News-Update

Die Welt dreht sich ständig weiter und obwohl sich die Gesamtsituation für uns nicht groß geändert hat, gibt es ein paar kleine Entwicklungen, die uns hoffen lassen und positive Nachrichten, die uns sehr freuen. Beides wollen wir gerne mit euch teilen.

An der Corona-Situation hat sich nicht so wirklich viel grundlegendes geändert. Wir sitzen immer noch auf gepackten Kisten in München und aktualisieren die News-Seiten stündlich. Hier gab es aber in letzter Zeit ein paar Entwicklungen, die uns hoffen lassen!
In Italien haben die Marinas ab dem 04.05. wieder offen. Das bedeutet, man darf (mit den nötigen Hygiene-Maßnahmen) wieder am Boot arbeiten und dort auch übernachten. Auch Kranbewegungen sind erlaubt und man darf vom Trockendock auf seinen Liegeplatz im Wasser fahren. Leider dürfen nach wie vor Sportboote den Hafen oder das Land nicht verlassen.
In Kroatien haben die ACI Marinas wieder eröffnet und erlauben auch hier wieder den Betrieb. Überhaupt scheint Kroatien sehr gewillt, im Sommer seine Grenzen für Touristen wieder zu öffnen. Anscheinend hat der Coronavirus das Land aufgrund von sehr frühen, sehr harten Maßnahmen nicht so heftig getroffen und die ersten Lockerungen für den Tourismus sind dort bereits im Gespräch. Das lässt uns natürlich hoffen, da Kroatien unsere erste Anlaufstelle wäre.
Spanien hat einen richtigen nautischen Fahrplan entwickelt der vom 04.05.-22.05. erst Soloseglern den Wassersport erlaubt, dann Personen aus dem gleichen Haushalt bis hin zu größeren Gruppen.

All das sind in unseren Augen positive Entwicklungen. Gerade der Wassersport kann sich wunderbar an die Social Distancing Regeln halten und wir hoffen, dass dies auch die Politiker in den verschiedenen Ländern erkennen und die Themen wie Wassersport und Camping etwas getrennt von den normalen Touristenregelungen betrachten und schließlich dann auch wieder freigeben.

Aktuell hoffen wir also sehr darauf, dass wir im Sommer loskommen. Um in diesen unsicheren Zeiten besser planen zu können, haben wir uns folgende Parameter gesetzt:

– Wenn wir zum Boot fahren, bleiben wir auch dort und fahren erst mal nicht mehr nach Deutschland zurück.
– Wir fahren erst nach Italien, wenn klar ist, dass wir auch loskommen. Sprich Italien muss Wassersport erlauben und Kroatien seine Grenzen öffnen.

Somit haben wir zumindest eine erste Station, die wir anlaufen können und können dann je nach Situation entscheiden wie es weitergeht.
Ob und wie wir dann über die Grenzen nach Italien kommen, müssen wir dann noch rausfinden. Schließlich muss unser Transportmittel ja auch wieder zurückgebracht werden. Das werden wir dann aber sehen, wenn es soweit ist.

Zwei Nachrichten haben uns ganz besonders gefreut in der letzten Zeit:

Das Yacht-Magazin hat unsere Situation aufgegriffen und wir sind ein kleiner Bestandteil der aktuellen Corona-Serie im Heft. Wer sich mehr dafür interessiert, kann uns in der aktuellen Ausgabe 10 der Yacht finden.

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Auch ohne unsere Anwesenheit geht es an unserem Schiff weiter. Da Arbeiten am Schiff in Italien wieder erlaubt sind, wurde unser Geräteträger installiert und wir haben Bilder bekommen. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und wollen jetzt natürlich umso mehr ans Boot, um uns das Resultat in live anzuschauen 🙂

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Drückt uns die Daumen, dass wir diesen Sommer noch loskommen. Wir freuen uns schon sehr, wenn wir wieder ein Video für euch hochladen können 🙂

Cheers

Ruben

Von Null auf Langfahrt

Mittlerweile ist seit unserem letzten Update ja schon bisschen Zeit vergangen und ich wollte mich mal wieder bei euch melden. Zum aktuellen Zeitpunkt hat sich an dem letzten Stand leider nicht viel geändert. 

Wir sitzen immer noch auf unseren gepackten Kisten bei Steffis Eltern unter dem Dach und hoffen darauf, dass wir bald lossegeln können.

Ob sich das Corona-Thema bis zum Sommer ein bisschen entspannt, ist leider immer noch sehr fraglich. In Italien sind die Ausgangssperre bis Anfang Mai verlängert und selbst danach ist ungewiss, ob man einreisen darf und ob auch die anderen Länder wieder Ihre Häfen öffnen. Mit unserer Reise zu starten und nirgendwo einklarieren zu können ist ja irgendwie auch blöd. Also bleibt uns nichts anderes übrig als abzuwarten.

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Nachdem wir alle möglichen nautischen Aktivitäten zu Hause durch hatten, ist mir eine Idee gekommen.

Eigentlich ist es ein Projekt was ich schon seit längerem vorhatte, aber durch Zeitmangel  nie dazu gekommen bin. Wie es der Zufall so möchte, ist Zeit gerade etwas, von dem ich aktuell am meisten übrig habe. Also hab ich mich an den Schreibtisch gesetzt und angefangen ein kleines Buch zu schreiben. 

Im letzten halben Jahr haben Steffi und mich vermehrt Nachrichten erreicht, die mehr zum Thema Bootskauf und Refit wissen wollten. Es freut uns so sehr zu sehen, dass einige von euch den gleichen Traum vom Blauwassersegeln haben wie wir und sich von uns haben inspirieren lassen. Viele von euch haben auch noch nie ein Boot gekauft und möchten genau wie wir ihr Wissen aufbauen, um den anschließenden Refit selber stemmen zu können.

Ich kann mich noch sehr gut in unsere Anfangszeit hineinversetzen, in der ich alle Bücher zum Thema Blauwasser, Langfahrt und Refit verschlungen habe. Zwar gibt es einige super Sachbücher und gute Erfahrungsberichte zu den Themen, aber kein Buch welches einem absoluten Beginner die grundlegenden Sachverhalte erklärt.

Gerade beim Bootskauf und dem anschließenden Vorgehen bei der Planung und Umsetzung des Refits, waren damals bei mir noch einige Fragen offen. Genau das habe ich als Anlass genommen, ein Buch über das Thema Bootskauf und Refit für Anfänger zu schreiben. 

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„Von Null auf Langfahrt“ ist eine Mischung aus Sachbuch und unseren eigenen Erfahrungen. Es ist keine Refit-Bibel oder allumfänglicher Ratgeber zum Kauf von Booten. Wir möchten einfach, dass Ihr aus unseren Fehlern lernen könnt und haben für euch viele Sachverhalte, anhand von Beispielen unseres eigenen Refits, veranschaulicht. Somit sind auch viele unserer Geschichten und Erfahrungen mit eingeflossen, die wir bisher in unseren Videos nicht erzählen konnten.

Wenn du dich also dafür interessierst, wie wir zum Thema Fahrtensegeln gekommen sind und du die ein oder andere Anekdote von uns erfahren möchtest, die es nicht in unsere YouTube Videos geschafft hat, können wir dir das Buch auf jeden Fall empfehlen.

Auch die Segel-Vollprofis unter euch finden wahrscheinlich noch die ein oder andere Inspiration. Wir zeigen euch Mittel und Wege, wie man während des Refits auch bei Frustrationsphasen motiviert bleiben kann und wie Ihr neues Wissen von bisher unbekannten Themengebiete schnell und einfach lernen und anwenden könnt. 

Du findest das Buch “Von Null auf Langfahrt: Bootskauf und Refit für Anfänger” bei Amazon als Ebook, oder auch als Taschenbuch

LINK ZUM EBOOK

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Wir hoffen, dass wir dich damit etwas von dieser segelfreien Zeit ablenken können und du in diesem Buch vielleicht den ein oder anderen Tipp oder Inspiration für deinen Traumprojekt findest.

Cheers

Ruben

Verschoben ist nicht aufgehoben

Die ersten Monate des Jahres 2020 waren für uns schon sehr turbulent. Es gab einiges zu tun und die ToDo Liste wurde einfach nicht kleiner. Kein Wunder, wenn man überlegt, was man für eine so lange Reise alles beachten muss.
Zum einen ist da das Schiff: Letzte Arbeiten müssen noch erledigt werden. Wir haben die BENKO aus dem Wasser ans Land gekrant, um das Getriebe überholen zu lassen, sowie den Geräteträger zu installieren. Letzte Dokumente für die Fahrt müssen eingeholt werden, letzte Besorgungen gemacht werden und und und.

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Unsere Jobs haben wir beide schon Ende Februar gekündigt. Alles mit dem Ziel im März genug Zeit zu haben, unsere Wohnung in München aufzulösen und alle nötigen Behördengänge und sonstige restliche ToDos noch ohne „Arbeitsstress“ im Nacken erledigen zu können.

Unsere kleine Wohnung in München haben wir mittlerweile aufgelöst. 80% haben wir dazu auf dem Sperrmüll gefahren. Dabei hat sich hauptsächlich um typische Ikea-Einrichtungsgegenstände gehandelt wie sie zu tausenden in deutschen Haushalten stehen und viel Kram, der sich über die Jahre angesammelt hat.
Man merkt dann doch recht schnell, wie viel unnützes Zeug sich über die Jahre sammelt, auf das man eigentlich verzichten kann.
Die restlichen 20% stehen bei Steffi‘s Eltern im Keller und warten dort auf unsere Rückkehr :-).
Das ganze gibt einem echt ein komisches Gefühl. Man gibt sein sicheres Zuhause, in gewohnter Umgebung, auf um auf ein Boot zu ziehen, ohne große Sicherheiten mit ungewisser Zukunft.
Ich habe über 11 Jahre in dieser Wohnung gewohnt. Steffi ist die letzten beiden Jahre mit eingezogen, um sich Ihre Miete zu sparen. Viele Erinnerungen sind mit den Gegenständen dort verknüpft und haben den Abschied dort für mich etwas wehmütig werden lassen. Allerdings muss ich auch ehrlicherweise sagen, dass dann doch am Ende die Vorfreude auf das große Abenteuer überwiegt.

Unser ursprünglicher Plan war es, die Reise Anfang April 2020 starten zu lassen. Für die 3 Wochen Übergangszeit bis dahin, sind wir zu Steffi`s Eltern unters Dach gezogen, um von Dort aus noch die letzten Erledigungen zu machen und uns von unseren Freunden und Familien zu verabschieden.

Doch dann kommt alles ein wenig anders….
Innerhalb von kürzester Zeit, schafft es ein sehr kleines, nahezu unsichtbares, Teilchen unser, und das Leben von tausenden Menschen in Europa und weltweit deutlich zu verändern. Das Corona-Virus.

Die Grenzen von Deutschland, Österreich und Italien sind dicht. Ausgangssperren sind an der Tagesordnung und ein Großteil des öffentlichen Lebens steht still.
Wir haben uns ja auf viele Szenarien vorbereitet, aber mit einer weltweiten Pandemie haben wir wahrlich nicht gerechnet.

Der News-Stand ändert sich täglich. Aktuell könnten wir bestimmt irgendwie nach Italien kommen, allerdings würde das unsere Lage auch nicht wirklich verbessern.
Dort darf niemand das Haus verlassen. Aktuell steht die BENKO auf dem Land und das Getriebe ist ausgebaut.
Selbst wenn der Mechaniker das Getriebe wieder einbauen würde und die Marina uns das Schiff ins Wasser setzt, dürften wir den italienischen Hafen nicht verlassen.
Auch fehlt uns eine Person, die unser Auto dann wieder zurück nach Deutschland fährt und sich dann dort freiwillig in Quarantäne begibt….
Zusätzlich wird die Einreise in andere Länder immer schwieriger und es ist nicht gegeben, dass wir in andere Länder mit dem Schiff überhaupt einreisen dürfen.
Zusammengefasst also eine echte Schei… Situation und alles andere als für die Reisen geeignet.

Diese Gesamtsituation ist schon etwas frustrierend für uns. Seit 4 Jahren haben wir die Idee mit der Segelreise. Seit 2 Jahre haben wir jede freie Minute damit verbraucht die BENKO zu refitten, herzurichten, einzukaufen und zu planen. Seit geraumer Zeit fiebern wir auf Anfang April hin und haben alles auf dieses Datum hin ausgerichtet. Job, Wohnung, Versicherungen etc. Und dann kommt einfach eine höhere Gewalt und macht alle Pläne zu nichte und man kann einfach nichts dagegen machen. Da fühlt man sich schon machtlos…

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Trotz dieser Frustration liegt es aber in Steffi‘s und meinem Naturell, Sachen positiv zu betrachten und das Gute in der Situation zu sehen.
Zum einen sind wir beide verdammt froh, dass es uns und unseren Familien und Freunden gut geht.
Zum anderen sind wir auch froh, dass wir uns aktuell in München aufhalten können. So sind wir in der Nähe von unseren Liebsten, haben zur Not eine gute Gesundheitsversorgung und können die neugewonne Zeit noch für Vorbereitungsarbeiten nutzen.
Wie Ihr, verfolgen wir auch andere Segler weltweit, die sich gerade an abgeschiedenen Orten befinden und beobachten deren Lage gespannt.

Wir wissen natürlich, das ist Jammern auf hohem Niveau. Durch diese Krise sind wir alle betroffen. Größenteils deutlich schlimmer als eine verschobene Reise. Viele Leute haben Existenzängste. In Italien und weltweit sterben Menschen in den Krankenhäusern und wir merken, wie sich die Welt gerade beginnt zu verändern.
Dennoch wollten wir unsere Gedanken aus unserer Perspektive mit euch teilen, da wir einige Fragen von euch dazu bekommen haben.

Trotz des ganzen Ärgers, soll das nicht unser Vorhaben beenden. Von daher haben wir fogenden Plan gefasst:

Wir schauen uns die Situation noch bis Juni/Juli an. Wenn es sich bis dahin wieder etwas beruhigt hat, die Grenzen offen sind und die Einreiseregulierungen in den anderen Ländern überschaubar sind, ziehen wir unsere Reise ab Sommer durch.
Klar, dass wir deswegen Anpassungen an der Reiseroute vornehmen müssen, aber das sehen wir uns an, wenn es soweit ist.
Wenn es sich bis dahin nicht beruhigt hat, werden wir die Reise um 1 Jahr verschieben. Es macht einfach kein Sinn zu reisen, wenn wie aktuell, Länder zu machen und das öffentliche Leben stark eingeschränkt ist. Das macht weder uns, noch euch als Zuschauern Spaß. Aber darüber wollen wir noch garnicht nachdenken.

Wer weiß wozu das alles gut ist. Wir glauben, dass solche Sachen immer aus einem gewissen Grund passieren, auch wenn dieser aktuell noch nicht absehbar ist.

Aktuell bleibt nichts anderes übrig als abzuwarten und die Situation zu beobachten.

Bleibt gesund!

Cheers

Ruben

 

2019 – Was für ein Jahr!

Ich kann es kaum glauben, aber das Jahr 2019 ist wirklich in ein paar Tagen schon wieder um und unsere große Reise rückt immer näher. Es ist so wahnsinnig viel im letzten Jahr passiert…vor allem der riesige Fortschritt, den wir bei der Renovierung unserer Benko gemacht haben, ist unbezahlbar und zaubert uns zum Ende des Jahre ein dickes Grinsen ins Gesicht. Ab und an scrolle ich durch unseren Instagram Feed oder sehe mir unsere Video Trailer an und jedes mal kommt bei vielen Videos oder Bildern das gleiche Gefühl in mir auf: WoW – stimmt, das haben wir ja auch am Boot verändert, oder – Wahnsinn, so sah das einmal aus… Dies möchte ich unter anderem zum Anlass nehmen, um euch mit diesem Blogpost einen kleinen Jahresrückblick zu geben und noch einmal revue passieren zu lassen, was wir im Jahr 2019 zusammen alles geschafft haben.

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Die Arbeiten, die wir in der ersten Zeit direkt nach dem Kauf der Benko durchgeführt haben, waren meist mit zerstören, rausreißen und ganz viel Dreck verbunden. In den ersten Monaten 2019, haben wir immer noch unter der riesigen Plane gearbeitet, in der die Benko eingepackt war. Das hat sich in dieser Zeit eher weniger nach einem Boot angefühlt und uns zu 100% ein Baustellen Feeling vermittelt 😉

Das hat sich zu Frühjahr des Jahres 2019 geändert und das ganze Jahr lief ab dann unter dem Motto „Aufbauphase“. Wir konnten endlich einzelne Baustellen final abschließen, neu gekauftes Equipment einbauen, die riesige Plane abnehmen, die Optik der Benko Innen sowie auch Außen verändern und zu guter letzt die Benko zurück ins Wasser heben lassen. Das hat Ruben und mich nach der langen Zerstörungsphase wirklich nochmal mehr motiviert und uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Es würde jetzt den Rahmen sprengen auf jede einzelne Arbeit noch einmal im Detail einzugehen (und glaubt mir – ich würde sie trotz Hilfe der Videos gar nicht mehr alle zusammenbringen ;-)). Ich habe mir jedoch für euch ein paar kleine „Schmankerl“ herausgesucht, die Ruben und mir im Jahr 2019 besonders in Erinnerung geblieben sind.

Jeder der unsere Videos mitverfolgt hat kann sich bestimmt an meine Lieblings Aufgabe zurückerinnern: DÄMMEN. Das Dämmen hat mich über Monate begleitet und ich kann nach dem letzten Jahr behaupten, dass ich fast zu jeder Tageszeit, bei jeder Temperatur, an fast jeder Stelle der Benko, gedämmt habe. Wie viele Cutter-Klingen und Pappunterlagen ich in dieser Zeit kaputt gemacht habe, weiß ich leider nicht mehr (ich habe irgendwann aufgehört zu zählen ;-)). Was ich aber weiß, ich bin verdammt stolz auf das Endergebnis und den Effekt der die Dämmung hat. Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass ich das komplett allein durchgezogen habe und es auch funktioniert :-). Ich habe während des dämmens immer wieder festgestellt, wie gut sich die selbstklebenden Platten von Armacell verarbeiten lassen und muss zugeben, dass es vor allem aus diesem Grund die meiste Zeit Spaß gemacht hat :-).

So wie ich von der Dämmung, kann euch Ruben zum Thema ELEKTRIK ein Lied singen :-). Ruben hat euch bereits einem Blogbeitrag zu diesem Thema zusammen geschrieben (den Blogbeitrag findet ihr hier).
Ich möchte euch jedoch das Thema auch noch einmal aus meiner Perspektive beschreiben. Ich bin wirklich stolz auf Ruben, wie er sich anhand von Online Schulungen auf YouTube, Büchern oder über den direkten Austausch mit Personen so viel Wissen in so kurzer Zeit angeeignet hat und dadurch alleine innerhalb von kürzester Zeit die komplette 12v Anlage auf der Benko überarbeitet hat. Das beste an der ganzen Sache ist, dass vom tollen Lichtkonzept im Innenraum der Benko, der kompletten Verkabelung im Mast, über den Anschluss unserer Batterien im Motorraum wirklich alles funktioniert. Ich bin froh, dass Ruben hier so den Überblick hat und wir jetzt ein super funktionierende 12v Anlage auf der Benko haben.

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Eine Baustelle, die uns beim Refit wirklich viel Zeit und Nerven gekostet hat war unser DECK. Ihr könnt euch vielleicht noch daran erinnern, wie wir die ersten Löcher entdeckt haben und Ruben dann im Hochsommer 2018 den größten Teil des Teak Decks alleine weggehebelt hat. Unser Deck hat dann nach und nach immer mehr Form angenommen. Wir haben es nach dem Sandstrahlen wieder komplett neu aufgebaut. Es wurde lackiert und zu guter letzt haben wir uns entschieden den Decksbelag Kiwi Grip zu streichen. Mit dem Ergebnis unsere ersten Lackierarbeiten und der Wahl des Decksbelags sind wir immer noch sehr zufrieden :-). Die Arbeit und das lange durchhalten unter der Plane hat sich auf jeden Fall gelohnt.

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Gegen Ende des Jahres haben wir uns dann ans UNTERWASSERSCHIFF gemacht. Das Unterwasserschiff wurde ja bereits im Vorjahr gesandstrahlt und wir hatten von daher genug Zeit, uns mit dem Thema Antifouling zu beschäftigten. Wir haben uns dann am Ende für ein ganz bestimmten Unterwasseranstrich entschieden und zwar Copper Coat. Copper Coat wird in mehreren Schichten, nass in nass aufgetragen und eins kann ich euch versprechen, man weiß am Ende des Tages was man getan hat – Muskelkater und ein Kirchturmgrünes Gesicht inklusive ;-).

IMG_1589.jpgAus diesem Grund sind wir nochmal doppelt dankbar, dass wir beim streichen und späteren Anschleifen fleißige Helferchen mit dabei hatten.

Natürlich gab es im letzten Jahr auch Aufgaben, die wir ohne die Hilfe von Dritten nur schwer hätten schaffen können. Ihr wisst, uns ist es wichtig, dass wir so viel wie möglich selbst auf der Benko erneuern, allerdings haben wir uns bei manchen Bereichen dann doch lieber einen Experten dazu geholt :-).

Die LACKIERUNG unserer Benko. Vorab muss ich noch einmal erwähnen, dass dies für mich zu den motivierendsten Ereignissen im letzten Jahr gehört hat. Die Benko war  lange gar nicht sichtbar und unter der Plane versteckt. Als wir dann die Plane abgenommen haben, war ein blaues Schiff zu sehen, dass von außen jedoch ziemlich mitgenommen aussah.
Für ein paar Wochen ist die Benko dann in den Lackierer-Hallen unterwegs gewesen und als wir dann das erste mal einen Blick auf das Ergebnis werfen konnten, waren wir wirklich baff. Es ist erstaunlich, wie eine frische, schöne, neue Lackierung ein Boot so verändern und aufwerten kann. Die Jungs haben hier wirklich eine super Arbeit geleistet.

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Einige weitere Arbeiten in 2019, die wir ohne Experten nicht so gut hinbekommen hätten, möchte ich hier auch noch erwähnen:

  • Unsere Gasanlage und noch viel mehr. Danke Gregor für dein Hilfe und das du uns in den letzten zwei Jahren immer für Rat und Tat zur Verfügung gestanden bist.
  • Rigging & Ruder. Grazie an Vieri für die tolle Arbeit an unserem Ruder und dem Rigging.
  • Organisation von Sandstrahlen & vielen weiteren Fragen. Danke Mike für deine Hilfe bei einiger Arbeiten, die wir in 2019 auf dem Trockendock durchführen lassen haben.
  • Unsere Segel, Bimini und Sprayhood. Vielen Dank an Jana und Sascha von Sailservice Germany, die uns mit ihrem super Service und der guten Qualität immer wieder begeistern. Wir freuen uns schon auf unseren ersten Segeltörn mit dem neuen Segel.
  • Matratzen im Bug, Polster im Salon. Hier geht ein großes Danke an meine Mama, die sich teilweise spät Abends noch Stunden hinter der Nähmaschine verbracht hat, um alles fertig zu stellen.

Danke auch an alle Arbeiter in der Cantieri die Aprilia, die uns immer mit einem freundlichen Lachen begrüßt haben und die Benko ohne Schäden auf dem Gelände mit dem Kran bewegt haben :-).

Und zu guter letzt möchten wir uns natürlich bei allen Bedanken, die uns im letzten Jahr persönlich, über YouTube, Instagram, Facebook, per E-Mail begleitet und motiviert haben. Ein großes Dankeschön gilt an unsere Patrons – wir wissen euren finanziellen Support wirklich zu schätzen.

Wir wünschen euch ein gesundes, glückliches Jahr 2020!

Wir freuen uns auf alles was noch kommt und teilen dies natürlich weiterhin mit euch.

Alles Liebe

Steffi

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Hühnchenbrust & Erste Hilfe an Bord ?

Hey Leute,

im März diesen Jahres bzw. genau genommen vor zwei Wochen konnte ich endlich mein Geburtstagsgeschenk einlösen, dass ich letztes Jahr von Ruben bekommen habe. Ihr seid gespannt was das genau war und warum ich diesem Geschenk gleich einen ganzen Blogpost widme ;-)? Dann will ich euch nicht länger auf die Folter spannen. Es war der Kurs „Medizin an Bord“ von Seadoc.de der in den Räumlichkeiten der JOJO Wassersportschule in München stattgefunden hat. Ein Erste Hilfe Kurs zum Geburtstag? mag vllt. erstmal etwas „unsexy“ klingen, ich habe mich aber wie ein Schnitzel gefreut und zuerst gegoogelt, was der Kurs denn alles beinhaltet.

Der Kurs fand an einem Wochenende statt also zwei Tage, einmal am Samstag von 10-19 Uhr und am Sonntag von 10-16 Uhr. Klingt auf den ersten Blick lange, aber ich kann euch sagen so schnell ist die Zeit außerhalb der Benko-Refit-Wochenenden schon lang nicht mehr verflogen ;-).

Der Kurs war gut besucht und nach einer kleiner Vorstellungsrunde auch seitens unseres Kursleiters Dr. Fabian Steffen der selbst begeisterter Segler, Intensiv- und Rettungsmediziner und ausgebildeter „Notarzt-See“ ist, freuten wir uns umso mehr auf zwei lehrreiche, spannende Tage.

Ich hoffe ihr versteht, dass eine detaillierte Zusammenfassung der kompletten zwei Tage den Rahmen des Blogpost sprengen würden ;-). Ich möchte mit euch jedoch gerne ein paar meiner Gedanken sowie ein paar Bilder die während des Kurses entstanden sind teilen.

20190330_150140.JPGFoto: Mareike – vielen Dank dafür 🙂

Wenn ich an Alltagssituationen denke ist man doch meistens recht schnell dabei sich einen Rat in der Apotheke um die Ecke zu holen oder gleich einen Arzttermin zu vereinbaren. An Bord ist dies allerdings oft nicht möglich und man ist erstmal für Stunden oder sogar auch Tage auf sich allein gestellt. Eines sollte man doch immer beachten und das war ein Satz den uns Fabian ganz am Anfang des Kurses mit auf den Weg gab: „Ihr sind Laien und keine ausgebildeten Ärzte“. Ziel des Kurses ist es im schlimmsten Fall auch als Laie eine Erstversorgung und die Versorgung bis zum Eintreffen von professioneller Hilfe als durchzuführen zu können.

Ein Fragen-Schema, dass ich wirklich super finde (da man es sich auch recht easy merken kann 🙂 sind die sogenannten Immer-Fragen, die Fabian uns mit auf den Weg gegeben hat und während des Kurses immer und immer wieder wiederholte. Die folgenden vier W-Fragen sind die Basis und sehr wichtig um sich einen ersten Eindruck der Lage von einer kranken bzw. verletzten Person bei Bewusstsein zu schaffen:

  • Was?
  • Wo?
  • Wie?
  • (seit) Wann?

Ergänzend zu diesen Fragen sollten auf jeden Fall auch immer Vorerkrankungen, Allergien und die evtl. Einnahme von Medikamenten abgefragt werden.

Dieses vier W-Fragen habe ich mir ganz groß vorne in meinen Notizblock notiert, weil dies die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen ist die man in einer solchen Situation treffen muss.

Nun aber zurück zum weiteren Ablauf des Kurses. Der Kurs war wirklich super aufgebaut und es gab keine zu langen Theorie-Phasen sondern wir durften auch richtig viel in der Praxis ausprobieren :-). Vom Blutdruck messen über Wundverbände anlegen, Spritzen geben, Infusionen legen…war wirklich alles dabei. Mein persönliches Highlight war das setzen einer Naht bei klaffenden Verletzungen. Hierzu möchte ich aber auch noch einmal betonen, dass es grundsätzlich keine empfohlene Vorgehensweise ist eine Wunde als Laie selbst zu nähen. Das Risiko Bakterien in die Wunde einzuschließen ist viel zu groß. Wundränder die bei einem Sturz etc. entstehen sind in den meisten Fällen nicht glatt sondern die Hautränder sind ungerade und daher ist hier aller größte Achtung geboten. Fabian wollte uns mit dieser Praxisübung vor allem zeigen wie schwierig es ist eine sterile Umgebung zu schaffen sowie das OP-Besteck richtig zu führen um eine Wunde als Laie zu schließen. Ich möchte euch doch an unserem kleinen Versuch teilhaben lassen und habe deshalb ein paar Fotos von unserem verletzten Hühnchen beigefügt ;-):

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Hier seht ihr das sterile OP-Besteck. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie schwierig es ist hier erst einmal alles zu deponieren ohne irgendetwas zu berühren. Stellt euch das mal auf einem Segelboot bei Wellengang vor?
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Ruben bei der Hühnchen OP-Vorbereitung 😉
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Hoch konzentriert – der erste Stich 😉

 

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Sieht doch ganz okay aus ;-)?
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Hühnchen „gerettet“ (fast) ;-). Wir überlegen uns das dann nochmal mit dem Nähen auf der Benko ;-).

Am Abend gingen wir mit einer Menge an neuem Wissen nach Hause und gönnten uns erstmal ein leckeres Abendessen bei dem nochmal das ein oder andere Thema diskutiert wurde :-).

Ausgeschlafen starteten wir in den zweiten Kurstag. Da der zweite Tag nicht mehr so viele zeitaufwändige Praxisübungen beinhaltete konnten wir mit Fabian auch nochmal ein paar über Nacht entstandene Fragen zum Vortag klären und er erzählte uns auch die ein oder andere super interessante Anekdoten aus seinem Arzt-Alltag 😉 und seinem Aufenthalt in Afrika. Damit ihr aber einen kurzen Überblick bekommt welche Themen der zweite Tag beinhaltete habe ich diese hier noch einmal aufgeführt:

  • Leitsymptom Bauchschmerzen
  • Vorbereitung auf Reisen, Impfen, Infektionen
  • Tierbisse
  • Kommunikation und Bergung
  • lebensbedrohliche Situationen

Wie ihr also sehen könnt haben wir nochmal eine Reihe an interessanter Themen am zweiten Tag durchgenommen und den ein oder anderen AHA-Moment erlebt :-). Ich persönlich finde es wichtig medizinische Grundkenntnisse immer mal wieder aufzufrischen und bin von dem Angebot eines thematisch angepassten Kurs für die Medizin an Bord sehr begeistert. Solltet ihr auch eine längere Reise auf dem Wasser planen oder regelmäßig Charter-Urlaube machen kann ich euch einen solchen Kurs nur empfehlen. Und wie Fabian so schön sagte, es geht nicht darum aus euch in zwei Tagen medizinische Profis zu machen, sonder darum, dass ihr wisst was ihr in Notsituationen an Ersthilfe leisten könnt oder wo ihr in solchen Situationen nachlesen könnt.

Passen zum Kurs gab es die Medizintafeln „Erste Hilfe an Bord“. Die Medizintafeln werden auf jeden Fall zusammen mit einem strukturierten Ordner mit wichtigen Unterlagen einen Platz auf der Benko bekommen. Ruben und ich hoffen aber natürlich, dass wir das rote Buch fast nie auspacken müssen :-). Unter anderem enthalten die Medizintafeln eine eine Medikamenten-Tabelle in der die wichtigsten Medikamente aufgeführt sind die man bspw. für Törns unter/über 24h oder Langfahrten an Bord haben sollte. Diese Tabelle finde ich wirklich super hilfreich und kann ich nur empfehlen.

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Schön, dass du auf unserem Blog vorbeigeschaut hast. Wir freuen uns auch immer sehr,  vor allem bei so wichtigen Themen, wenn du deine Erfahrungen und Meinungen zum Thema Erste Hilfe Kurse und im speziellen Erste Hilfe an Bord mit uns teilst.

Alles Liebe eure

Steffi xxx

Elektronik an Bord

Die Elektronik an Bord, ein großes Thema für sich. Ich habe mich dran gewagt und mir hat es große Freude bereitet 🙂

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HINWEIS:
Arbeiten an der Elektrik ohne fundierte Ausbildung ist gefährlich! Bevor Ihr so etwas macht, ist es immer ratsam sich Rat von einem Experten zu holen. Alle Hinweise in diesem Artikel sind ohne Gewähr und müssen nicht zwingend richtig sein.
Ich selber lasse die Anlage noch einmal von einem Elektriker abnehmen, um sicher zu sein keinen groben Fehler begangen zu haben. Das kann ich nur jedem empfehlen!
Es geht nur um die 12v Anlage, die 230v Anlage lasse ich völlig unberührt.

Die Vorbereitung:
Wie Ihr wahrscheinlich schon mitbekommen habt, bin/war ich auch in Sachen Elektrik ein völliger Laie. Aber ich liebe es, mich in neue Sachen hineinzufuchsen, Wissen aufzusaugen und das Erlernte anzuwenden.
Als erstes habe ich mit einen Haufen Bücher gekauft, die die Grundlagen der 12v Elektrik, als auch der Bootselektrik beinhalten. Damit konnte ich mir schon mal ein gewisses Grundwissen aufbauen.
Danach ging es auf Youtube. Hier wimmelt es von guten, nicht ganz so guten Tutorials, von den unterschiedlichsten elektronischen Arbeiten. Besonders hervorzuheben ist allerdings diese Reihe:

Es ist ein Mitschnitt von einem Marine-Elektronik-Seminar, was von A bis Z jedes Thema anschneidet und teilweise auch sehr anschaulich erklärt. Dauer ca. 6 Stunden und gute Englischkenntnisse vorausgesetzt.
Ich fand das Seminar aber so gut, dass ich es mir gleich zweimal an unterschiedlichen Tagen reingezogen habe 🙂

Zusammengenommen haben mir diese Vorbereitungen gutes Rüstzeug gegeben, um auf meiner bestehenden 12v Anlage aufzubauen.

Die Basics:
12v Elektro Basis-Tutorials gibt es weit aus bessere als dieser Post. Von daher versuche ich erst garnicht zu sehr in die Tiefe zu gehen sondern eher einfach erlerntes so verständlich wie möglich weiterzugeben.
Die Begriffe werden nicht technisch korrekt beschrieben, sondern so, dass man sie hoffentlich auf Anhieb versteh kann.

Neben vielen weiteren, gibt es 4 wichtige Begriffe, die man verstehen muss, bevor es losgeht.

Volt:
Ist die elektronische Spannung. In unserem Fall vereinfacht 12v. Je nach Batterieladezustand kann das natürlich etwas abweichen. z.B. 11,8v oder 12,4v

Watt:
Ist die elektrische Leistung eines Verbrauchers und ist meistens im Datenblatt zu finden, oder steht direkt auf dem Verbraucher (z.B. Leuchtmittel).

Ampere:
Ist die Stromstärke. Sie ist meist auch im Datenblatt oder auf dem Gerät zu finden und wenn nicht, auch leicht zu errechnen. Watt : Volt = Ampere

Widerstand:
Alles (Verbraucher, Kabel, Sicherungen etc.) hat einen gewissen Widerstand. Dieser sollte möglichst gering gehalten werden, damit auch genug Strom am Verbraucher ankommt.

Kabeldicke:
Gerade bei 12v Anlagen essentiell. Kupferkabel haben einen gewissen Widerstand. Lässt man zu viel Ampere in ein zu kleines Kabel fließen, ist der Widerstand irgendwann so hoch, dass nur noch sehr wenig Strom am anderen Ende ankommt und der Verbraucher ggf. mit zu wenig Spannung versorgt wird. Zusätzlich kann sich das Kabel durch die hohen Stromstärken so stark erhitzten, dass es zum Brand kommen kann.
Von daher ist es wichtig immer Kabel mit den richtigen Querschnitt zu wählen. Dafür gibt es extra Tabellen und Rechner aus denen das ersichtlich wird.

Hier ein Beispiel:

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Wichtig im martimen Bereich ist noch die folgende Faustregel: Einen Spannungsverlust kann man nie komplett vermeiden, da alles einen Widerstand hat. Man sollte allerdings bei der Wahl des Kabelquerschnitts darauf achten, dass allgemeine Verbraucher nicht mehr als 5% und essentiell wichtige Verbraucher, wie z.B. Navigationslichter, nicht mehr als 2% Spannungsverlust haben.

Verbindungen:
Besonders in der Schifffahrt ein spezielles Thema, da normale Verbindungstechniken, wie im Haushaltsbereich, sich gerne aufgrund der Vibrationen und Bewegungen des Schiffes lösen.
Von daher ist die Empfehlung der Profis mit Crimpverbindungen zu arbeiten. Man „quetscht“ also das Kupfer im Kabelende in eine Form, z.B: Ringschuh, was eine Schraub, Steck oder Crimpverbindung zulässt, welche beständiger gegen Bewegungen ist.
Diese Verbindung sollten immer von einem Schrumpfschlauch ummantelt sein. Das ist ein Schlauch, den man über Kabel und Verbindung zieht und der sich durch Hitze an die Form der beiden Komponenten anpasst. Dadurch wird sichergestellt, dass die Verbindung isoliert ist und das Kupfer wesentlich langsamer korrodiert als wenn es frei an der Luft ist.

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Absicherung
Das A und O sind Sicherungen. So verhindert man, dass bei zu starken Stromflüssen, oder Kurzschlüssen, Leitungen überhitzten und anfangen zu brennen.
Es kann also nicht genug davon geben und man installiert sie traditionell in der positiven Leitung.
Viele Leute machen den Fehler nur direkt hinter dem Verbraucher eine Sicherung zu setzten, vergessen aber, dass die Gefahr vor allem auch von der Batterie ausgehen kann. Von daher als Faustregel immer im Kopf behalten: Man sichert vor allem das Kabel und nicht nur den Verbraucher. Von daher am besten nach jedem neuen Kabelanschluss eine Sicherung einbauen.
Sicherungsarten gibt es wie Sand am Meer. Bei mir habe ich mich für klassische Flachsicherungen und AGU Glassicherungen entschieden. Diese sind auch im KFZ Bereich bewährt.

Die Durchführung:

Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Also schaut man sich erst mal das bisherige System an und versucht die verschiedenen Verbindungen und Kabel zu definieren. Am besten hat man dazu ein Schaltplan des alten Systems. In meinem Fall gab es das leider nur von der 230v Anlage, also musste ich mir alles selber erschließen. Ich musste in jede Ritze krabbeln und mit vielen kleinen Tests mir die Stromverläufe erschließen.
Wichtig dabei, hinterfragt alles. Warum läuft die Leitung so und nicht anders? Muss hier nicht eine Sicherung rein? Sind die Leitungen dick genug? etc.

Wenn das gemacht ist, erfolgt der zweite Schritt. Alle neuen und alten Verbraucher und die ungefähre Nutzungsdauer am Tag inkl. der Ampereleistung der Verbraucher aufschreiben.
Ziel dieser Übung ist es herauszufinden, welche Größe eure Batteriebank haben sollte. Also, wieviel Stromspeicher benötigt wird, um eure elektrischen Bedürfnisse zu befriedigen.

Schaut euch auch unbedingt eure alten Batterien an. Wieviel Ampere haben Sie? Welche Art sind sie? Gibt es getrennte Start und Verbraucherbatterien? Wie alt sind die Batterien?

Das Thema Batterien ist noch mal ein ganz eigenes und ich möchte es hier nur kurz mit ganz allgemein gehaltenen Daumenregeln streifen. Es gibt hier noch viel mehr zu sagen, was aber den Rahmen sprengen würde. Von daher lohnt es sich,  hier genauer einzulesen.

Generell sind drei Batteriearten die gängigsten (Gel habe ich mal ausgelassen):

Klassische Blei-Säure Batterien:
Vorteil: Günstig, überall zu bekommen
Nachteil: Muss regelmäßig gewartet werden, sollte nur bis max. 50% entladen werden

AGM Batterien:
Vorteil: Wartungsfrei, Können bis ca. 60-80% entladen werden
Nachteil: Teurer als klassische Blei-Säure Batterien

Lithium Batterien:
Vorteil: Wartungsfrei, leicht, Können bis zu 100% entladen werden
Nachteil: Extrem teuer

Anhand dieser kleinen Auflistung kann man schon sehen, dass es hier viel Raum für Diskussionen gibt, welche Batterie die bessere ist 🙂

In meinen Fall habe ich mich für 3 AGM Batterien entschieden. 1x 70A als Starterbatterie und 2x 170A als Verbraucherbatterien.
Vorher waren klassische Blei-Säure Batterien installiert. Von daher ist es wichtig die gesamte Ladetechik umzustellen, da jeder Batterietyp noch mal andere Ladeströme hat. Von daher hab ich auch einen neuen Laderegler angeschlossen, der zur Not auch verschiedene Batterietypen laden kann.

Hat man also Stromverbrauch und Batterietyp herausgefunden geht es an die Verbraucher.
Man muss sich die Frage stellen, welche neuen Verbraucher kommen hinzu und (wenn man auf einem alten System aufbaut) reichen die vorhandenen Kabelquerschnitte um die Amperezahl ohne großen Spannungsverlust durchzulassen, oder müssen diese ggf. auch ausgetauscht werden?
Zusätzlich lohnt es sich alle Lampen durch LED’s zu ersetzten, da man hier einiges an Strom einsparen kann.

Jetzt ist auch an der Zeit über Stromgewinnung nachzudenken. Auf unserer Benko werden wir 3 Solar-Panels á 150 Watt und einen Windgenerator à 350 Watt installieren, um auch unterwegs Strom erzeugen können können.
Diesen Strom gilt es natürlich in das Netz , bzw. in der Bordbatterien einzuspeisen. Hat man Solar, kann ich euch die MPPT Laderegler empfehlen. Die holen ca. nochmal 30% mehr aus den Panels raus, als es PWM Laderegler können..

Den Status der Einspeisung und den Verbrauch misst man am besten mit einem Batteriemonitor. Hier wird ein sogenannter Shunt in die Negativleitung zur Batterie eingebaut. Durch diesen sollten dann alle Leitungen fließen, sodass er an einem kleinen Monitor den Status der Batterien anzeigen kann. Das hilft dabei die Übersicht zu behalten

Und schon kann es an die Verkabelung gehen 🙂
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Viel Spaß!

Cheers

Ruben

 

 

Glücksmomente!

Was hat dich im letzten Jahr verändert, was hat dich glücklich gemacht, was hat dich wirklich viel Kraft gekostet, welche Erlebnisse waren deine ganz persönlichen Glücksmomente…?

Mit dem Beginn eines neuen Jahres lasse ich immer gerne einmal das vorherige Jahr Revue passieren und stelle mir genau diese Fragen. Meine Gedanken möchte ich in diesem Blogpost mit euch teilen und vielleicht den Einen oder Anderen anregen das Gleiche zu tun und für sich seine persönlichen Glücksmomente 2018 herauszufinden.

Ich hätte nie gedacht, dass wir unseren Traum vom eigenen Segelboot so nah kommen. Beim Durchforsten meiner Bilder auf dem Handy und der YouTube Videos, ist mir wieder bewusst geworden, was wir 2018 bereits alles an der Benko geschafft haben. Die Wochenenden und die Arbeit am Boot haben natürlich nicht nur bewirkt, dass wir ein großes Stück unseres Refits geschafft haben, sondern hat mich auch dazu gebracht manche Erlebnisse noch einmal im Nachhinein reflektieren zu lassen. Ich habe einiges gelernt….

Durchhaltevermögen – nicht immer gleich aufzugeben wenn etwas nicht klappt – über den Tellerrand zu blicken – Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen – über den eigenen Schatten zu springen – an seine eigenen Grenzen zu kommen – eine Menge Spaß zu haben bei Sachen, die zuerst nach weniger Spaß aussahen –  und sich vor allem immer wieder vor Augen führen, wie das Gefühl sein wird, wenn alles fertig ist :-).

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Es wäre gelogen, wenn Ruben und ich sagen würden, dass wir in 2018 alleine auf alle Fragen eine Antwort oder für Probleme eine Lösung gefunden haben. Ohne den Support unserer Familien wäre das alles nicht möglich und würde nur halb so viel Spaß machen. Es macht mich sehr glücklich, dass sie uns wo es nur geht unterstützen und sich für uns freuen, dass wir dieses Projekt zusammen umsetzen können. Unsere Freunde zeigen uns auch immer wieder, dass sie an unser Projekt glauben und es wo es nur geht unterstützen.

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Ein ganz großer Glücksmoment den ich 2018 erleben durfte war der Abschluss meines dualen Bachelor Studiums. Ich bin rückblickend immer wieder stolz und glücklich, dass ich mich vor drei Jahren dazu entschieden habe, diesen Weg einzuschlagen und mich für ein Studium neben dem Beruf zu entscheiden. Die Phase meiner Abschlussarbeit letztes Jahr habe ich vor allem durch die Unterstützung und Rücksicht meiner Eltern, meiner Schwester, Ruben, meiner Freunde und Arbeitskollegen erfolgreich meistern können. Für das aushalten meiner unausstehlichen Laune und dem Korrekturlesen möchte ich mich nochmal bei allen entschuldigen und bedanken ;-). Ohne euer positives Zureden,  hätte ich das alles nicht so gut hinbekommen. Ein Satz der mir vor allem im Gedächtnis geblieben ist lautet wie folgt: „Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde niemals etwas fertig“ – Mark Twain. Mein Mark Twain war in diesem Fall meine Mama – Danke Mama :-)!

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2018 hat mir ebenfalls wieder gezeigt, dass ich großes Glück hatte meine bessere Hälfte Ruben kennengelernt zu haben. Ruben steckt seit Beginn unseres gemeinsamen Projekts so viel Leidenschaft, Energie, Zeit, Ideen und Freude in die Benko, dass man klipp und klar sagen muss – ohne ihn würde alles zu diesem Zeitpunkt nicht so fortgeschritten sein, wie es ist. DANKE für deine Ausdauer, deine Geduld, die ich manchmal durchaus auf die Probe stelle ;-), deine Motivation, die vielen lustigen Momente in 2018 und danke, dass ich mich immer in sämtlichen Lebenslagen auf dich verlassen kann.

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Ein weiterer Glücksmoment ist natürlich unsere „Sailing Benko Familie“. Es ist für mich beeindruckend wie viele Menschen sich für unser Projekt und unsere Videos interessieren und unsere Community Stück für Stück wächst. Das macht mich definitiv glücklich. Danke an die Personen, die uns über die verschiedenen Kanäle mit ihrem Zuspruch und ihrer Erfahrung unterstützen. Vielen Dank auch an die Menschen da draußen, die vllt. zu den „stillen“ Zuschauern unserer Videos gehören, uns aber mit einem Daumen nach oben glücklich machen und uns so zeigen, dass ihnen die Videos gefallen.

In 2019 wird es, wie auch in 2018, Herausforderungen geben, aber vor allem eine riesige Menge an neuer GLÜCKSMOMENTE, die wir weiterhin mit euch teilen möchten.

Ich wünsche euch, dass ihr selbst eure persönlichen Glücksmomente sammelt und freue mich auf ein tolles Jahr 2019!

xxx Steffi

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Die ersten Erfahrungen!

In den letzten vier Monaten ist so einiges passiert und ich möchte dies einmal zum Anlass nehmen und ein paar meiner Gedanken und Erfahrungen in einem Blogpost mit euch teilen.

Zuerst einmal möchte ich mich bei allen da draußen bedanken, die uns in den letzten Wochen mit aufmunternden Worten, konstruktiver Kritik oder auch mal mit einer komplett anderen Meinung zu einem Thema unterstützt und auch weitergebracht haben. Vielen Dank dafür! Für Ruben und mich ist es das erste Mal, dass wir so ein großes gemeinsames Projekt durchführen und ebenso das erste Mal, dieses mit der Kamera begleiten und mit vielen, fremden Menschen teilen. Wir haben jedoch großen Spaß daran, euch an diesem Projekt teilhaben zu lassen und sind weiterhin offen für all eure Kommentare. Es macht Spaß, vor allem die Erfolge, aber auch die kleinen bösen Überraschungen, die unsere Reinke mit sich bringt, mit vielen Menschen zu teilen und auch oft mal zu sehen, dass es anderen nicht viel anders ergeht 😉.

Und ja, wir haben aktuell einen vollgepackten „Renovierungskalender“ und ja, manchmal ist das Ganze auch tatsächlich richtig anstrengend. Wir freuen uns jedoch immer wieder am Freitag ins Auto zu steigen und nach Italien zu fahren. Für uns ist diese Distanz zum Alltag und zur gewohnten Umgebung, auch richtig gut um abschalten zu können. Jedesmal wenn wir in Italien ankommen denken wir, was doch nur fünf Stunden Autofahrt ausmachen können. Zack, ist man in einer komplett anderen Welt.

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Die schönen Momente haben in den letzten Monaten auf jeden Fall überwogen, jedoch hatte ich natürlich auch vor vielen Dingen großen Respekt. Gerade als Frau, die in den letzten Jahren vllt. ab und an mal einen Hammer oder eine Bohrmaschine in der Hand hatte, habe ich großen Respekt vor den Aufgaben und Geräten in den letzten Monaten gehabt. Aber man wächst mit seinen Aufgaben, und mittlerweile schwärme ich bei Ruben sogar schon über mein geliebtes „Bosch Power Tool“ 😉. Vielleicht denkt sich der eine oder andere unter euch immer noch, Frauen und Handwerken, Frauen und so ein großes anspruchsvolles Bootsprojekt. Aber ich muss sagen diese Gedanken sind komplett unberechtigt. Wenn man für eine Sache brennt, dann ist das wirklich komplett egal um was es sich handelt und ich finde es großartig, solche Erfahrungen zu machen und mich in manche Dinge reinzufuchsen, neue Dinge kennenzulernen und auch mal Fehler zu machen, aus denen man dann aber wieder lernt. Auch wenn ich Ruben vllt. manchmal etwas kirre mache, haben wir für alles immer einen Weg zusammen gefunden 😊.

Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Ich freue mich auf jeden weiteren Schritt der uns bevorsteht. Wir werden zusammen Höhen und Tiefen meistern und unsere Reinke zu einem Schmuckstück machen 😊. Viele von euch, die selbst schon einmal an einem zeitaufwendigen Projekt gearbeitet haben, wissen, dass man auch im privaten Umfeld Abstriche machen muss. Hier erfährt man wieder wie wichtig Familie und Freunde sind. Es wäre gelogen, wenn ich hier schreiben würde, dass es mir aktuell nichts ausmacht, die Grillparty oder die Geburtstagseinladung am Wochenende ausfallen lassen zu müssen, jedoch hat man im Gegenzug ein Ziel vor Augen. Wir versuchen so gut es geht unsere Familien und Freunde mit ans Boot zu nehmen und sind auch froh darüber, dass sie uns in der letzen Zeit so wahnsinnig unterstützt haben und wir immer wieder Zuspruch für unser Projekt bekommen.

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Wann habt ihr mal etwas gewagt, was ihr euch evtl. vor ein paar Jahren noch gar nicht hättet vorstellen können? Oder plant ihr gerade ein Projekt, dass euch auch alles abverlangt und in das ihr aber auch jede Minute eurer Freizeit hineininvestieren möchtet und dafür brennt? Wir freuen uns über eure Stories, denn zusammen macht das doch gleich viel mehr Spaß 😊!

Ich freue mich auf die weitere Zeit!

xxx

Steffi

 

 

Paar-Skippertraining – Wirklich?!

Die Zeit vergeht so schnell und zack ist es schon wieder Ende Juni. Ich möchte euch jedoch meine gesammelten Erfahrungen von unserem Paar-Skipper Training, das wir Anfang Mai 2018 absolviert hatten, nicht vorenthalten.

Auf den ersten Blick klingt ein Paar-Skippertraining eher etwas gewöhnungsbedürftig, zumindest ging es mir so, als Ruben mir den Vorschlag machte 😉. Wir haben uns jedoch für dieses Training entschieden, da es darauf ausgelegt ist bestimmte wichtige Manöver auch zu zweit durchführen zu können. Vor allem bei unserem letzten Segeltörn in Griechenland, den wir ja spontan zu zweit gemacht haben, ist mir und Ruben aufgefallen, dass mir bei vielen Sachen noch das Wissen und die Sicherheit fehlt.

Gesagt getan, wir haben uns für den einwöchigen Kurs bei Oceans Eleven angemeldet und waren schon super gespannt. An Bord sind bei diesem Skippertraining zwei Pärchen und der Skipper.

Der Starthafen war Palma de Mallorca und wir sind nach einem entspannten Flug bei Sonnenschein im Hafen von Palma angekommen und haben unsere Yacht „Kathy Cool“ in Empfang genommen. Wir waren die Ersten an Bord und haben uns deshalb auch gleich um das Verstauen der Verpflegung für die Woche gekümmert. Gegen Nachmittag ist dann auch das zweite Pärchen eingetroffen, mit denen wir uns auf Anhieb gut verstanden. Gegen späten Abend kam dann auch unser Skipper Rainer mit an Bord und die Crew für die nächste Woche war komplett. Wir saßen am Abend noch bei einem Glas Rotwein zusammen und unser Skipper Rainer fragte jedes Pärchen, was es sich denn als Ziel für diese Woche vorgestellt hat. Für Ruben und mich war es vor allem wichtig beim An- und Ablegen Sicherheit zu bekommen bzw. ein „Mann über Bord Manöver“ zu zweit zu fahren und einiges über die Kommunikation zu zweit an Bord zu lernen.

Am nächsten Morgen starteten wir mit ein paar lustigen Anekdoten zur Denkweise von Männern und Frauen in den Tag, die jeden aus der Crew zum Schmunzeln brachten 😉.

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Die Woche war im Großen und Ganzen so aufgeteilt, dass am Vorabend immer besprochen wurde wo es in den nächsten Tagen hingehen sollte und pärchenweise auch die Törnplanung erstellt wurde. Rainer war es vor allem wichtig, dass wir auch ohne elektronische Geräte unsere Tagesziele planen können. So griffen wir auf die klassischen Seekarten und das entsprechende Werkzeug zurück. Die ersten Tage waren für mich wahnsinnig anstrengend, doch es machte von Anfang an wieder riesig Spaß zu Segeln. Wir übten wie man am besten zu zweit Wenden und Halsen fährt, übten fast jeden Tag das An- und Ablegen und einen Tag mehrmals das „Mann über Bord Manöver“. An diesem Tag sagte sowohl Ruben als auch der Skipper Rainer zu mir, dass man deutlich gemerkt hat, wie der „Knoten“ in meinem Kopf geplatzt ist 😉. So war es auch. Durch das ständige Wiederholen hatte ich mittlerweile richtig Spaß am An- und Ablegen, das mir vor einer Woche immer etwas Bauschmerzen bereitet hatte. Rainer zeigte uns außerdem immer wieder mal Tipps und Tricks die einem das Leben zu zweit an Bord leichter machen. Einen Nachmittag übten wir zum Beispiel das richtige Werfen von Tauen, was vor allem beim Anlegen die halbe Miete ist.

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Ich merkte bereits während der Woche, dass mir viele Abläufe an Bord, von der Leinenführung, bis zu den  verschiedenen Segelstellungen, eigentlich die wichtigsten Zusammenhänge viel klarer geworden sind. Ich fühlte mich einfach viel sicherer und das wirkte sich auch auf die Kommunikation mit Ruben an Board aus. Wir konnten zum Ende der Woche mit wenigen Worten und einer ruhigen Stimmung die Segelyacht händeln.

Ich kann diese Art von Skippertraining wirklich jedem empfehlen, der vor hat, entspannte Urlaube oder sogar eine längere Reise zu zweit auf einer Segelyacht zu verbringen. Ich habe selbst gemerkt, wenn man die ersten Basics beherrscht, macht das Segeln und das Drumherum gleich nochmal doppelt und dreifach so viel Spaß 😊.

Vor allem eine Sache habe ich aus dieser Woche mitgenommen. Oft sind die Aufgaben zwischen Pärchen meist sehr unlogisch an Board aufgeteilt. Warum sollte die Frau, die viel weniger Kraft hat die komplette Leinenarbeit übernehmen und der Mann steht hinter dem Steuer? Jedes Pärchen sollte versuchen die bestmöglichste und sinnvollste Lösung für sich zu finden. Ruben und ich haben das auf jeden Fall in dieser Woche gelernt und im Anschluss in unserer zweiten Woche auf Mallorca umgesetzt – und es hat geklappt 😊!

Wir werden dieses Training nach unserem Refit mit der Reinke auf jeden Fall noch einmal wiederholen und ich freue mich jetzt schon drauf.

xx Steffi

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Was für ein Gefühl… Bootseigner

Es gibt mache Situationen im Leben die sind nur schwer zu beschreiben, wenn man es nicht selber erlebt hat. Eines davon ist wohl auch ein Boot zu kaufen 🙂

Für Steffi und mich ist das Gefühl einfach überwältigend. Lange haben wir davon geträumt und nun ist es endlich war.
Es ist unser allererstes Boot und langsam zu realisieren, dass es man jetzt Bootseigner ist, ist schon was ganz besonderes.
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Ende März bin ich nochmal in die Marina San Rocco gefahren, um mit den bisherigen Eignern eine Feineinweisung vorzunehmen, das Boot kranen zu lassen und den Papierkram zu erledigen. Steffi musste leider Ihre Bachelorarbeit fertig schreiben und hatte dadurch keine Zeit mich zu begleiten.

Als der Vertrag dann unterschrieben war und man selber die Schlüssel in der Hand hält und zu wissen, dass die komplette Verantwortung für eine 12 Meter Stahl-Yacht in den eignen Händen liegt, ist wirklich unbeschreiblich. Ich konnte mein dämliches Grinsen auf der gesamten nach-hause-Fahrt einfach nicht abstellen 🙂

Man hat auch deutlich gemerkt wie es den bisherigen Besitzern bei der Übergabe ging. Sie konnten sich nur schwer von der Reinke trennen und es war schon etwas emotional. Sehr verständlich, wenn man überlegt, dass sie das Boot gebaut und seit 2006 regelmäßig gefahren sind. Aber genau das hat uns in unsere Entscheidung, das Boot zu kaufen, bekräftigt. Hier hat man deutlich gemerkt, wieviel Arbeit und Liebe bisher in das Boot geflossen ist und wir haben genau das selbe vor!

Mit dem unterschriebenen Verkaufsvertrag beginnt leider nun einen ganze Reihe von Papierkram, der für mich komplett neu ist und den ich hier gerne aufführe, wenn jemand von euch auch mal ein Boot kaufen möchte. Für mich eher der unangenehme Teil, aber auch an diesen muss gedacht werden!

1. Kaufvertrag
Die Möglichkeiten einen Kaufvertrag abzuschließen sind schier endlos. Vom Bierdeckel bis hin zum rechtlich geprüften mehrseitigen Vertragsdokument. In unserem Fall haben wir uns für einen Vertragsvorlage von Pantaenius entschieden. Es gibt noch viele weitere Vorlagen, vom ADAC bis hin zu anderen Versicherern. Eine Internet-Recherche nach den eigenen Bedürfnissen hilft hier recht schnell weiter.
Zum Kauf gibt es tausend Tipps… Die beiden wichtigsten für mich waren aber, dass die Vor-Eigner mir den Seebrief und Messbrief vorlegen konnten und ich somit nachvollziehen konnte, dass die Yacht rechtmäßig in ihrem Besitz war.
Ein weitere wichtiger Punkt ist die Steuer. Wenn das Boot in der EU gekauft wird, muss ein Nachweis vorliegen, dass bereits Steuer dafür gezahlt wurde. Falls das nicht er Fall ist, müsst ihr diese beim Kauf entrichten.
Da die Reinke ein Eigenbau ist, reichen in unserem Fall die Original Kaufbelege der Boots-Bau-Materialien, um zu zeigen, dass bereits Steuer gezahlt wurde.
Eine weitere Besonderheit bei Eigenbauten ist es, dass das Schiff mind. 5 Jahre im Besitz der Bootsbauer sein muss, bevor es verkauft werden darf. Das war ja zum Glück bei uns mehr als gegeben 🙂

2. Versicherung
Ein sehr vielfältiges Thema, wo es wohl nicht den einen richtigen Weg gibt, sondern jeder selbst entscheiden muss wo und vor allem welche Versicherungen er abschließen möchte.
Für uns ein Muss und auch recht günstig, inkl. weltweiter Abdeckung zu bekommen, ist eine Haftpflichtversicherung für das Boot mit hohen Deckungssummen. Das ist nicht nur wichtig, wenn Ihr einen Schaden verursacht. Die Verträge in machen Marinas sehen eine Haftpflicht sogar als Pflichtversicherung an, da ohne sie auch nicht die Versicherung  der Marina einspringt, falls mal etwas am Marina-Eigentum passieren sollte.
Die zweite Versicherung die wir haben ist eine Umbau-Kasko-Versicherung. Kaskoversicherungen sind vergleichsweise schwerer zu bekommen, gerade für einen Eigenbau. Versicherer sind hier oft nicht bereit eine Risiko einzugehen, ohne ein einwandfreies professionelles Gutachten über Wert und Zustand. Ist ja auch irgendwie nachvollziehbar. Weltweite Abdeckung kann man so gut wie vergessen bzw. ist unbezahlbar. Für den Mittelmeer-Raum gibt es aber ein paar gute Alternativen, die bezahlbar sind.
Innerhalb unserer Versicherung ist die Überführung in das Dry-Dock abgesichert, sowie eine Vielzahl von Schäden die im Dry-Dock vorkommen können.
Nach der Empfehlung durch unseren Gutachter, haben wir beide Versicherungen bei Firmenich abgeschlossen und sind sowohl mit dem Preis als auch mit den Leistungen sehr zufrieden.

3. Schiffsregister
Um sich einen neuen Liegeplatz zu holen, verlangen viele Marinas einen internationalen Bootsschein. Dieser wird u.a. von DSV und ADAC ausgegeben. Der ein oder andere mag hier seine Vorlieben haben, aus meiner Sicht geben sich beiden vor allem preislich  nicht viel.
Wir haben uns für den ADAC entschieden, da der DSV noch wesentlich mehr Infos haben wollte, (z.B Daten über Verdrängung etc.) die ich noch gar nicht vorliegen habe.
Auch hier gibt es eine Besonderheit bei Eigenbauten. Zusätzlich zum Antrag müssen hier aktuelle Bilder der Yacht sowie Messbrief und weitere Unterlagen, wie Original Kaufbelege, beigefügt werden. Zum Glück hatten wir alle geforderten Dokumente und somit ging es bei uns reibungslos.

4. Bundesnetzagentur
Wenn das Boot über eine Funkanlage und/oder Epirb verfügt, muss eine Lizenz bei der Bundesnetzagentur beantragt werden. Dies ist besonders wichtig in Bezug auf die eigene MMSI Nummer, die in beide Geräten einprogrammiert wird und somit eine eindeutige Zuordnung zulässt.
Diesen Schritt habe ich vorerst ausgelassen, da das Schiff ja erst mal eine Weile auf dem Land liegt und von den Funkanlagen keinen Gebrauch machen werde.
Sobald die Reise beginnt, werde ich das allerdings nachholen.

Lästige Behördengänge bleiben zum Glück erspart, da sich das alles über das Internet abwickeln lässt.

Ich hoffe das dies für diejenigen unter euch hilfreich ist, welche vielleicht bald selbst mal ein Boot erstehen möchten 🙂

Cheers

Ruben