder zurückgebracht werden. Das werden wir dann aber sehen, wenn es soweit ist.

Zwei Nachrichten haben uns ganz besonders gefreut in der letzten Zeit:

Das Yacht-Magazin hat unsere Situation aufgegriffen und wir sind ein kleiner Bestandteil der aktuellen Corona-Serie im Heft. Wer sich mehr dafür interessiert, kann uns in der aktuellen Ausgabe 10 der Yacht finden.

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Auch ohne unsere Anwesenheit geht es an unserem Schiff weiter. Da Arbeiten am Schiff in Italien wieder erlaubt sind, wurde unser Geräteträger installiert und wir haben Bilder bekommen. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und wollen jetzt natürlich umso mehr ans Boot, um uns das Resultat in live anzuschauen 🙂

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Drückt uns die Daumen, dass wir diesen Sommer noch loskommen. Wir freuen uns schon sehr, wenn wir wieder ein Video für euch hochladen können 🙂

Cheers

Ruben

Segler, Mechaniker, Schweißer, Installateur und Elektriker

Die ersten Monate des Refits sind schneller rumgegangen als gedacht und es hat sich einiges getan. Grund genug, dass auch ich euch von meinen ersten Erfahrungen erzähle.
Am Anfang war alles noch recht theoretisch. Abend um Abend, Nacht um Nacht, hab ich mir Gedanken gemacht, wie man so ein Projekt richtig durchziehen kann, was es alles dafür braucht und wie lange man dafür einkalkulieren muss. Habe lange Exel-Listen geschrieben und viel recherchiert und kalkuliert.

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Mittlerweile ist ja ein bisschen Zeit ins Land gegangen und ich konnte die ersten praktischen Erfahrungen sammeln . Zeit für ein kleines Resümee.
Ich bin zwar kein Freund von Verallgemeinerungen und Sprücheklopfen, aber es haben sich tatsächlich schon drei Sachen bewahrheitet, die man überall hört, wenn man sich mit dem Thema Boots-Restaurierung auseinandersetzt.

  • Bootsprojekte dauern mind. doppelt so lange wie man ursprünglich kalkuliert
  • Egal was du für das Projekt budgetierst, rechne immer +20% ein.
  • Überraschungen gibt es an jeder Ecke

 

Zeit

Tatsächlich ist es so, dass sich alles in die Länge zieht. Ich gebe euch dafür gerne ein anschauliches Beispiel:
Ich möchte ein Teil der hölzernen seitlichen Wandverkleidung abnehmen, ca. 1,50m x 30cm. Konservativ gerechnet würde man meinen, dass man das zwischen 30min und 1 Stunde abgeschraubt bekommt.
Tatsächlich saß ich geschlagene 4 Stunden in der Bugkabine bis das Ding draußen war. Der Grund? Total verrostete Schrauben und verkantete Seitenteile.
Natürlich liegt es daran, dass es die Reinke ein Selbstbau ist und der Voreigener nicht damit gerechnet hat, dass das jemals wieder raus kommt, aber das kleine Beispiel zeigt, dass immer genau das passiert, mit dem man nicht rechnet und das es dann eben einfach länger dauert als ursprünglich geplant.
Mit der Zeit kommt auch etwas die Erfahrung und mittlerweile kann ich den zeitlichen Umfang der Projekte schon etwas besser einschätzen, sodass ich dahingehend unseren Master-Zeitplan angepasst habe 🙂

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Budget

Das Thema Geld und Budget ist natürlich ein ganz eigenes und wir möchten euch das im Detail aufzeigen, wenn das Projekt etwas weiter vorgeschritten ist.
Es fällt aber auf, wenn Marine auf einem Produkt steht, es gleich um ein vielfaches teuerer ist, funktionierend geglaubte Gegenstände auf einmal dringend erneuert werden müssen und Baumarktbesuche einen gefühlten Mindestumsatz von 100 € haben.
Diese Faktoren, zusammengenommen mit zusätzlichen Kosten, die vorab nicht absehbar waren, treiben das Budget nach oben.

 

Überraschungen

Überraschungen können wundervoll sein, müssen Sie aber nicht 😉
Neben vielen Kleinigkeiten, die ich hier gar nicht im Detail aufführen möchte, ist das Deck wohl die größte Überraschung für uns bisher gewesen.
Zum Glück waren wir einigermaßen darauf vorbereite, da schon bei er Erstbesichtigung klar war, dass sich unter dem Teak ein paar Löcher verstecken, aber das es dann am Ende doch so viele ware, hat uns dann doch etwas überrascht.
Wichtig ist hierbei nicht die Motivation zu verlieren. Rückschläge gehören einfach dazu. Also Krone richten und weitergehen!

Ich beginne zu lernen, dass man als Bootseigener ein perfekter Segler, Mechaniker, Schweißer, Installateur und Elektriker sein muss, um alle anfallende Arbeiten abzudecken.
Es versteht sich von selbst, dass das nur auf ein paar ausgewählte Menschen zutrifft und besonders ich, als Marketing/Vertriebs-Schreibtisch-Esel das nicht alles erfüllen kann.
Ich habe gelernt, sich eingestehen können, dass es gewisse Felder gibt, bei dem man einfach Profis, aufgrund der eigenen fehlenden Erfahrung, ranlassen muss. Aktuell sind das bei uns primär Schweißarbeiten, Gasinstallation und Motormechanik.
Hier ist es besser eine erfahrene Unterstützung zu haben, solange ich noch nicht genau weiß, was ich da tue bzw. einfach nur Bücher/Internetwissen anwende.
Safty first! Selbstüberschätzung sollte man an dieser Stelle besser ausblenden.

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Zum Glück (Ich klopf 3x mal aufs Holz) liegen wir aktuell noch ganz gut im Plan und unsere Motivation und Lernkurve steigt weiterhin rasant an. Wir lassen uns von kleineren Rückschlägen nicht entmutigen, blicken unserem großen Projekt immer noch sehr positiv entgegen und freuen uns schon, wenn wir Anfang 2020 dann komplett aufs Boot ziehen können.

Cheers

Ruben

SRC – Short range certificate

Nächster Meilenstein? Check! 🙂
Heute habe ich den SRC erfolgreich bestanden und freu mich sehr darüber! Den Schein habe ich, wie auch meinen SBF See und SKS, bei Jojo Wassersport in München gemacht

Ein, wie ich finde, sehr nützlicher Schein, da man hier noch einmal viel lernen kann. Betsandteile sind z.B das Nato-Alphabet, englische Seefahrts-Ausdrücke, den Unterscheid zwischen Mayday, Pan Pan und Securite Calls, sowie allerhand nützliches Know How, wenn es mal zu einem Notfall kommen sollte.

Lernaufwand ist hier eher medium. Ich habe insgesamt 2 Abendkurse belegt und anschließend die Prüfung auf Anhieb bestanden. Hier gibt es einen theoretischen und einen praktischen Teil, bei dem man ein Funkgerät bedienen muss.

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Der wichtigste Bestandteil des Scheines ist eigentlich der Mayday-Spruch. Hier wird auch in der Prüfung großen Wert darauf gelegt, dass dieser möglichst lange im Gedächtnis beleibt. Von daher hier noch mal für alle, die sich vielleicht nicht mehr so gut daran erinnern können:

MAYDAY MAYDAY MADAY

This is -Schiffsname- / -Schiffsname- / -Schiffsname-

Call-Sign: –XXX-          MMSI: -XXX-

————————————- Kurze Pause ——————–

MAYDAY

-Schiffsname-

Call-Sign: –XXX-          MMSI: -XXX-

My position is: –XXX-

Art des Notfalls-

We require assistance immediately!

ggf. Zusatzangaben „abandoning to lifecraft“ etc.

There are persons on board

Over
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Mit diesem Schein ist meine Sammlung jetzt erst mal komplett. Vielleicht mach ich noch aus Lust und Laune das Bodenseeschifffahrtspatent. Aber auch nur, da mir durch den SKS ein Großteil der Prüfungen angerechnet wird und ich dieses Patent in Anschluss für einen kleinen Betrag in den SBF Binnen umschreiben lassen kann. Aber das ist dann eher etwas für das nächste Jahr.

Jetzt geht es erst mal nach Griechenland mit Steffi. Ich bin schon sehr gespannt wie unser erster Törn zu zweit so sein wird und was wir alles erleben werden.

Cheers

Ruben

Auf dem Weg zur First Mate

Alles startete auf unserem Roadtrip durch die USA im Jahr 2016.
Die langen Autofahrten von Seattle nach Oregon gaben uns viel Zeit um unseren aktuellen Alltag und unsere Träume und Wünsche für die Zukunft zu besprechen…

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Es gab diesen Moment wo ich wusste, dass Ruben und ich den gleichen Wunsch in unseren Köpfen haben – REISEN.

Den Luxus von regelmäßigen Urlauben und Reisen durfte ich schon seit meiner Kindheit genießen. Schon damals ging es regelmäßig mit meinen Eltern in den Ferien und selbstverständlich dann mit den Freundinnen auch alleine on Tour :-). Meistens haben wir die Urlaube in Hotels oder auch Ferienwohnungen verbracht und eine tolle Zeit dort genossen.

Das Reisen ohne Trubel, ohne sämtliche Umwelteinflüsse und aus einer ganz neuen Perspektive, habe ich aber erst durch Ruben kennengelernt.

Das Segeln!

Durch seine große Begeisterung am Segeln hat es natürlich nicht lange auf sich warten lassen, bis ich zu meinem ersten Segel Törn nach Elba angemeldet war. Den Törn startete ich mit zweigeteilten Gefühlen. Einerseits habe ich mich riesig auf diese neue Art des Reisens gefreut, auf der anderen Seite war mir auch etwas mulmig zumute und ich fragte mich, ob denn das reisen mit einem Segelboot das richtige für mich ist.

Nach dieser ersten Segelwoche waren aber alle Bedenken verflogen und ich hätte den Urlaub am liebsten gleich nochmal um eine Woche verlängert 🙂 . Das erste mal Nachts im Schlafsack in einer einsamen Bucht den Sternenhimmel zu betrachten, stundenlang zu guter Musik das Wellenbild auf dem Meer auf sich wirken zu lassen und sich den Wind um die Nase wehen zu lassen, all dass wollte ich so schnell wie möglich noch einmal erleben.

Bei meinem ersten Schnupper-Törn war ich höchstwahrscheinlich nicht das hilfreichste Teammitglied an Board, ich nahm aber für mich persönlich einen sehr wichtigen Punkt mit: Erfahrung sammeln ist das wichtigste beim Segeln, um in Stresssituationen ruhig bleiben zu können!

Um diese Erfahrungen zu sammeln und bei nächsten Törn schon etwas tatkräftiger an Board mitwirken zu können, planten wir gleich im Anschluss unseren nächsten Segelurlaub!

xx Steffi