It’s a match! Wir haben ein Boot!

Steffi und ich sind überglücklich! Wir haben das perfekte Segelboot für unser Reise gefunden! Hurra! 🙂

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Wie Ihr bereits in den vorherigen Posts lesen konntet, haben wir uns gedanklich schon länger mit dem Thema Bootskauf beschäftigt. Wir hatten uns ein paar grobe Parameter gesetzt, an die wir uns halten möchten und die in unseren Augen für eine Langfahrt sehr wichtig sind.

Sicherheit, Stabilität und Komfort stehen hierbei an erster Stelle. Von daher wollen wir ein stabiles Boot entweder mit Langkiel oder aus Stahl, damit es bei Wellengang etwas ruhiger im Wasser liegt als vergleichbare GFK Boote. Ein Center-Cockpit war uns auch wichtig, da damit gerade auf langen Passagen die Fahrt wesentlich ruhiger ist, als in einem Achter-Cockpit. Zusätzlich darf natürlich ein gewisser Komfort im Wohnbereich nicht fehlen und genügend Platz für uns beide da sein.

Alle diese Punkte erfüllt die Reinke Super Secura. Sie ist ein Stahlschiff von 11,70 m Länge, mit einem mit Blei ausgegossenen Flügel-Kiel, was einen sehr stabilen und zuverlässigen Eindruck macht. Der Innenraum ist wunderbar hell und geräumig und macht Lust auf mehr.

Das es dann doch dieses Boot am Ende wird und somit auch gleich das erste was wir uns angeschaut haben, hätte ich aber am Anfang nie gedacht.
Seit ca. 1,5 Jahren schaue ich regelmäßig in die üblichen Bootsbörsen wie Boat24 oder Yachtworld, um ein Gefühl für die Verfügbarkeit und Preise zu bekommen.
Dabei bin ich schon ein paar mal über die Anzeige dieser Reinke gestoßen, hab es aber immer wieder weitergeklickt.
Anfang Januar wurde dann schließlich, durch die Eigner, ein Aufruf zu einem Sammel-besichtungs-Termin gestartet. In diesem Moment war für mich klar, dass wir das als Chance wahrnehmen sollten, um erste Besichtigungs-Erfahrung zu sammeln.
Unsere erste Besichtigung könnt Ihr nochmal hier nachlesen.

Hier seht Ihr auch mal die Bilder aus der Online-Anzeige:

Nach unserer Erst-Besichtigung im Januar, hatten wir uns mit den Eignern und einem Boots-Gutachter aus München erneut beim Schiff verabredet.

Wir sind schon ziemlich früh an diesem Sonntag losgefahren, da wir die Gelegenheit nutzen wollten, um die Werft Cantieri di Aprilia zu besichtigen. Hier planen wir das Schiff für ca. 1,5 Jahre trocken zu legen und dann zu re-fitten.
Es hat uns dort auch sehr gut gefallen. Die Anlage macht einen gepflegten Eindruck und unsere Pläne dahingehend haben sich deutlich verfestig.

Leider hatten wir, was das Wetter anging, etwas Pech gehabt. Am Sonntag hatte es – 11 Grad und 20-30 kn Wind. Am Montag dann, unseren ausgewählten Besichtungstag, – 4 Grad mit 30-50 kn Wind. Also volle Kanone Winter-Bora und wir mitten drin. 🙂

Unser Gutachter Gregor von Marineconsulting kam am Montag gegen 11 Uhr an Bord und wir haben uns zusammen, mit den beiden Erbauern der Yacht, 4-5 Stunden intensiv mit der Yacht beschäftigt.

Reinke sind Selbstbauyachten. Sie wurden von Kurt Reinke konzipiert und entworfen und die Pläne zum Bau an den Bootsbauer übergeben. Nach Bestellung des Bootes werden dann die Einzelteilen verschickt, sodass die Yacht entweder in einer Werft oder in Eigenregie gebaut werden kann.
In unserem Fall, haben die beiden Erbauer der Super Secura den Rumpf im Jahr 2000 bereits fertig geschweißt erstanden und dann bis 2006 selber den Aufbau und Innenausbau, mit viel Liebe und Herzblut, erledigt. Im Jahr 2006 war dann somit die Erstwasserung de Schiffes.

Insgesamt macht die Reinke einen guten Eindruck und wir haben ein sehr positives Gefühl.
Natürlich gibt es aber auch einige Sachen, die wir noch angehen müssen. Darunter fallen z.B. das Teak-Deck, dass erneuert werden muss, sowie den Großteil der Decksbeschläge und Winschen. Der Ankerkasten muss erweitert werden und eine Klappe ordentlich installiert werden. Es sollte sich eine Lösung für die Gasanlage überlegt werden, da diese ursprünglich nicht nach bestehenden Sicherheitsstandards eingebaut wurde. Weiterhin brauchen wir einen neuen Herd in der Pantry mit einem Ofen, Rigg und Genua müssen erneuert werden, die technischen Geräte auf einen neuen Stand gebracht werden, der Energiehaushalt auf Langfahrt umgerüstet werden (Solar und Wind) und das komplette Schiff gestrichen und Innen ein paar kosmetische Änderungen vorgenommen werden.

Insgesamt ist es also schon eine lange Liste an ToDos, aber für Steffi und mich ist genau das Mitbestandteil dieser Reise. Wir freuen uns auf den Re-fit auch wenn wir wissen, dass es mit Sicherheit anstrengend und nervenaufreibend wird.

Hier findet Ihr das Video der Besichtigung

Leider konnten wir während der Besichtigung das Schiff, wegen der anhaltenden Bora, nicht kranen lassen. Von daher müssen wir das leider auf das nächste mal veschieben.

Beim nächsten Mal in ca. 4-5 Wochen, treffen wir uns mit den Eignern noch einmal an Boot, um uns eine  Feineinweisung geben zu lassen, dass Schiff aus dem Wasser zu heben und hoffentlich die Unterschriften auf den Vertrag zu setzten.

Wir freuen uns jetzt schon darauf und lassen euch natürlich auch daran teilhaben 🙂

Cheers

Ruben

Is it a match? Unsere erste Bootsbesichtigung!

Fantastische News, Ihr Lieben!

Bereits seit ca. 1,5 Jahren durchforstet Ruben regelmäßig die größten Gebrauchtboot-Börsen im Internet. Anfang Januar 2018 war es dann so weit. Ruben stach ein super Angebot auf boat24 ins Auge. Der ursprüngliche Plan von uns war es, erst im Sommer 2018 ein Boot zu kaufen. Allerdings hat uns das Angebot so überzeugt,  dass wir in diesem Fall auf unser Bauchgefühl gehört haben und nach kurzer Planung am Ende Januar nach Muggia gefahren sind.
Wir starteten am Samstag in München bei etwas Schnee, fuhren dann durch Österreich, dass sich an diesem Wochenende in ein wahres Winterwonderland verwandelt hat. Von dort aus gelangten wir in die eher kahle und trockene Landschaft von Slowenien. Dieser unmittelbare Wechsel der Jahreszeiten hat uns beide sehr beeindruckt
Nach 6 Stunden Fahrtzeit kamen wir endlich, begleitet von schönstem Sonnenschein, in Muggia an.
Muggia ist ein italienisches Dorf mit ca. 13 Tsd. Einwohnern in der Nähe von Triest. Bereits nach den ersten paar Metern, die wir durch die kleine Innenstadt gefahren sind, war ich verliebt. Sofort stach uns der kleine Fischerhafen, der im Herzen der Stadt liegt, ins Auge.

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Nachdem wir unser Gepäck im Hotel San Rocco, das übrigens sehr schön am Hafen liegt, untergebracht hatten, machten wir uns sofort zu einer kleinen „Muggia-Besichtigung“ auf. Nach den ersten Schritten, die wir an der Strandpromenade entlang spazierten, war uns klar, wir sind wohl die einzigen Touristen in diesem Dörfchen 🙂 . Die kleinen Gassen und der Marktplatz waren alle mit bunten Fähnchen geschmückt. In diesem istrovenetischen Städtchen zelebriert man nämlich vom 23. Februar bis 1. März den „Carnevale Muggesano/Carneval de Muja“. Die Ursprünge des Festes gehen zurück ins 15. Jahrhundert, was sich in historischen Kostümen, mittelalterlichem Handwerk und Tanz widerspiegelt. Höhepunkt ist der Umzug mit Tausenden von Masken und den Motivwagen des „mato carneval“. Leider konnten wir dieses Spektakel nicht miterleben, da wir schon einen Tag vorher abreisen mussten.

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Natürlich gab es beim Abendessen, in der wirklich einzigen offenen Hafenkneipe, nur ein Thema: Wie wird unsere erste Bootsbesichtigung wohl ablaufen?
Ihr habt euch sicher auch schon gefragt, welches Boot wir uns denn überhaupt ansehen 🙂 . Natürlich möchten wir euch die ersten Fakten auch gar nicht länger vorenthalten: Here we go…

  • Hersteller: Reinke
  • Modell: Super secura
  • Baujahr: 2006
  • Rumpf-Material: Stahl
  • Länge: 11,70 m

Am Sonntag morgen ging es dann endlich los. Ruben und ich machten zuerst einen kleinen Bummel durch die Stadt, um uns ein Frühstück zu organisieren 🙂 . Wir folgten einfach den Einwohnern von Muggia, die mit Bäcker-Tüten die Gassen entlang liefen. Schon nach ein paar Minuten hatten wir leckere Mini-Pizzen und Schokocroissants in der Händen – jummy. Gut gestärkt, machten wir uns nun auf zum Hafen San Rocco.

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Da der Hafen sehr überschaubar ist, dauerte es auch nicht lange, bis wir die Reinke sahen.
Ok wir sind ehrlich 😉 … am Vortag hatten wir bereits einen Blick auf das Boot geworfen und es im Vorbeigehen etwas betrachtet. Das Bootseigner Paar begrüßte uns schon von Weitem und wir verstand uns sofort auf Anhieb. Ab dem ersten Moment an, fühlten wir uns beide richtig wohl auf diesem tollen Boot. Wir konnten in aller Ruhe Fragen rund um das Boot mit den Eignern klären und bekamen eine super Führung. Und so verflog die Zeit. Nach ca. 1,5 Stunden auf dem Boot waren erstmal alle wichtigen Fragen geklärt und wir unterhielten uns noch über ein paar private Dinge mit den Besitzern. Ruben und ich brauchten uns bloß gegenseitig anschauen und wir wussten, dass wir beide das gleiche dachten – Reinke wir können dich ziemlich gut leiden 😉 !

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Im Anschluss marschierten wir ziemlich aufgedreht und wahnsinnig happy durch die Marina San Rocco – wir hatten beide ein super Gefühl. Um den sonnigen Nachmittag noch etwas zu nutzen und unsere ersten Eindrücke zu besprechen, machten wir auf dem Heimweg noch einen Stop in Triest. Und ich würde sagen unsere glücklichen „After-Bootsbesichtungs-Gesichter“ sagen alles aus 🙂 .

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Seid auf jeden Fall gespannt, wie es mit der Reinke Super Secura und uns weiter geht. Wir halten euch auf dem Laufenden!

xx Ruben & Steffi

Hier auch das Video zu unserem Trip

Mein ganz persönliches 2017!

Die letzten Tage und Wochen sind wie im Flug vergangen. Der Trubel um Weihnachten, die Planung der Silvesterparty, die „unbeliebten“ Punkte auf der to do Liste noch schnell im alten Jahr erledigen – einfach nochmal Vollgas geben 🙂 . Vielleicht erging es dem ein oder anderen auch so von euch? Mir zumindest wird in den ersten Wochen des neuen Jahres meistens immer erst bewusst, dass bereits wieder ein so ereignisreiches Jahr, in dem ich so viele Erlebnissen, Eindrücken und Erfahrungen sammeln durfte vergangen ist. Dieses mal möchte ich mir die Zeit nehmen und euch an meinen Highlights im Jahr 2017 teilhaben lassen. Keine Angst, es handelt sich dabei nicht um einen gefühlsduseligen Jahresrückblick 😉 , manchmal ist es jedoch wichtig, sich Erlebnisse auch noch einmal in einer ruhigen Minute vor Augen zu führen und auch einmal stolz auf sich zu sein 🙂 !

Man muss es fast ein sogenanntes „Dauer-Highlight“ nennen. Aber im Bezug auf unser Projekt Sailing Benko, ist es mir einmal wieder richtig bewusst geworden, wie wichtig die Familie und Freunde sind. Wir haben im Jahr 2017 bereits so viel Zuspruch und Unterstützung von unseren Familien und von unserem Freundeskreis bekommen, um diesen Traum umzusetzen und sind dafür sehr dankbar. Es tut einfach gut zu wissen, dass einem das Rückrad gestärkt wird und die wichtigsten Leute in deinem Leben an dich glauben – definitiv einen Applaus wert 🙂 !

Teneriffa, Griechenland – a Traum!  Im Jahr 2017 habe ich zwei wunderbare Segeltörns miterleben dürfen und habe das erste mal zu zweit mit Ruben ein Boot gechartert. Zu zweit eine Woche lang um Griechenland zu segeln war eines meiner top Erlebnisse im letzten Jahr. Auch wenn ich die ein oder andere Anlaufschwierigkeit hatte, denke ich immer wieder gerne an diese tolle Segelwoche zurück und aus Fehlern lernt man ja bekanntlich. Über die meisten „Pannen“ konnten wir sowieso im Nachhinein lachen und sie wurden zu genüge bei geselligen Abenden mit unseren Freunden erzählt 😉 . Auf die Eröffnung unserer Segelsaison im Mai 2018 freue ich mich bereits heute wie ein Schnitzel.

Es gab im Jahr 2017 immer wieder Momente an denen ich mich selbst für verrückt erklärte und dachte „Steffi, warum hast du dir das mit dem Studium in den Kopf gesetzt?“, doch schon ein paar Minuten später waren alle negativen Vibes verschwunden und ich dachte mir wieder – chacka, du hast es jetzt in fast zwei Jahren geschafft, neben der Arbeit das Studium mit durchzuziehen. Jetzt wird in den Endzügen auch nicht mehr schlapp gemacht! Ich bin definitiv stolz auf mich, dass ich im Jahr 2017 sämtliche Vorlesungen, Klausuren und Präsentationen abgeschlossen habe und mich aktuell in den Endzügen des Studiums befinde. Das Ende des Studiums ist für mich gleichzeitig auch der Beginn eines ganz neuen Lebensabschnitts. Der Start unserer Reise rückt immer näher und ich kann endlich in 2018 noch mehr Zeit, kreative Gedanken, Kraft, Liebe in unser Projekt Sailing Benko investieren. Es gibt einfach noch so wahnsinnig vieles Wissenswertes, dass ich mir zum Thema Segeln aneignen möchte – let´s do this in 2018!

Jetzt fliegen mir dann doch ein wenige die Herzchen um den Kopf 🙂 , was mir aber denke ich keiner verübeln wird.

Danke an meinen Captain Ruben ohne den es Sailing Benko nicht geben würde. 2017 war für uns beide ein wirklich spannendes Jahr, mit vielen neuen Erfahrungen, tollen Gesprächen, einzigartigen Momenten und den besten Boots-Schninkennudeln auf der Welt 🙂 . 2018, vermute ich, wird da nochmal eins drauflegen und ich kann es kaum erwarten mit dir unseren gemeinsamen Traum umzusetzen.

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Startet alle in ein fantastische 2018! Danke 2017 du warst wunderbar!

xx Steffi

 

 

 

 

Frohe Weihnachten!

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Wir wünschen euch ein tolles Weihnachtsfest, entspannte Feiertage und einen guten Rutsch ins neues Jahr!

2018 wird groß! Zumindest haben wir viel vor und freuen uns, unsere Erlebnisse mit dir zu teilen!

Aktuell stehen schon zwei Törns fürs nächste Jahr fest und wer weiß, vielleicht kommen wir 2018 unserem Traum vom eigenen Boot schon etwas näher 😉

Es bleibt spannend!

Merry Christmas!

Steffi & Ruben

Skippertraining

Nach unseren Griechenland-Törn wollte ich das Jahr nicht einfach so ausklingen lassen. Nicht ohne nochmal auf einem Boot gewesen zu sein 🙂
Also habe ich mir nach einer ausgiebigen Internetrecherche ein Skippertraining bei Segelreisen24.de gebucht.
Steffi konnte mich leider aus beruflichen Gründen nicht begleiten und somit habe ich das Skippertraining alleine in Angriff genommen.

Mein Ziel war es im Umgang mit einer Segelyacht noch sicherer zu werden und auch besonders bei Hafenmanövern noch etwas dazu zu lernen.
Zu meinem Glück war die zweite Oktoberwoche bei Segelreisen24 nicht gut gebucht, sodass am Törn-Start nur ein Mitsegler (Stefan) und Skipper (Klaus) für die Woche geplant waren.

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Stefan kam aus Bad Tölz und er und ich fuhren nach kurzer Absprache zusammen nach Slowenien. Unmittelbar nach unserer Ankunft in Izola, lernten wir auch gleich bei einem Bier unseren Skipper Klaus auf der Bavaria 46 kennen. Wie sich im laufe des Abends herausstellte, sollte noch spontan ein weiterer Mitsegler (Andi) am nächsten morgen dazukommen.
Somit stachen wir pünktlich nach dem Frühstück am nächsten Tag zu viert in See.

Die ersten Tage hatten wir angenehmen Wind zwischen 6-10 Knoten. Was uns entspannt an der kroatischen Adria-Küste entlangsegeln ließ. Ich bin immer erstaunt, wie schön diese Ruhe beim Segeln ist und wie schnell es einen den Alltag vergessen lässt.

Am zweiten Tag konnten wir sogar einen Spinnaker setzten. Für mich war es das erste mal, dass ich ein Leicht-Segel benutzt habe und ich muss sagen, es hat wirklich Spaß gemacht!
Es wurde am Spie-Fall hochgezogen. Das Steuerbord-Ende wurde an einem Spie-Baum befestigt und das Backbord-Ende des Segels an einer Winsch im Cockpit, um das Segel noch optimal trimmen zu können. Unser Skipper war gerne bereit seine 25 Jahre Segelerfahrung mit uns zu teilen und wir konnten hier viel über das optimale Segel-Trimmen lernen. Gerade bei leichten Winden, lässt sich hier noch der eine oder andere Knoten rausholen 🙂

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Am dritten Tag gab es ein intensives Hafenmanövertraining im Hafenbecken von Novigrad. Am spannendsten fand ich die Übung bei der wir mit Bug und/oder Heck so dicht wie möglich an den Pier fahren sollten, sodass theoretisch jemand überspringen konnte.  Das hat mir stark dabei geholfen ein Gefühl für das Boot zu entwickeln.
Am Ende des Trainings konnten wir alle sicher seitlich und römisch-katholisch anlegen. Besonders das seitliche Anlegen fand ich gut. Hier sollten wir im 60-90 Grad Winkel spitz das Pier anlaufen und kurz vorher das Boot stark beidrehen, sodass die Schwungmasse die Segelyacht an den Pier treibt, um dann mit Radeffekt aufzustoppen. Sehr elegant!

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Auch am nächsten Tag ging es zu meiner Freude nach ein paar Stunden kreuzen an der kroatischen Küste mit Hafenmanöver weiter.
Im Hafen von Rovinj erklärte uns Klaus, wie wir auch alleine seitlich, mit einer vorbereiten Mittelspring, anlegen können. Hierfür bereitet man eine Leine mit einem großem Auge vor, belegt diese auf der Mittel-Klampe und legt das Ende mit dem Auge über eine Winsch.
Danach fährt man nah an einen Steg heran, wirft die Leine über einen Poller und dampft langsam in die Leine ein. Wirklich sehr praktisch zu wissen.

Wir übten noch ein paar Manöver, als Stefan mitten beim seitlichen Anlegemanöver plötzlich der Gaszug riss. Shit! – Schrecksekunde!
Das Boot fuhr weiterhin rückwärts und ließ sich nicht mehr aufstoppen. Nach kurzer Schockstarre, eilte ich los und belegte die Anlegeleinen, um das Boot am Pier fixieren zu können. Währenddessen schrammte das Boot schon seitlich mit fiesen Kratzgeräuschen am Pier entlang und die Fender schraubte es nach oben.
Unser Skipper Klaus, klemmte sich zum Glück rechtzeitig hinter das Steuerrad und schaffte es mit ein bisschen Fummelei doch den Motor auszustellen.
Puh! – Zum Glück nichts schlimmes passiert.

Da wir dort wegen der Berufsschiffahrt leider nicht liegen bleiben konnten, segelten wir ein kleines Stück zu einer Anker-Area, ließen den Anker runter und konnten nach ca. 1,5h den gerissen Gaszug, mit einem an Bord vorhandnen Ersatz-Gaszug, austauschen.

Dieses kleine Abenteuer hat mir mal wieder gezeigt, wie wichtig es ist an Board in allen Lagen Ruhe zu bewahren, besonders auch in kritischen Situationen. Einen hektischen Skipper kann keiner gebrauchen und das macht nur die Crew unnötig nervös.
Und: Wie wichtig es ist, die richten Ersatzteile dabeizuhaben, wenn man vielleicht doch mal da sein sollte, wo keiner so schnell helfen kann.

Als die Sonne langsam unterging fuhren wir mit funktionieren Gaszug in eine benachbarte Ankerbucht, um uns dort unser wohl verdientes Anlegeger-Bier schmecken zu lassen.

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Im Laufe der Woche haben wir es dann tatsächlich noch bis hinter Pula, ganz an die Süd-Spitze von Istrien geschafft. Es waren ein paar schöne Tage voller Sonnenschein, leichtem Wind, vielen schönen Eindrücken und sehr viele Delfin-Sichtungen, wenn auch immer aus der Ferne.
Leider wollte das Wetter auf der Rückfahrt nicht so ganz mitspielen. Sehr wenig bis gar kein Wind zwang uns dazu viel zu Motoren und weniger zu segeln.

Ich muss sagen, dass mich nach dieser Woche das vielfältige Kroatien wieder mal beeindruckt hat und es bestimmt nicht mein letzter Trip nach Istrien gewesen ist.
Ich habe in dieser Woche sehr viel gelernt, habe mein „Boots-Gefühl“ weiterentwickelt und fühle mich deutlich sicherer, gerade bei Hafenmanövern und glaube auch den ein oder anderen Segel-Trimm-Trick mitgenommen zu haben.
Gerade weil wir nur 3 Skipper-lehrlinge an Board waren, war die Atmosphäre sehr locker und Klaus konnte auf jeden individuell eingehen, was uns allen viel gebracht hat!

Jetzt beginnt leider die Winterpause, von Oktober bis März, aber ich denke jetzt schon wieder darüber nach, wann ich das nächste mal im warmen Klima segeln kann.

Ich habe mal für mich alle relevanten Tipps & Tricks des Skippertrainings zusammengeschrieben. Diese sind für all unsere Patreons frei verfügbar:

https://www.patreon.com/posts/tipps-und-tricks-16256495

SKS – Sportküstenschifferschein

YEAAHHHHH! Ich hab’s geschafft! Ich hab die Prüfungen meines nächsten Segelscheins, den SKS, alle auf Anhieb bestanden!

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Der ein oder andere mag sich jetzt vielleicht fragen: Segelschein? Sogar mehr als einen? Wer braucht das denn?

Ich weiß, es gibt sehr viele Länder auf dieser Welt, wo man höchstes einen Funkschein zu führen eines Segel- oder Motorbootes benötigt und selbst das wird sehr selten kontrolliert.
Aber nicht in Deutschland! Wir nehmen das mal wieder sehr genau 😉
Die deutsche Gesetzgebung ist bei „Segelscheinen“ oder Sportboot-Führerscheinen nicht so ganz auf den ersten Blick zu durchschauen, von daher versuche ich das mal möglichst einfach darzulegen. Ich erhebe dabei weder Anspruch auf Richtigkeit oder auf Sinnhaftigkeit 😉

Wenn man auf dem Meer segeln möchte, braucht man eine Art Basis-Führerschein, den Sportbootführerschein See. Mit diesem Schein darfst du Sportboote (Motor/Segel) über 15 PS bis zu 3 Seemeilen in Küstengewässern fahren.

Das ist in Deutschland rein rechtlich auch der einzige Schein der für die Freizeit-Schifffahrt benötigt wird. Lustigerweise lernt man bei diesem Schein wenig bis gar nichts über das führen einen Segelyacht.
Den praktischen Teil legst du auch nicht am Meer, sondern an einem See ab. Hierfür trainierst du 2 Stunden auf einem etwas größeren Dingy (Anlegen, Ablegen, nach Kurs fahren etc.) und das wars. Keine einzige praktische Segelprüfung.

Anders hingegen im theoretischen Teil. Hier werden mit einen Multiple-Choice-Test einige Segelfragen abgefragt und es gibt auch einen Kartenteil, bei dem Aufgaben in einer Seekarte gelöst werden müssen, was etwas kniffelig werden kann (Vor allem für mich, als absoluten Mathe-Profi 😉

Wenn also der Sportbootführerschein See (SBF See) der einzig rechtlich benötige Schein ist, warum dann noch den Sportküstenschifferschein (SKS) machen?

Dafür gibt es zwei Gründe:
Der erste und der wichtigste ist Erfahrung. Beim SKS bist du mind. eine Woche auf einer Segelyacht und übst ohne Ende Manöver und lernst die Grundzüge des Segelns und Motormanöver kennen. Auch die theoretische Prüfung is viel detaillierter, genauso wie die geforderten Kartenaufgaben.
Der zweite Grund ist, dass auch Vercharterer nicht doof sind und genau wissen, dass du mit dem SBF See in der Regel nicht in der Lage bist ein Boot sicher zu führen. Von daher werden die meisten Boote erst ab dem SKS verliehen. Hier sind 300 Seemeilen, bevor du die praktischen Prüfung antrittst, als Pflicht vorgeschrieben, was sowohl den Vercharterern als auch den Versicherern eine gewisse Sicherheit gibt.

 

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Mit dem SKS bist du dann befugt dich bis zu 12 Meilen außerhalb von Küstengewässern aufzuhalten und als Freizeit Skipper/Captain zu fungieren.

Wenn dich deine Segelpläne außerhalb der 12 Meilen-Zone bringen sollten, gibt es noch zwei weitere Scheine, die man machen kann. Den Sportseeschiffer- und den Sporthochseeschiffer-Schein.
Wenn man aber nicht gewerblich unterwegs sein möchte, halte ich persönlich diese beiden Scheine für Nonsens, zumal nach 12 Meilen internationale Gewässer beginnen und sich dort eh kein Land mehr zum Kontrollieren von Segelscheinen zuständig fühlt.

Wer jetzt denkt, dass muss es aber gewesen sein, der hat sich geschnitten. Segelyachten ab 12 Metern müssen rechtlich mit einer Funkanlage inkl. Disstress-Signal ausgerüstet sein. Und dreimal dürft Ihr raten was man dafür braucht? Genau, einen weiteren Schein 🙂
Ich habe mich dazu entscheiden, den englischen SRC (Short-Range-Certificate) zu machen. Dieser wird international anerkannt und hat die beste Mischung aus Praxis und Theorie. Das wird dann wohl mein nächster Meilenstein 🙂

Schein-technisch wars das dann erst mal für Meeresgewässer. Für Seen und Flüsse (Binnengewässer) gibt es in Deutschland nochmals ganz eigene Scheine, aber das möchte ich euch hier ersparen.

Wie Ihr also sehen könnt, muss viel gemacht, gelernt und Geld ausgeben werden um innerhalb von deutschen Gewässern oder unter einer deutschen Flagge zu segeln.

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Ich bin jetzt auf jeden Fall sehr froh einen Schritt näher an dem großen Traum zu sein und freue mich schon auf unseren nächsten Törn.

Cheers

Ruben