SEEMANNSKNOTEN: DIESE 8 KNOTEN MÜSSEN SEGLER KÖNNEN

Mit diesem Artikel starten wir mit unseren Sailing Benko Basics, eine Reihe von verschiedenen Artikeln, die sich an Segelanfänger richtet und an alle, die Ihr Wissen noch mal auffrischen möchten.

Segeln ist eine der schönsten und entspannendsten Arten wie man das Wasser bereisen kann. Damit es auch dabei bleibt, gehören für alle Wassersportler Seemannsknoten zum Grundwissen dazu. Für jede Situation gibt es einen passenden Seemannsknoten, der sich aus der Erfahrung vielen tausend Segler zusammengesetzt hat und vorher gelernt sein will. Ich möchte in diesem Artikel auf 8 verschiedene Seemannsknoten eingehen, die für Segler aller Können-stufen wichtig sind.

Seemannsknoten Die Man Kennen Muss:

1. Der Palstek Knoten

Der Palstek gehört zu den wichtigsten Knoten für Wassersportler. Er ist nicht nur Bestandteil jeder Prüfung bei Motorboot- und Segelscheinen, er ist auch der Seemannsknoten, der mit am häufigsten zum Einsatz kommt. Die Grundidee Beim Palstek besteht dabei, aus dem Tauwerk eine Schleife zu bilden, die sich auch unter hoher Belastung nicht zuzieht und einfach wieder zu öffnen ist. Meist wird das Tauwerk um einen Pfosten oder festen Gegenstand gelegt und direkt dort belegt. Oder man bereitet die feste Schlaufe dieses Knotens vorher vor, um ihn dann anschließend um den gewünschten Gegenstand zu legen. Mit diesem Seemannsknoten musst du dir keine Sorgen machen, dass sich etwas lösen könnte, wenn du auf dem Wasser unterwegs bist.

Ein Palstek ist elegant und kann in einer Vielzahl von Situationen verwendet werden. Es gibt viele Verwendungszwecke an Bord von Booten, aber auch z. B. beim Camping, Klettern oder wenn man etwas zu Hause sicher festbinden möchte, ist der Palstek ideal. Achtet aber immer darauf, dass sich die Bruchlast der Leine durch einen Knoten generell immer verringert! Im folgenden Video lernt ihr genau, wie man einen Palstek bindet:

Anleitung Für Einen Palstek:

Schritt 1 – Lege eine Schlaufe in die Leine.

Schritt 2 – Führe das Leinenende der Leine durch die Schlaufe.

Schritt 3 – Wickel das Leinenende um den stehenden Teil.

Schritt 4 – Führe das Leinenende in umgekehrter Richtung durch die Schlaufe, so du es beim ersten Mal gemacht hast.

Schritt 5 – Ziehe die Leine fest, um sie zu sichern und schon ist der Palstek fertig.

2. Belegen Einer Klampe

Belegte Klampe
Belegte Klampe

Gerade bei Hafenmanöver gibt es wohl keinen mehr genutzten Knoten als das Belegen einer Klampe. Es ist das gängige Vorgehen zum Festmachen des Bootes beim Belegen am Steg und einer der nützlichsten Knoten für Segler. Dabei ist es gar kein klassischer Knoten im eigentlichen Sinne, sondern das gekonnte beklemmen von Tauwerk auf einer Klampe. Dieser Knoten ist schnell und einfach und kann von jedem mit wenig Erfahrung geknüpft werden – perfekt für alle an Bord!

Das Belegen einer Klampe bietet eine hervorragende Möglichkeit, dein Schiff zu sichern. Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein weiteres über-unter geschlungenes Seil mit zwei Windungen um die Klampe, aber es steckt mehr dahinter, als man denkt. Das Schöne an diesem Knoten ist, dass wenn er straff gezogen wird, zieht er sich fest, anstatt sich zu lockern oder hin und her zu rutschen, wie es bei mach anderen Knoten der Fall ist. Das Anspruchsvollste ist wohl die richtige Drehung des Kopfschlags beim Ende des Belegens, aber auch das ist nach ein paar mal üben schnell gelernt.

Belegen Einer Klampe: Wie Geht Das? Hier Die Anleitung:

Schritt 1 – Wickel die Leine um den Fuß der Klampe.

Schritt 2 – Wickel die Leine oberhalb um ein Horn der Klampe.

Schritt 3 – Ziehe das Tauwerk über das nahe Horn und wickele sie wieder unter die Klampe.

Schritt 4 – Wickle die Leine unter und dann über das andere Horn, so dass ein 8er-Muster entsteht.

Schritt 5 – Bilde zum Verschließen eine Unterhandschlaufe und legen Sie sie über ein Horn. Ziehe es fest, um das Tauwerk zu sichern.

3. Achtknoten

Der Achtknoten ist sehr nützlich, denn er kann für alles Mögliche verwendet werden, und ist dabei super einfach zu binden. Am jeden Ende von Fallen oder Schoten auf einem Segelboot findet ihr, in der Regel, einen Achtknoten. Der Achtknoten ist deswegen dort besonders häufig vorzufinden, da er verhindert, dass Falle und Schoten unkontrolliert durch Klemmen oder Rollen durchlaufen können, da dies dieser Seemannsknoten blockiert. Auch wenn der Achtknoten sich mal zugezogen hat, kann man ihn leicht wieder öffnen.

Der Name kommt dabei von der Optik dieses Seemannsknoten. Ist er korrekt gebunden, sieht er aus wie eine liegende Acht. Auf diese Optik sollte man besonders beim Üben achten. Legt man den Achtknoten falsch, kommt ein ganz normaler Knoten am Ende dabei heraus, der sich nicht mehr so leicht zu öffnen ist, wenn er sich mal festzieht.

Anleitung: Wie Man Einen Achtknoten bindet:

Schritt 1 – Kreiere eine Schlaufe am Ende des Tauwerks.

Schritt 2 – Führe dann das Ende der Leine erneut über die Leine und durch die Schlaufe, so dass eine Acht entsteht.

Schritt 3 – Ziehe die Schlaufe fest, damit sie nicht verrutscht.

4. Webeleinstek Knoten

Wer schon mal Teil eines Anlegemanövers auf einer Segelyacht war, weiß, dass man um den Webeleinstek nicht herumkommt. Auch hier sind die Einsatzmöglichkeiten diverse. Ich habe mir sagen lassen, dass er auch im Klettersport eine große Rolle spielt.

Mit dem Webeleinstek lässt sich eine Leine z.B. auf einer Stange belegen und hält unter Zug hohen Belastungen stand. Gleichzeitig lässt er sich sehr leicht lösen und ist somit besonders für Situationen geeignet, bei denen fester Halt gewünscht ist, den man aber bei Not lösen oder justieren kann.

Im Segelsport wird er primär eingesetzt, um die Fender an der Reling eines Segelbootes zu befestigen. Es gibt noch die Variante auf Slip, also mit einer zusätzlichen Schlaufe, zum noch schnelleren Lösen, als auch mit einem halben Schlag on top zur besseren Sicherung.

Anleitung Zum Webeleinstek Knoten Binden:

Schritt 1 – Lege die Fenderleine einmal über die Reling

Schritt 2 – Kreuze die Leine und bilde eine zweite Schlaufe über der Reling

Schritt 3 – Gehe in der Mitte der beiden Schlaufen mit dem Seilende durch und ziehe fest an

Webeleinstek
Webeleinstek

5. Stopperstek Knoten

Der Stopperstek ist einer der anspruchsvolleren Knoten und kommt vielleicht auch deswegen nicht ganz so häufig zum Einsatz. Für mich ist er aber einer der wirkungsvollsten Seemannsknoten. An Bord der Benko verwenden wir diesen primär zur Entlastung der Ankerkette. Wir nehmen eine Anlegeleine doppelt, binden einen Stopperstek um die Ankerkette und legen im Anschluss die beiden Ende um unsere Vorderklampen. Damit entlasten wir die Ankerwisch und liegen sicher vor Anker.

Auch bei klemmenden Leinen kann der Stopperstek wahre Wunder vollführen. Ist z.B. die Genuaschot durch einen Überläufer auf der Winsch beklemmt, ist es nur schwer aus dieser Situation herauszukommen, wenn gerade Druck im Segel ist. Schnell einen Stoppersteck auf die Genuaschot gelegt, kann man mit der anderen Winsch die Schot entlasten und die Verklemmung lösen.

Hier Die Anleitung Zum Stopperstek Knoten:

Schritt 2 – Wickele die Leine in Zugrichtung auf, und bringe dann das Ende entgegen der Zugrichtung über das stehende Teil.

Schritt 3– Beende den Vorgang mit einer halben Umschlingung um den Gegenstand/das andere Seil in der gleichen Richtung wie die Windungen, ziehe dann fest und belaste das Seil.

6. Kreuzknoten

Beim Kreuzknoten handelt es sich um einen wahren Allrounder, wenn man gleich starkes Tauwerk miteinander verbinden möchte. Die Einsätze sind wirklich allumfassend. Dem Knoten liegen zwei einfach Knoten (halber Schlag) zugrunde, die nacheinander, übereinander gebunden werden. Beim Kreuzknoten kommt aber auf die richtige Reihenfolge an, damit es eben nicht wie ein doppelter Knoten wird, sondern ein Kreuzknoten entsteht, der leicht zu lösen ist, wenn man richtig Zug auf den Seemannsknoten gekommen ist

Anleitung Für Den Kreuzknoten:

Schritt 1 – Binde einen normalen Knoten (halber Schlag)

Schritt 2 – Noch ein halber Schlag, entweder links über rechts und dann rechts über links oder beide Schläge umgekehrt. Beim Kreuzknoten liegen die Enden parallel, und der Knoten ist flach.

7. Rundtörn mit zwei halben Schlägen

Jeder Segler weiß, wie wichtig es ist Tauwerk auf dem Boot richtig zu sichern. Der Rundtörn mit zwei halben Schlägen ist dafür perfekt geeignet. Wir nutzen ihn hauptsächlich in zwei Szenarien:

1. Bei schlagenden Fallen, wenn bei viel Wind die Falle am Mast klappern. Dann machen wir jeweils um das Fall und um eine Wante einen Rundtörn mit zwei halben Schlägen. Dann sind die Falle gut abgestagt und das nervige Klappern hat ein Ende.

2. Beim Anlegen an einem Ring. Gerade, wenn mit einem Dingi anlegen, nutzen wir diesen Knoten recht gerne um unser Beiboot an einem Ring am Pier zu befestigen. Der Seemannsknoten ist schnell gebunden und hält stabil.

Anleitung Zum Rundtörn Mit Zwei Halben Schlägen:

Das Ende des Seils wird um einen Gegenstand gewickelt (dies ist die „runde Drehung“) und mit zwei halben Schlägen am stehenden Teil befestigt.

8. Doppelter Schotstek Knoten

Dieser Knoten kommt zum Einsatz, wenn man das Ende zweier Leinen mit ungleicher Dicke/Stärke verbinden möchte. Es gibt auch den einfachen Schotstek, aber wie wir wissen, doppelt hält besser 🙂

Die Situation, das Ende zweier ungleichen Leinen zu verbinden, kam bei uns an Bord noch nicht so häufig vor, aber es immer gut einen solchen Knoten in der Hinterhand zu haben.

Anleitung Zum Doppelten Schotstek Knoten:

Schritt 1 – Nimm das eine Ende vom Seil und formen Sie daraus ein Auge bzw. eine Schlinge und halte beide Enden fest. Danach imm das andere Seilende und stecken es von unten durch die Schlinge. 

Schritt 2 – Wickle danach das Seilende ein halbes mal komplett rum

Schritt 3 – Jetzt taucht das Seilende von oben unter die Schlinge. Dann Schritt 2 und 3 wiederholen.

Knoten Fazit

Ich hoffe, ich konnte dir einen ersten Überblick über die wichtigsten Seemannsknoten geben. Wichtigkeit liegt dabei natürlich im Auge des Betrachters, aber dies sind zumindest die Knoten, die wir am häufigsten verwenden. Besonders der Palstek kommt echt oft zum Einsatz und eignet sich neben den genannten Beispielen auch für viele andere Anwendungen. Somit ist er auch unser Lieblings-Knoten und immer leicht zu lösen 🙂

Selbst wenn du schon ein alter Seebär bist, lohnt es sich die Knoten von Zeit zu Zeit immer mal wieder durchzugehen, damit man im Falle der Fälle sich noch daran erinnern kann.

Ich hoffe, dass dir die Anleitung zu den einzelnen Knoten weiterhelfen konnte und wünsche dir viel Erfolg beim Üben!

Elektronik an Bord

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Die Elektronik an Bord, ein großes Thema für sich. Ich habe mich dran gewagt und mir hat es große Freude bereitet 🙂

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HINWEIS:
Arbeiten an der Elektrik ohne fundierte Ausbildung ist gefährlich! Bevor Ihr so etwas macht, ist es immer ratsam sich Rat von einem Experten zu holen. Alle Hinweise in diesem Artikel sind ohne Gewähr und müssen nicht zwingend richtig sein.
Ich selber lasse die Anlage noch einmal von einem Elektriker abnehmen, um sicher zu sein keinen groben Fehler begangen zu haben. Das kann ich nur jedem empfehlen!
Es geht nur um die 12v Anlage, die 230v Anlage lasse ich völlig unberührt.

Die Vorbereitung:

Wie Ihr wahrscheinlich schon mitbekommen habt, bin/war ich auch in Sachen Elektrik ein völliger Laie. Aber ich liebe es, mich in neue Sachen hineinzufuchsen, Wissen aufzusaugen und das Erlernte anzuwenden.
Als erstes habe ich mit einen Haufen Bücher gekauft, die die Grundlagen der 12v Elektrik, als auch der Bootselektrik beinhalten. Damit konnte ich mir schon mal ein gewisses Grundwissen aufbauen.
Danach ging es auf Youtube. Hier wimmelt es von guten, nicht ganz so guten Tutorials, von den unterschiedlichsten elektronischen Arbeiten. Besonders hervorzuheben ist allerdings diese Reihe:

Es ist ein Mitschnitt von einem Marine-Elektronik-Seminar, was von A bis Z jedes Thema anschneidet und teilweise auch sehr anschaulich erklärt. Dauer ca. 6 Stunden und gute Englischkenntnisse vorausgesetzt.
Ich fand das Seminar aber so gut, dass ich es mir gleich zweimal an unterschiedlichen Tagen reingezogen habe 🙂

Zusammengenommen haben mir diese Vorbereitungen gutes Rüstzeug gegeben, um auf meiner bestehenden 12v Anlage aufzubauen.

Die Basics:

12v Elektro Basis-Tutorials gibt es weit aus bessere als dieser Post. Von daher versuche ich erst garnicht zu sehr in die Tiefe zu gehen sondern eher einfach erlerntes so verständlich wie möglich weiterzugeben.
Die Begriffe werden nicht technisch korrekt beschrieben, sondern so, dass man sie hoffentlich auf Anhieb versteh kann.

Neben vielen weiteren, gibt es 4 wichtige Begriffe, die man verstehen muss, bevor es losgeht.

Volt:

Ist die elektronische Spannung. In unserem Fall vereinfacht 12v. Je nach Batterieladezustand kann das natürlich etwas abweichen. z.B. 11,8v oder 12,4v

Watt:

Ist die elektrische Leistung eines Verbrauchers und ist meistens im Datenblatt zu finden, oder steht direkt auf dem Verbraucher (z.B. Leuchtmittel).

Ampere:

Ist die Stromstärke. Sie ist meist auch im Datenblatt oder auf dem Gerät zu finden und wenn nicht, auch leicht zu errechnen. Watt : Volt = Ampere

Widerstand:

Alles (Verbraucher, Kabel, Sicherungen etc.) hat einen gewissen Widerstand. Dieser sollte möglichst gering gehalten werden, damit auch genug Strom am Verbraucher ankommt.

Kabeldicke:

Gerade bei 12v Anlagen essentiell. Kupferkabel haben einen gewissen Widerstand. Lässt man zu viel Ampere in ein zu kleines Kabel fließen, ist der Widerstand irgendwann so hoch, dass nur noch sehr wenig Strom am anderen Ende ankommt und der Verbraucher ggf. mit zu wenig Spannung versorgt wird. Zusätzlich kann sich das Kabel durch die hohen Stromstärken so stark erhitzten, dass es zum Brand kommen kann.
Von daher ist es wichtig immer Kabel mit den richtigen Querschnitt zu wählen. Dafür gibt es extra Tabellen und Rechner aus denen das ersichtlich wird.

Hier ein Beispiel:

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Wichtig im martimen Bereich ist noch die folgende Faustregel: Einen Spannungsverlust kann man nie komplett vermeiden, da alles einen Widerstand hat. Man sollte allerdings bei der Wahl des Kabelquerschnitts darauf achten, dass allgemeine Verbraucher nicht mehr als 5% und essentiell wichtige Verbraucher, wie z.B. Navigationslichter, nicht mehr als 2% Spannungsverlust haben.

Verbindungen:

Besonders in der Schifffahrt ein spezielles Thema, da normale Verbindungstechniken, wie im Haushaltsbereich, sich gerne aufgrund der Vibrationen und Bewegungen des Schiffes lösen.
Von daher ist die Empfehlung der Profis mit Crimpverbindungen zu arbeiten. Man „quetscht“ also das Kupfer im Kabelende in eine Form, z.B: Ringschuh, was eine Schraub, Steck oder Crimpverbindung zulässt, welche beständiger gegen Bewegungen ist.
Diese Verbindung sollten immer von einem Schrumpfschlauch ummantelt sein. Das ist ein Schlauch, den man über Kabel und Verbindung zieht und der sich durch Hitze an die Form der beiden Komponenten anpasst. Dadurch wird sichergestellt, dass die Verbindung isoliert ist und das Kupfer wesentlich langsamer korrodiert als wenn es frei an der Luft ist.

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Absicherung

Das A und O sind Sicherungen. So verhindert man, dass bei zu starken Stromflüssen, oder Kurzschlüssen, Leitungen überhitzten und anfangen zu brennen.
Es kann also nicht genug davon geben und man installiert sie traditionell in der positiven Leitung.
Viele Leute machen den Fehler nur direkt hinter dem Verbraucher eine Sicherung zu setzten, vergessen aber, dass die Gefahr vor allem auch von der Batterie ausgehen kann. Von daher als Faustregel immer im Kopf behalten: Man sichert vor allem das Kabel und nicht nur den Verbraucher. Von daher am besten nach jedem neuen Kabelanschluss eine Sicherung einbauen.
Sicherungsarten gibt es wie Sand am Meer. Bei mir habe ich mich für klassische Flachsicherungen und AGU Glassicherungen entschieden. Diese sind auch im KFZ Bereich bewährt.

Die Durchführung:

Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Also schaut man sich erst mal das bisherige System an und versucht die verschiedenen Verbindungen und Kabel zu definieren. Am besten hat man dazu ein Schaltplan des alten Systems. In meinem Fall gab es das leider nur von der 230v Anlage, also musste ich mir alles selber erschließen. Ich musste in jede Ritze krabbeln und mit vielen kleinen Tests mir die Stromverläufe erschließen.
Wichtig dabei, hinterfragt alles. Warum läuft die Leitung so und nicht anders? Muss hier nicht eine Sicherung rein? Sind die Leitungen dick genug? etc.

Wenn das gemacht ist, erfolgt der zweite Schritt. Alle neuen und alten Verbraucher und die ungefähre Nutzungsdauer am Tag inkl. der Ampereleistung der Verbraucher aufschreiben.
Ziel dieser Übung ist es herauszufinden, welche Größe eure Batteriebank haben sollte. Also, wieviel Stromspeicher benötigt wird, um eure elektrischen Bedürfnisse zu befriedigen.

Schaut euch auch unbedingt eure alten Batterien an. Wieviel Ampere haben Sie? Welche Art sind sie? Gibt es getrennte Start und Verbraucherbatterien? Wie alt sind die Batterien?

Das Thema Batterien ist noch mal ein ganz eigenes und ich möchte es hier nur kurz mit ganz allgemein gehaltenen Daumenregeln streifen. Es gibt hier noch viel mehr zu sagen, was aber den Rahmen sprengen würde. Von daher lohnt es sich,  hier genauer einzulesen.

Generell sind drei Batteriearten die gängigsten (Gel habe ich mal ausgelassen):

Klassische Blei-Säure Batterien:

Vorteil: Günstig, überall zu bekommen
Nachteil: Muss regelmäßig gewartet werden, sollte nur bis max. 50% entladen werden

AGM Batterien:

Vorteil: Wartungsfrei, Können bis ca. 60-80% entladen werden
Nachteil: Teurer als klassische Blei-Säure Batterien

Lithium Batterien:

Vorteil: Wartungsfrei, leicht, Können bis zu 100% entladen werden
Nachteil: Extrem teuer

Anhand dieser kleinen Auflistung kann man schon sehen, dass es hier viel Raum für Diskussionen gibt, welche Batterie die bessere ist 🙂

In meinen Fall habe ich mich für 3 AGM Batterien entschieden. 1x 70A als Starterbatterie und 2x 170A als Verbraucherbatterien.
Vorher waren klassische Blei-Säure Batterien installiert. Von daher ist es wichtig die gesamte Ladetechik umzustellen, da jeder Batterietyp noch mal andere Ladeströme hat. Von daher hab ich auch einen neuen Laderegler angeschlossen, der zur Not auch verschiedene Batterietypen laden kann.

Hat man also Stromverbrauch und Batterietyp herausgefunden geht es an die Verbraucher.
Man muss sich die Frage stellen, welche neuen Verbraucher kommen hinzu und (wenn man auf einem alten System aufbaut) reichen die vorhandenen Kabelquerschnitte um die Amperezahl ohne großen Spannungsverlust durchzulassen, oder müssen diese ggf. auch ausgetauscht werden?
Zusätzlich lohnt es sich alle Lampen durch LED’s zu ersetzten, da man hier einiges an Strom einsparen kann.

Jetzt ist auch an der Zeit über Stromgewinnung nachzudenken. Auf unserer Benko werden wir 3 Solar-Panels á 150 Watt und einen Windgenerator à 350 Watt installieren, um auch unterwegs Strom erzeugen können können.
Diesen Strom gilt es natürlich in das Netz , bzw. in der Bordbatterien einzuspeisen. Hat man Solar, kann ich euch die MPPT Laderegler empfehlen. Die holen ca. nochmal 30% mehr aus den Panels raus, als es PWM Laderegler können..

Den Status der Einspeisung und den Verbrauch misst man am besten mit einem Batteriemonitor. Hier wird ein sogenannter Shunt in die Negativleitung zur Batterie eingebaut. Durch diesen sollten dann alle Leitungen fließen, sodass er an einem kleinen Monitor den Status der Batterien anzeigen kann. Das hilft dabei die Übersicht zu behalten

Und schon kann es an die Verkabelung gehen 🙂
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Viel Spaß!

Cheers

Ruben

SRC – Short range certificate

Nächster Meilenstein? Check! 🙂
Heute habe ich den SRC erfolgreich bestanden und freu mich sehr darüber! Den Schein habe ich, wie auch meinen SBF See und SKS, bei Jojo Wassersport in München gemacht

Ein, wie ich finde, sehr nützlicher Schein, da man hier noch einmal viel lernen kann. Betsandteile sind z.B das Nato-Alphabet, englische Seefahrts-Ausdrücke, den Unterscheid zwischen Mayday, Pan Pan und Securite Calls, sowie allerhand nützliches Know How, wenn es mal zu einem Notfall kommen sollte.

Lernaufwand ist hier eher medium. Ich habe insgesamt 2 Abendkurse belegt und anschließend die Prüfung auf Anhieb bestanden. Hier gibt es einen theoretischen und einen praktischen Teil, bei dem man ein Funkgerät bedienen muss.

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Der wichtigste Bestandteil des Scheines ist eigentlich der Mayday-Spruch. Hier wird auch in der Prüfung großen Wert darauf gelegt, dass dieser möglichst lange im Gedächtnis beleibt. Von daher hier noch mal für alle, die sich vielleicht nicht mehr so gut daran erinnern können:

MAYDAY MAYDAY MADAY

This is -Schiffsname- / -Schiffsname- / -Schiffsname-

Call-Sign: –XXX-          MMSI: -XXX-

————————————- Kurze Pause ——————–

MAYDAY

-Schiffsname-

Call-Sign: –XXX-          MMSI: -XXX-

My position is: –XXX-

Art des Notfalls-

We require assistance immediately!

ggf. Zusatzangaben „abandoning to lifecraft“ etc.

There are persons on board

Over
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Mit diesem Schein ist meine Sammlung jetzt erst mal komplett. Vielleicht mach ich noch aus Lust und Laune das Bodenseeschifffahrtspatent. Aber auch nur, da mir durch den SKS ein Großteil der Prüfungen angerechnet wird und ich dieses Patent in Anschluss für einen kleinen Betrag in den SBF Binnen umschreiben lassen kann. Aber das ist dann eher etwas für das nächste Jahr.

Jetzt geht es erst mal nach Griechenland mit Steffi. Ich bin schon sehr gespannt wie unser erster Törn zu zweit so sein wird und was wir alles erleben werden.

Cheers

Ruben