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Was für ein Gefühl… Bootseigner

Es gibt mache Situationen im Leben die sind nur schwer zu beschreiben, wenn man es nicht selber erlebt hat. Eines davon ist wohl auch ein Boot zu kaufen 🙂

Für Steffi und mich ist das Gefühl einfach überwältigend. Lange haben wir davon geträumt und nun ist es endlich war.
Es ist unser allererstes Boot und langsam zu realisieren, dass es man jetzt Bootseigner ist, ist schon was ganz besonderes.
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Ende März bin ich nochmal in die Marina San Rocco gefahren, um mit den bisherigen Eignern eine Feineinweisung vorzunehmen, das Boot kranen zu lassen und den Papierkram zu erledigen. Steffi musste leider Ihre Bachelorarbeit fertig schreiben und hatte dadurch keine Zeit mich zu begleiten.

Als der Vertrag dann unterschrieben war und man selber die Schlüssel in der Hand hält und zu wissen, dass die komplette Verantwortung für eine 12 Meter Stahl-Yacht in den eignen Händen liegt, ist wirklich unbeschreiblich. Ich konnte mein dämliches Grinsen auf der gesamten nach-hause-Fahrt einfach nicht abstellen 🙂

Man hat auch deutlich gemerkt wie es den bisherigen Besitzern bei der Übergabe ging. Sie konnten sich nur schwer von der Reinke trennen und es war schon etwas emotional. Sehr verständlich, wenn man überlegt, dass sie das Boot gebaut und seit 2006 regelmäßig gefahren sind. Aber genau das hat uns in unsere Entscheidung, das Boot zu kaufen, bekräftigt. Hier hat man deutlich gemerkt, wieviel Arbeit und Liebe bisher in das Boot geflossen ist und wir haben genau das selbe vor!

Mit dem unterschriebenen Verkaufsvertrag beginnt leider nun einen ganze Reihe von Papierkram, der für mich komplett neu ist und den ich hier gerne aufführe, wenn jemand von euch auch mal ein Boot kaufen möchte. Für mich eher der unangenehme Teil, aber auch an diesen muss gedacht werden!

1. Kaufvertrag
Die Möglichkeiten einen Kaufvertrag abzuschließen sind schier endlos. Vom Bierdeckel bis hin zum rechtlich geprüften mehrseitigen Vertragsdokument. In unserem Fall haben wir uns für einen Vertragsvorlage von Pantaenius entschieden. Es gibt noch viele weitere Vorlagen, vom ADAC bis hin zu anderen Versicherern. Eine Internet-Recherche nach den eigenen Bedürfnissen hilft hier recht schnell weiter.
Zum Kauf gibt es tausend Tipps… Die beiden wichtigsten für mich waren aber, dass die Vor-Eigner mir den Seebrief und Messbrief vorlegen konnten und ich somit nachvollziehen konnte, dass die Yacht rechtmäßig in ihrem Besitz war.
Ein weitere wichtiger Punkt ist die Steuer. Wenn das Boot in der EU gekauft wird, muss ein Nachweis vorliegen, dass bereits Steuer dafür gezahlt wurde. Falls das nicht er Fall ist, müsst ihr diese beim Kauf entrichten.
Da die Reinke ein Eigenbau ist, reichen in unserem Fall die Original Kaufbelege der Boots-Bau-Materialien, um zu zeigen, dass bereits Steuer gezahlt wurde.
Eine weitere Besonderheit bei Eigenbauten ist es, dass das Schiff mind. 5 Jahre im Besitz der Bootsbauer sein muss, bevor es verkauft werden darf. Das war ja zum Glück bei uns mehr als gegeben 🙂

2. Versicherung
Ein sehr vielfältiges Thema, wo es wohl nicht den einen richtigen Weg gibt, sondern jeder selbst entscheiden muss wo und vor allem welche Versicherungen er abschließen möchte.
Für uns ein Muss und auch recht günstig, inkl. weltweiter Abdeckung zu bekommen, ist eine Haftpflichtversicherung für das Boot mit hohen Deckungssummen. Das ist nicht nur wichtig, wenn Ihr einen Schaden verursacht. Die Verträge in machen Marinas sehen eine Haftpflicht sogar als Pflichtversicherung an, da ohne sie auch nicht die Versicherung  der Marina einspringt, falls mal etwas am Marina-Eigentum passieren sollte.
Die zweite Versicherung die wir haben ist eine Umbau-Kasko-Versicherung. Kaskoversicherungen sind vergleichsweise schwerer zu bekommen, gerade für einen Eigenbau. Versicherer sind hier oft nicht bereit eine Risiko einzugehen, ohne ein einwandfreies professionelles Gutachten über Wert und Zustand. Ist ja auch irgendwie nachvollziehbar. Weltweite Abdeckung kann man so gut wie vergessen bzw. ist unbezahlbar. Für den Mittelmeer-Raum gibt es aber ein paar gute Alternativen, die bezahlbar sind.
Innerhalb unserer Versicherung ist die Überführung in das Dry-Dock abgesichert, sowie eine Vielzahl von Schäden die im Dry-Dock vorkommen können.
Nach der Empfehlung durch unseren Gutachter, haben wir beide Versicherungen bei Firmenich abgeschlossen und sind sowohl mit dem Preis als auch mit den Leistungen sehr zufrieden.

3. Schiffsregister
Um sich einen neuen Liegeplatz zu holen, verlangen viele Marinas einen internationalen Bootsschein. Dieser wird u.a. von DSV und ADAC ausgegeben. Der ein oder andere mag hier seine Vorlieben haben, aus meiner Sicht geben sich beiden vor allem preislich  nicht viel.
Wir haben uns für den ADAC entschieden, da der DSV noch wesentlich mehr Infos haben wollte, (z.B Daten über Verdrängung etc.) die ich noch gar nicht vorliegen habe.
Auch hier gibt es eine Besonderheit bei Eigenbauten. Zusätzlich zum Antrag müssen hier aktuelle Bilder der Yacht sowie Messbrief und weitere Unterlagen, wie Original Kaufbelege, beigefügt werden. Zum Glück hatten wir alle geforderten Dokumente und somit ging es bei uns reibungslos.

4. Bundesnetzagentur
Wenn das Boot über eine Funkanlage und/oder Epirb verfügt, muss eine Lizenz bei der Bundesnetzagentur beantragt werden. Dies ist besonders wichtig in Bezug auf die eigene MMSI Nummer, die in beide Geräten einprogrammiert wird und somit eine eindeutige Zuordnung zulässt.
Diesen Schritt habe ich vorerst ausgelassen, da das Schiff ja erst mal eine Weile auf dem Land liegt und von den Funkanlagen keinen Gebrauch machen werde.
Sobald die Reise beginnt, werde ich das allerdings nachholen.

Lästige Behördengänge bleiben zum Glück erspart, da sich das alles über das Internet abwickeln lässt.

Ich hoffe das dies für diejenigen unter euch hilfreich ist, welche vielleicht bald selbst mal ein Boot erstehen möchten 🙂

Cheers

Ruben

It’s a match! Wir haben ein Boot!

Steffi und ich sind überglücklich! Wir haben das perfekte Segelboot für unser Reise gefunden! Hurra! 🙂

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Wie Ihr bereits in den vorherigen Posts lesen konntet, haben wir uns gedanklich schon länger mit dem Thema Bootskauf beschäftigt. Wir hatten uns ein paar grobe Parameter gesetzt, an die wir uns halten möchten und die in unseren Augen für eine Langfahrt sehr wichtig sind.

Sicherheit, Stabilität und Komfort stehen hierbei an erster Stelle. Von daher wollen wir ein stabiles Boot entweder mit Langkiel oder aus Stahl, damit es bei Wellengang etwas ruhiger im Wasser liegt als vergleichbare GFK Boote. Ein Center-Cockpit war uns auch wichtig, da damit gerade auf langen Passagen die Fahrt wesentlich ruhiger ist, als in einem Achter-Cockpit. Zusätzlich darf natürlich ein gewisser Komfort im Wohnbereich nicht fehlen und genügend Platz für uns beide da sein.

Alle diese Punkte erfüllt die Reinke Super Secura. Sie ist ein Stahlschiff von 11,70 m Länge, mit einem mit Blei ausgegossenen Flügel-Kiel, was einen sehr stabilen und zuverlässigen Eindruck macht. Der Innenraum ist wunderbar hell und geräumig und macht Lust auf mehr.

Das es dann doch dieses Boot am Ende wird und somit auch gleich das erste was wir uns angeschaut haben, hätte ich aber am Anfang nie gedacht.
Seit ca. 1,5 Jahren schaue ich regelmäßig in die üblichen Bootsbörsen wie Boat24 oder Yachtworld, um ein Gefühl für die Verfügbarkeit und Preise zu bekommen.
Dabei bin ich schon ein paar mal über die Anzeige dieser Reinke gestoßen, hab es aber immer wieder weitergeklickt.
Anfang Januar wurde dann schließlich, durch die Eigner, ein Aufruf zu einem Sammel-besichtungs-Termin gestartet. In diesem Moment war für mich klar, dass wir das als Chance wahrnehmen sollten, um erste Besichtigungs-Erfahrung zu sammeln.
Unsere erste Besichtigung könnt Ihr nochmal hier nachlesen.

Hier seht Ihr auch mal die Bilder aus der Online-Anzeige:

Nach unserer Erst-Besichtigung im Januar, hatten wir uns mit den Eignern und einem Boots-Gutachter aus München erneut beim Schiff verabredet.

Wir sind schon ziemlich früh an diesem Sonntag losgefahren, da wir die Gelegenheit nutzen wollten, um die Werft Cantieri di Aprilia zu besichtigen. Hier planen wir das Schiff für ca. 1,5 Jahre trocken zu legen und dann zu re-fitten.
Es hat uns dort auch sehr gut gefallen. Die Anlage macht einen gepflegten Eindruck und unsere Pläne dahingehend haben sich deutlich verfestig.

Leider hatten wir, was das Wetter anging, etwas Pech gehabt. Am Sonntag hatte es – 11 Grad und 20-30 kn Wind. Am Montag dann, unseren ausgewählten Besichtungstag, – 4 Grad mit 30-50 kn Wind. Also volle Kanone Winter-Bora und wir mitten drin. 🙂

Unser Gutachter Gregor von Marineconsulting kam am Montag gegen 11 Uhr an Bord und wir haben uns zusammen, mit den beiden Erbauern der Yacht, 4-5 Stunden intensiv mit der Yacht beschäftigt.

Reinke sind Selbstbauyachten. Sie wurden von Kurt Reinke konzipiert und entworfen und die Pläne zum Bau an den Bootsbauer übergeben. Nach Bestellung des Bootes werden dann die Einzelteilen verschickt, sodass die Yacht entweder in einer Werft oder in Eigenregie gebaut werden kann.
In unserem Fall, haben die beiden Erbauer der Super Secura den Rumpf im Jahr 2000 bereits fertig geschweißt erstanden und dann bis 2006 selber den Aufbau und Innenausbau, mit viel Liebe und Herzblut, erledigt. Im Jahr 2006 war dann somit die Erstwasserung de Schiffes.

Insgesamt macht die Reinke einen guten Eindruck und wir haben ein sehr positives Gefühl.
Natürlich gibt es aber auch einige Sachen, die wir noch angehen müssen. Darunter fallen z.B. das Teak-Deck, dass erneuert werden muss, sowie den Großteil der Decksbeschläge und Winschen. Der Ankerkasten muss erweitert werden und eine Klappe ordentlich installiert werden. Es sollte sich eine Lösung für die Gasanlage überlegt werden, da diese ursprünglich nicht nach bestehenden Sicherheitsstandards eingebaut wurde. Weiterhin brauchen wir einen neuen Herd in der Pantry mit einem Ofen, Rigg und Genua müssen erneuert werden, die technischen Geräte auf einen neuen Stand gebracht werden, der Energiehaushalt auf Langfahrt umgerüstet werden (Solar und Wind) und das komplette Schiff gestrichen und Innen ein paar kosmetische Änderungen vorgenommen werden.

Insgesamt ist es also schon eine lange Liste an ToDos, aber für Steffi und mich ist genau das Mitbestandteil dieser Reise. Wir freuen uns auf den Re-fit auch wenn wir wissen, dass es mit Sicherheit anstrengend und nervenaufreibend wird.

Hier findet Ihr das Video der Besichtigung

Leider konnten wir während der Besichtigung das Schiff, wegen der anhaltenden Bora, nicht kranen lassen. Von daher müssen wir das leider auf das nächste mal veschieben.

Beim nächsten Mal in ca. 4-5 Wochen, treffen wir uns mit den Eignern noch einmal an Boot, um uns eine  Feineinweisung geben zu lassen, dass Schiff aus dem Wasser zu heben und hoffentlich die Unterschriften auf den Vertrag zu setzten.

Wir freuen uns jetzt schon darauf und lassen euch natürlich auch daran teilhaben 🙂

Cheers

Ruben

Is it a match? Unsere erste Bootsbesichtigung!

Fantastische News, Ihr Lieben!

Bereits seit ca. 1,5 Jahren durchforstet Ruben regelmäßig die größten Gebrauchtboot-Börsen im Internet. Anfang Januar 2018 war es dann so weit. Ruben stach ein super Angebot auf boat24 ins Auge. Der ursprüngliche Plan von uns war es, erst im Sommer 2018 ein Boot zu kaufen. Allerdings hat uns das Angebot so überzeugt,  dass wir in diesem Fall auf unser Bauchgefühl gehört haben und nach kurzer Planung am Ende Januar nach Muggia gefahren sind.
Wir starteten am Samstag in München bei etwas Schnee, fuhren dann durch Österreich, dass sich an diesem Wochenende in ein wahres Winterwonderland verwandelt hat. Von dort aus gelangten wir in die eher kahle und trockene Landschaft von Slowenien. Dieser unmittelbare Wechsel der Jahreszeiten hat uns beide sehr beeindruckt
Nach 6 Stunden Fahrtzeit kamen wir endlich, begleitet von schönstem Sonnenschein, in Muggia an.
Muggia ist ein italienisches Dorf mit ca. 13 Tsd. Einwohnern in der Nähe von Triest. Bereits nach den ersten paar Metern, die wir durch die kleine Innenstadt gefahren sind, war ich verliebt. Sofort stach uns der kleine Fischerhafen, der im Herzen der Stadt liegt, ins Auge.

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Nachdem wir unser Gepäck im Hotel San Rocco, das übrigens sehr schön am Hafen liegt, untergebracht hatten, machten wir uns sofort zu einer kleinen „Muggia-Besichtigung“ auf. Nach den ersten Schritten, die wir an der Strandpromenade entlang spazierten, war uns klar, wir sind wohl die einzigen Touristen in diesem Dörfchen 🙂 . Die kleinen Gassen und der Marktplatz waren alle mit bunten Fähnchen geschmückt. In diesem istrovenetischen Städtchen zelebriert man nämlich vom 23. Februar bis 1. März den „Carnevale Muggesano/Carneval de Muja“. Die Ursprünge des Festes gehen zurück ins 15. Jahrhundert, was sich in historischen Kostümen, mittelalterlichem Handwerk und Tanz widerspiegelt. Höhepunkt ist der Umzug mit Tausenden von Masken und den Motivwagen des „mato carneval“. Leider konnten wir dieses Spektakel nicht miterleben, da wir schon einen Tag vorher abreisen mussten.

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Natürlich gab es beim Abendessen, in der wirklich einzigen offenen Hafenkneipe, nur ein Thema: Wie wird unsere erste Bootsbesichtigung wohl ablaufen?
Ihr habt euch sicher auch schon gefragt, welches Boot wir uns denn überhaupt ansehen 🙂 . Natürlich möchten wir euch die ersten Fakten auch gar nicht länger vorenthalten: Here we go…

  • Hersteller: Reinke
  • Modell: Super secura
  • Baujahr: 2006
  • Rumpf-Material: Stahl
  • Länge: 11,70 m

Am Sonntag morgen ging es dann endlich los. Ruben und ich machten zuerst einen kleinen Bummel durch die Stadt, um uns ein Frühstück zu organisieren 🙂 . Wir folgten einfach den Einwohnern von Muggia, die mit Bäcker-Tüten die Gassen entlang liefen. Schon nach ein paar Minuten hatten wir leckere Mini-Pizzen und Schokocroissants in der Händen – jummy. Gut gestärkt, machten wir uns nun auf zum Hafen San Rocco.

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Da der Hafen sehr überschaubar ist, dauerte es auch nicht lange, bis wir die Reinke sahen.
Ok wir sind ehrlich 😉 … am Vortag hatten wir bereits einen Blick auf das Boot geworfen und es im Vorbeigehen etwas betrachtet. Das Bootseigner Paar begrüßte uns schon von Weitem und wir verstand uns sofort auf Anhieb. Ab dem ersten Moment an, fühlten wir uns beide richtig wohl auf diesem tollen Boot. Wir konnten in aller Ruhe Fragen rund um das Boot mit den Eignern klären und bekamen eine super Führung. Und so verflog die Zeit. Nach ca. 1,5 Stunden auf dem Boot waren erstmal alle wichtigen Fragen geklärt und wir unterhielten uns noch über ein paar private Dinge mit den Besitzern. Ruben und ich brauchten uns bloß gegenseitig anschauen und wir wussten, dass wir beide das gleiche dachten – Reinke wir können dich ziemlich gut leiden 😉 !

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Im Anschluss marschierten wir ziemlich aufgedreht und wahnsinnig happy durch die Marina San Rocco – wir hatten beide ein super Gefühl. Um den sonnigen Nachmittag noch etwas zu nutzen und unsere ersten Eindrücke zu besprechen, machten wir auf dem Heimweg noch einen Stop in Triest. Und ich würde sagen unsere glücklichen „After-Bootsbesichtungs-Gesichter“ sagen alles aus 🙂 .

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Seid auf jeden Fall gespannt, wie es mit der Reinke Super Secura und uns weiter geht. Wir halten euch auf dem Laufenden!

xx Ruben & Steffi

Hier auch das Video zu unserem Trip

Mein ganz persönliches 2017!

Die letzten Tage und Wochen sind wie im Flug vergangen. Der Trubel um Weihnachten, die Planung der Silvesterparty, die „unbeliebten“ Punkte auf der to do Liste noch schnell im alten Jahr erledigen – einfach nochmal Vollgas geben 🙂 . Vielleicht erging es dem ein oder anderen auch so von euch? Mir zumindest wird in den ersten Wochen des neuen Jahres meistens immer erst bewusst, dass bereits wieder ein so ereignisreiches Jahr, in dem ich so viele Erlebnissen, Eindrücken und Erfahrungen sammeln durfte vergangen ist. Dieses mal möchte ich mir die Zeit nehmen und euch an meinen Highlights im Jahr 2017 teilhaben lassen. Keine Angst, es handelt sich dabei nicht um einen gefühlsduseligen Jahresrückblick 😉 , manchmal ist es jedoch wichtig, sich Erlebnisse auch noch einmal in einer ruhigen Minute vor Augen zu führen und auch einmal stolz auf sich zu sein 🙂 !

Man muss es fast ein sogenanntes „Dauer-Highlight“ nennen. Aber im Bezug auf unser Projekt Sailing Benko, ist es mir einmal wieder richtig bewusst geworden, wie wichtig die Familie und Freunde sind. Wir haben im Jahr 2017 bereits so viel Zuspruch und Unterstützung von unseren Familien und von unserem Freundeskreis bekommen, um diesen Traum umzusetzen und sind dafür sehr dankbar. Es tut einfach gut zu wissen, dass einem das Rückrad gestärkt wird und die wichtigsten Leute in deinem Leben an dich glauben – definitiv einen Applaus wert 🙂 !

Teneriffa, Griechenland – a Traum!  Im Jahr 2017 habe ich zwei wunderbare Segeltörns miterleben dürfen und habe das erste mal zu zweit mit Ruben ein Boot gechartert. Zu zweit eine Woche lang um Griechenland zu segeln war eines meiner top Erlebnisse im letzten Jahr. Auch wenn ich die ein oder andere Anlaufschwierigkeit hatte, denke ich immer wieder gerne an diese tolle Segelwoche zurück und aus Fehlern lernt man ja bekanntlich. Über die meisten „Pannen“ konnten wir sowieso im Nachhinein lachen und sie wurden zu genüge bei geselligen Abenden mit unseren Freunden erzählt 😉 . Auf die Eröffnung unserer Segelsaison im Mai 2018 freue ich mich bereits heute wie ein Schnitzel.

Es gab im Jahr 2017 immer wieder Momente an denen ich mich selbst für verrückt erklärte und dachte „Steffi, warum hast du dir das mit dem Studium in den Kopf gesetzt?“, doch schon ein paar Minuten später waren alle negativen Vibes verschwunden und ich dachte mir wieder – chacka, du hast es jetzt in fast zwei Jahren geschafft, neben der Arbeit das Studium mit durchzuziehen. Jetzt wird in den Endzügen auch nicht mehr schlapp gemacht! Ich bin definitiv stolz auf mich, dass ich im Jahr 2017 sämtliche Vorlesungen, Klausuren und Präsentationen abgeschlossen habe und mich aktuell in den Endzügen des Studiums befinde. Das Ende des Studiums ist für mich gleichzeitig auch der Beginn eines ganz neuen Lebensabschnitts. Der Start unserer Reise rückt immer näher und ich kann endlich in 2018 noch mehr Zeit, kreative Gedanken, Kraft, Liebe in unser Projekt Sailing Benko investieren. Es gibt einfach noch so wahnsinnig vieles Wissenswertes, dass ich mir zum Thema Segeln aneignen möchte – let´s do this in 2018!

Jetzt fliegen mir dann doch ein wenige die Herzchen um den Kopf 🙂 , was mir aber denke ich keiner verübeln wird.

Danke an meinen Captain Ruben ohne den es Sailing Benko nicht geben würde. 2017 war für uns beide ein wirklich spannendes Jahr, mit vielen neuen Erfahrungen, tollen Gesprächen, einzigartigen Momenten und den besten Boots-Schninkennudeln auf der Welt 🙂 . 2018, vermute ich, wird da nochmal eins drauflegen und ich kann es kaum erwarten mit dir unseren gemeinsamen Traum umzusetzen.

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Startet alle in ein fantastische 2018! Danke 2017 du warst wunderbar!

xx Steffi

 

 

 

 

Frohe Weihnachten!

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Wir wünschen euch ein tolles Weihnachtsfest, entspannte Feiertage und einen guten Rutsch ins neues Jahr!

2018 wird groß! Zumindest haben wir viel vor und freuen uns, unsere Erlebnisse mit dir zu teilen!

Aktuell stehen schon zwei Törns fürs nächste Jahr fest und wer weiß, vielleicht kommen wir 2018 unserem Traum vom eigenen Boot schon etwas näher 😉

Es bleibt spannend!

Merry Christmas!

Steffi & Ruben

Skippertraining

Nach unseren Griechenland-Törn wollte ich das Jahr nicht einfach so ausklingen lassen. Nicht ohne nochmal auf einem Boot gewesen zu sein 🙂
Also habe ich mir nach einer ausgiebigen Internetrecherche ein Skippertraining bei Segelreisen24.de gebucht.
Steffi konnte mich leider aus beruflichen Gründen nicht begleiten und somit habe ich das Skippertraining alleine in Angriff genommen.

Mein Ziel war es im Umgang mit einer Segelyacht noch sicherer zu werden und auch besonders bei Hafenmanövern noch etwas dazu zu lernen.
Zu meinem Glück war die zweite Oktoberwoche bei Segelreisen24 nicht gut gebucht, sodass am Törn-Start nur ein Mitsegler (Stefan) und Skipper (Klaus) für die Woche geplant waren.

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Stefan kam aus Bad Tölz und er und ich fuhren nach kurzer Absprache zusammen nach Slowenien. Unmittelbar nach unserer Ankunft in Izola, lernten wir auch gleich bei einem Bier unseren Skipper Klaus auf der Bavaria 46 kennen. Wie sich im laufe des Abends herausstellte, sollte noch spontan ein weiterer Mitsegler (Andi) am nächsten morgen dazukommen.
Somit stachen wir pünktlich nach dem Frühstück am nächsten Tag zu viert in See.

Die ersten Tage hatten wir angenehmen Wind zwischen 6-10 Knoten. Was uns entspannt an der kroatischen Adria-Küste entlangsegeln ließ. Ich bin immer erstaunt, wie schön diese Ruhe beim Segeln ist und wie schnell es einen den Alltag vergessen lässt.

Am zweiten Tag konnten wir sogar einen Spinnaker setzten. Für mich war es das erste mal, dass ich ein Leicht-Segel benutzt habe und ich muss sagen, es hat wirklich Spaß gemacht!
Es wurde am Spie-Fall hochgezogen. Das Steuerbord-Ende wurde an einem Spie-Baum befestigt und das Backbord-Ende des Segels an einer Winsch im Cockpit, um das Segel noch optimal trimmen zu können. Unser Skipper war gerne bereit seine 25 Jahre Segelerfahrung mit uns zu teilen und wir konnten hier viel über das optimale Segel-Trimmen lernen. Gerade bei leichten Winden, lässt sich hier noch der eine oder andere Knoten rausholen 🙂

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Am dritten Tag gab es ein intensives Hafenmanövertraining im Hafenbecken von Novigrad. Am spannendsten fand ich die Übung bei der wir mit Bug und/oder Heck so dicht wie möglich an den Pier fahren sollten, sodass theoretisch jemand überspringen konnte.  Das hat mir stark dabei geholfen ein Gefühl für das Boot zu entwickeln.
Am Ende des Trainings konnten wir alle sicher seitlich und römisch-katholisch anlegen. Besonders das seitliche Anlegen fand ich gut. Hier sollten wir im 60-90 Grad Winkel spitz das Pier anlaufen und kurz vorher das Boot stark beidrehen, sodass die Schwungmasse die Segelyacht an den Pier treibt, um dann mit Radeffekt aufzustoppen. Sehr elegant!

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Auch am nächsten Tag ging es zu meiner Freude nach ein paar Stunden kreuzen an der kroatischen Küste mit Hafenmanöver weiter.
Im Hafen von Rovinj erklärte uns Klaus, wie wir auch alleine seitlich, mit einer vorbereiten Mittelspring, anlegen können. Hierfür bereitet man eine Leine mit einem großem Auge vor, belegt diese auf der Mittel-Klampe und legt das Ende mit dem Auge über eine Winsch.
Danach fährt man nah an einen Steg heran, wirft die Leine über einen Poller und dampft langsam in die Leine ein. Wirklich sehr praktisch zu wissen.

Wir übten noch ein paar Manöver, als Stefan mitten beim seitlichen Anlegemanöver plötzlich der Gaszug riss. Shit! – Schrecksekunde!
Das Boot fuhr weiterhin rückwärts und ließ sich nicht mehr aufstoppen. Nach kurzer Schockstarre, eilte ich los und belegte die Anlegeleinen, um das Boot am Pier fixieren zu können. Währenddessen schrammte das Boot schon seitlich mit fiesen Kratzgeräuschen am Pier entlang und die Fender schraubte es nach oben.
Unser Skipper Klaus, klemmte sich zum Glück rechtzeitig hinter das Steuerrad und schaffte es mit ein bisschen Fummelei doch den Motor auszustellen.
Puh! – Zum Glück nichts schlimmes passiert.

Da wir dort wegen der Berufsschiffahrt leider nicht liegen bleiben konnten, segelten wir ein kleines Stück zu einer Anker-Area, ließen den Anker runter und konnten nach ca. 1,5h den gerissen Gaszug, mit einem an Bord vorhandnen Ersatz-Gaszug, austauschen.

Dieses kleine Abenteuer hat mir mal wieder gezeigt, wie wichtig es ist an Board in allen Lagen Ruhe zu bewahren, besonders auch in kritischen Situationen. Einen hektischen Skipper kann keiner gebrauchen und das macht nur die Crew unnötig nervös.
Und: Wie wichtig es ist, die richten Ersatzteile dabeizuhaben, wenn man vielleicht doch mal da sein sollte, wo keiner so schnell helfen kann.

Als die Sonne langsam unterging fuhren wir mit funktionieren Gaszug in eine benachbarte Ankerbucht, um uns dort unser wohl verdientes Anlegeger-Bier schmecken zu lassen.

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Im Laufe der Woche haben wir es dann tatsächlich noch bis hinter Pula, ganz an die Süd-Spitze von Istrien geschafft. Es waren ein paar schöne Tage voller Sonnenschein, leichtem Wind, vielen schönen Eindrücken und sehr viele Delfin-Sichtungen, wenn auch immer aus der Ferne.
Leider wollte das Wetter auf der Rückfahrt nicht so ganz mitspielen. Sehr wenig bis gar kein Wind zwang uns dazu viel zu Motoren und weniger zu segeln.

Ich muss sagen, dass mich nach dieser Woche das vielfältige Kroatien wieder mal beeindruckt hat und es bestimmt nicht mein letzter Trip nach Istrien gewesen ist.
Ich habe in dieser Woche sehr viel gelernt, habe mein „Boots-Gefühl“ weiterentwickelt und fühle mich deutlich sicherer, gerade bei Hafenmanövern und glaube auch den ein oder anderen Segel-Trimm-Trick mitgenommen zu haben.
Gerade weil wir nur 3 Skipper-lehrlinge an Board waren, war die Atmosphäre sehr locker und Klaus konnte auf jeden individuell eingehen, was uns allen viel gebracht hat!

Jetzt beginnt leider die Winterpause, von Oktober bis März, aber ich denke jetzt schon wieder darüber nach, wann ich das nächste mal im warmen Klima segeln kann.

Ich habe mal für mich alle relevanten Tipps & Tricks des Skippertrainings zusammengeschrieben. Diese sind für all unsere Patreons frei verfügbar:

https://www.patreon.com/posts/tipps-und-tricks-16256495

Griechenland – Türkises Wasser und blauer Finger

Für den Sommer 2017 hatten wir uns vorgenommen, über die Seite Hand gegen Koje einen passenden Segel Törn zum mitsegeln zu finden. Wir wollten diese Woche nutzen, um noch mehr Know How für nächste eigenständige Segel-Törns zu sammeln.

Nach langem Suchen entschieden wir uns für einen Segel-Törn ab Athen, Griechenland auf einem Katamaran. Wir wählten den Katamaran bewusst, da wir beide noch nie auf einem großen Cat gesegelt sind. Doch es kam alle ganz anders. Der Besitzer des Katamarans musste eine Woche vor Törn-Beginn leider aus gesundheitlichen Gründen absagen. Jetzt standen wir da, die Flüge waren gebucht, jedoch hatten wir keine Bleibe bzw. kein Boot in Griechenland.

Nach vielen Überlegungen gab es nun zwei Möglichkeiten, um doch eine schöne Urlaubswoche in Griechenland zu verbringen:

  1. Wir suchen uns ein Hotel in der Nähe von Athen oder
  2. Wir chartern selbst und wagen unseren ersten Segel Törn zu zweit

Nach langem überlegen und gegenüberstellen von Pro und Contra waren wir uns einig, dass ein Urlaub im Hotel uns beide nicht reizte. Wir vertrauten unserem Bauchgefühl und entschieden uns das ersten Mal zu zweit zu segeln.

Und wir hatten Glück 🙂 Ruben konnte innerhalb von drei Tagen über das Charter Portal Globe Sailor ein Segelboot buchen.

Nach einer schweißtreibenden Wanderung bei über 35°C von der Bushaltestelle zur Marina Alimos (Kalamaki) in Athen, nahmen wir am 15.07.2017 unsere Jeanneau Sun Odyssey 32i in Empfang.

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Den ersten Nachmittag verbrachten wir damit unser Gepäck und unsere Verpflegung für eine Woche zu verstauen. Der Vercharterer Athenia Yachts bietet an, über eine vorab ausgefüllte Einkaufsliste, die Verpflegung direkt an das Boot zu liefern. Diesen Luxus haben wir uns gegönnt und würde es immer wieder machen, da man meist vor Ort kein Auto zur Verfügung hat.

Den ersten Abend nutze Ruben um ein paar tolle Fotos in der Marina zu schießen. Die Abendstimmung war fantastisch und wir machten uns auf einen „kleinen“ Rundgang im Hafen auf. Der „kleine“ Spaziergang zog sich allerdings doch etwas länger, da die Marina eine der größten Griechenlands mit etwa 1.000 Liegeplätzen ist. Der Verdauungsspaziergang tat uns allerdings nach unserer Portion Schinkennudeln recht gut 😉

Am nächsten Morgen war es endlich so weit. Wir machten die Leinen los und starteten bei Sonnenschein und 17kn Wind in unser Abenteuer 🙂

Unser erstes Ziel war die Bucht Oreos Anavissou. Diese Bucht stellte vor allem mich vor eine große erste Herausforderung. Der Wind wehte mittlerweile mit 24 kn und es war mein erstes Ankermanöver. Nach ein paar Anläufen und einem blauen, geschwollenen Finger, waren wir endlich fest. An diesem Abend war ich hauptsächlich mit dem kühlen meines Fingers mit Hilfe von Bier und Cola Dosen beschäftigt 😉 Da der Wind leider nicht nachließ und in der Nacht der Ankeralarm des öfteren loslegte, machten wir uns am nächsten Tag, nach einer schnellen Schüssel Cornflakes auf zu einem etwas ruhigeren Plätzchen.

Wir entschieden uns für eine Bucht bei Nisos Aigina und genossen einen wundervolle Segeltag bei durchschnittlich 7 kn Wind und der blaue Finger war schnell vergessen.  Wir ankerten in einer wunderschönen Bucht mit glasklarem Wasser. Diese Bucht verfügte außerdem über einen niedlichen Strand, mit einer weißen Strandbar, in der wir uns ein kühles Getränk genehmigten.  Nach einem schönen Badetag genossen wir bei einem Glas Rotwein die tolle Abendstimmung und beobachteten die anderen Boote, die es sich bei uns in der Bucht gemütlich machten. Ein Gefühl von angekommen sein machte sich breit.

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Ein Vorteil am Segeln zu zweit ist uns ganz schnell bewusst geworden. Es ist noch erholsamer, wenn man spontan und ohne große Abstimmungen entscheiden kann, wie und wo man den Tag verbringt.

Gesagt, getan! Wir blieben eine zweite Nacht in der Bucht und nutzten die Zeit um ein paar Unterwasseraufnahmen mit der GoPro zu machen, die neue Kamera von Ruben zu testen und einfach zu relaxen. Frei nach dem Motto „Keine Termine und leicht einen sitzen“

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Nachdem wir nun einen Tag lang die Beine hochgelegt hatten, entschlossen wir uns weiterzusegeln. Als dritte Destination suchten wir uns zwischen dem Korinth-Kanal und Korfos eine passende Bucht aus, um dort eine Nacht zu verbringen. Wir entschieden uns für den am besten bewerteten Hafen; Korfos. Da wir ohnehin etwas Trinkwasser Nachschub brauchten, entschieden wir uns mit dem Dingi an Land zu paddeln. Leider war unser Dingi von den Vormietern schon etwas in Mitleidenschaft gezogen worden und die Paddel hielten leider nicht in den Verankerungen wie sie sollten. So drehten wir den ein oder anderen ungewollten Kreis im Dingi – hatten aber viel zu lachen.

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Da sich unser Urlaub leider schon dem Ende neigte, suchten wir uns für die letzte Nacht eine Bucht in der Nähe von Athen aus. Diese Bucht war tatsächlich mein persönliches Highlight und ich wollte gar nicht an die Rückreise nach Deutschland denken.
Die Bucht Salamis. Der Hafenführer beschreibt sie als „ein lauschiges Plätzchen“ und das trifft es zu 100%. Abgesehen vom türkis blauen glasklaren Wasser, liegt die Bucht sehr geschützt und wir haben dort einen wunderbaren vorletzten Urlaubstag verbracht.

Am nächsten morgen ging es dann nach einem entspannten Frühstück und einer Schnorchel und Schwimmrunde zurück Richtung Heimathafen Animos (Kalamaki). Die Fahrt in Richtung Hafen war beeindruckend, da bereits einige Seemeilen vor dem Hafen riesige Containerschiffe und eine Reihe von ausgebrannter Kreuzfahrtschiffe liegen.

Am letzten Abend machten wir es uns in der Hafenkneipe bei einer Runde Caipi gemütlich und ließen unsere wunderschöne und teilweise aufregende Woche in Griechenland revue passieren.

Das Video zu unserem Törn findet Ihr auf unserer Videoseite

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Mein persönliches Fazit aus diesem Törn:

  • Es gibt noch viel zu lernen
  • Übung macht den Meister
  • Wir sehen uns wieder Griechenland

xx eure Steffi

SRC – Short range certificate

Nächster Meilenstein? Check! 🙂
Heute habe ich den SRC erfolgreich bestanden und freu mich sehr darüber! Den Schein habe ich, wie auch meinen SBF See und SKS, bei Jojo Wassersport in München gemacht

Ein, wie ich finde, sehr nützlicher Schein, da man hier noch einmal viel lernen kann. Betsandteile sind z.B das Nato-Alphabet, englische Seefahrts-Ausdrücke, den Unterscheid zwischen Mayday, Pan Pan und Securite Calls, sowie allerhand nützliches Know How, wenn es mal zu einem Notfall kommen sollte.

Lernaufwand ist hier eher medium. Ich habe insgesamt 2 Abendkurse belegt und anschließend die Prüfung auf Anhieb bestanden. Hier gibt es einen theoretischen und einen praktischen Teil, bei dem man ein Funkgerät bedienen muss.

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Der wichtigste Bestandteil des Scheines ist eigentlich der Mayday-Spruch. Hier wird auch in der Prüfung großen Wert darauf gelegt, dass dieser möglichst lange im Gedächtnis beleibt. Von daher hier noch mal für alle, die sich vielleicht nicht mehr so gut daran erinnern können:

MAYDAY MAYDAY MADAY

This is -Schiffsname- / -Schiffsname- / -Schiffsname-

Call-Sign: –XXX-          MMSI: -XXX-

————————————- Kurze Pause ——————–

MAYDAY

-Schiffsname-

Call-Sign: –XXX-          MMSI: -XXX-

My position is: –XXX-

Art des Notfalls-

We require assistance immediately!

ggf. Zusatzangaben „abandoning to lifecraft“ etc.

There are persons on board

Over
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Mit diesem Schein ist meine Sammlung jetzt erst mal komplett. Vielleicht mach ich noch aus Lust und Laune das Bodenseeschifffahrtspatent. Aber auch nur, da mir durch den SKS ein Großteil der Prüfungen angerechnet wird und ich dieses Patent in Anschluss für einen kleinen Betrag in den SBF Binnen umschreiben lassen kann. Aber das ist dann eher etwas für das nächste Jahr.

Jetzt geht es erst mal nach Griechenland mit Steffi. Ich bin schon sehr gespannt wie unser erster Törn zu zweit so sein wird und was wir alles erleben werden.

Cheers

Ruben

Das erste mal chartern

Anfang dieses Jahre hatten Steffi und ich uns dazu entschieden zum ersten mal eine Segelyacht zu chartern.
Aber um ehrlich zu sein, waren wir nicht alleine 😉
Mit uns auf dem Törn war Henne, ein Kumpel und sehr erfahrener Skipper, den ich letzten Jahr auf einen Törn auf den Kanaren mit Join the crew kennengelernt habe und Caro, eine segelerfahrene Freundin von Ihm.

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Wenn man sich in Europa entscheidet im März segeln zu gehen, ist das nicht gerade die beste Region für warmes und sonniges Segelwetter 😉 Also haben wir uns dazu entscheiden auf die Kanaren zu fliegen um das bestmögliche Wetter für einen akzeptablen Preis zu bekommen.
Das Segelboot habe ich online über Globe Sailor gebucht, die ich nur empfehlen kann. Da es auf den Kanaren Ende der Saison war, sind die Charterkosten auch nicht so hoch ausgefallen wie wir das ursprünglich vermutet hatten.
Wir haben uns alle an einem Samstag in der Marina del Sur in Las Galletas im Süden von Teneriffa getroffen. Steffi und ich sind von München aus, Henne aus Hamburg und Caro aus Düsseldorf angereist.
Wegen eines gebrochenen Masts an der ursprünglich gebuchten Yacht haben wir ein kleine Upgrade auf eine Jeanneau Cylades 43,3 bekommen, welche sehr geräumig für 4 Personen ist.

Nachdem wir unser Gepäck und Essen verstaut hatten, (Es gab einen Einkauf-Service vom Vercharterer, yeah 🙂 ging es am nächsten Tag auch gleich los nach San Sebastian auf den Nachbarinsel La Gomera. Ich kannte den Hafen schon von meinem letzten Trip auf den Kanaren und ich muss sagen, es ist ein wirklich guter Hafen mit ordentlichen sanitären Anlagen, guten Bars und Restaurants in der unmittelbaren Umgebung. Die Kosten pro Nacht waren um die 30 €, also recht ok.
Auf dem Weg nach San Sebastian konnten wir bei angenehmen Wind sehr schön segeln. Ungefähr auf der Mitte der Strecke wollte ich dann mal in die Bilge schauen, ob alles ok ist… Leider nein… In der Bilge stand Wasser und wir konnten nicht feststellen wo das Wasser herkommt. Zum Glück war es nicht allzu viel, also pumpten wir das Wasser raus und wollten uns das dann in der Marina näher anschauen.

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Nach einer ausgiebigen Fehlersuche haben wir herausgefunden, dass das Wasser aus der Bilge vom Motor kommt. Henne hat in dieser Nacht einige Zeit verbracht, die Motor-Bilge wieder trocken zu bekommen. Da wir genauen Fehler, warum Wasser eintritt, nicht lokalisieren konnten, haben wir uns am nächsten Tag dazu entschieden trotzdem segeln zugehen und die Bilge gut im Auge zu behalten.
Tja.. sobald wir den Motor angeschmissen haben, hat sich die Bilge wieder mit Wasser gefüllt. Dadurch konnten wir zumindest rausfinden, was das Problem war. Der Schlauch eines Überlaufventils hatte sich gelöst und pumpte Kühlwasser in den die Bilge.
Also haben wir uns entschieden zurück zur Marina San Sebastian zu fahren und einen professionellen Mechaniker zu rufen, der sich das mal genauer anschaut.

Nach ein paar Anrufen stellte sich heraus, dass der Mechaniker erst m nächsten Tag für uns Zeit hat. Also haben wir uns dazu entschlossen eine schönen Landtag auf La Gomera zu verbringen.
Am nächsten morgen kam der Mechaniker mit der Fähre von Teneriffa und hatte das Ventil-Problem sehr schnell gefixt. Somit konnten wir  Segel setzten und nach Vueltas segeln, was wir allerdings liebevoll Hippie-Dorf genannt haben 🙂
Ganz im Süden von La Gomera gelegen, ist es ein sehr schöner Ort mit vielen Hippies und Aussteigern, die dort sehr naturverbunden Leben.

Kurz vor der Ankunft haben wir uns entschlossen, diese Nacht vor Anker zu verbringen. Das war genau die richtige Entscheidung! Wir konnten einen wundervollen Sonnenuntergang beobachten und da an dieser Stelle nachts so gut wie kleine Lichter waren, hatten wir einen tollen Sternenhimmel.
Steffi und Caro hat das so gut gefallen, dass die beiden draußen an Deck schliefen.

Am nächsten morgen sind wir dann zur nächsten kleinen Marina gefahren. Im Nachbarort gab es doch tatsächlich einen deutschen Bäcker, bei dem wir uns fürs Frühstück eingedeckt haben.
Es versprach ein toller Tag zu werden und so haben sich die Mädels dazu entschlossen eine Girl-Beach-Day einzulegen und Henne und ich haben uns etwas auf dem Boot entspannt. Abends waren wir dann noch gemeinsam Essen, inkl. einem absoluten Premium-Sonnenuntergang in der ersten Reihe.

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Am nächsten Tag waren wir dann wieder segeln. Wir hatten gehört, dass es zwischen La Gomera und Tenereffia wegen des Düseneffekts richtig ballern sollte. Also sind wir dorthin gesegelt und wie ihr auf dem Bild unten sehen könnt, hatten wir einen spannenden Segel-Nachmittag mit rund 30 Knoten Wind.
Den Abend haben wir dann wieder in der Marina von San Sebastian verbracht.

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Die Windvorhersage für den nächsten Tag hatte angekündigt, dass es eine unruhige See und Böen bis zu 45 Knoten geben sollte.
Leider konnten wir diesem Wetter nicht ausweichen, da wir die Yacht abends in Teneriffa abgeben müssten.
Also haben wir uns unsere Rettungswesten und Lifebelts angezogen und los ging die wilde Fahrt. Natürlich waren wir die einzigen da draußen (außer ein paar Fähren) und hatten wegen des starken Windes minimales Tuch draußen.
Das war eine der Situationen, die Henne gerne „survival mode“ nennt 😉 Mit Wellen zwischen 2-4 Metern und Wind von 41 Knoten um uns herum, war das auch wirklich beeindruckend. So ballerten wir mit 8 Knoten Geschwindigkeit nach Teneriffa, sodass wir die Insel innerhalb von 3 Stunden erreicht hatten. Normal wären bei dieser Strecke eher 5-8 Stunden 😉 Während der ganzen Zeit hatte sich Henne hinter das Ruder geklemmt und uns sicher durch die unruhige See gesteuert. Thanks Dude!

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Wir hatten in dieser Woche eine sehr tolle Zeit, mit allem was man sich wünschen kann. Immer sonnig, mit jeder erdenklichen Windbedingung. Von Motoren ohne Wind bishin zur richtig rauen See mit viel Action.

Mit diesem Törn sind wir wieder einen Schritt weiter unseren Traum zu erfüllen. Wir beide haben wieder viel darüber gelernt, was es heißt ein Boot in verschiedenen Situationen sicher zu führen.
Es gibt immer noch viel zu lernen, aber wir freuen uns umso mehr darauf!

Cheers

Ruben

 

 

 

SKS – Sportküstenschifferschein

YEAAHHHHH! Ich hab’s geschafft! Ich hab die Prüfungen meines nächsten Segelscheins, den SKS, alle auf Anhieb bestanden!

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Der ein oder andere mag sich jetzt vielleicht fragen: Segelschein? Sogar mehr als einen? Wer braucht das denn?

Ich weiß, es gibt sehr viele Länder auf dieser Welt, wo man höchstes einen Funkschein zu führen eines Segel- oder Motorbootes benötigt und selbst das wird sehr selten kontrolliert.
Aber nicht in Deutschland! Wir nehmen das mal wieder sehr genau 😉
Die deutsche Gesetzgebung ist bei „Segelscheinen“ oder Sportboot-Führerscheinen nicht so ganz auf den ersten Blick zu durchschauen, von daher versuche ich das mal möglichst einfach darzulegen. Ich erhebe dabei weder Anspruch auf Richtigkeit oder auf Sinnhaftigkeit 😉

Wenn man auf dem Meer segeln möchte, braucht man eine Art Basis-Führerschein, den Sportbootführerschein See. Mit diesem Schein darfst du Sportboote (Motor/Segel) über 15 PS bis zu 3 Seemeilen in Küstengewässern fahren.

Das ist in Deutschland rein rechtlich auch der einzige Schein der für die Freizeit-Schifffahrt benötigt wird. Lustigerweise lernt man bei diesem Schein wenig bis gar nichts über das führen einen Segelyacht.
Den praktischen Teil legst du auch nicht am Meer, sondern an einem See ab. Hierfür trainierst du 2 Stunden auf einem etwas größeren Dingy (Anlegen, Ablegen, nach Kurs fahren etc.) und das wars. Keine einzige praktische Segelprüfung.

Anders hingegen im theoretischen Teil. Hier werden mit einen Multiple-Choice-Test einige Segelfragen abgefragt und es gibt auch einen Kartenteil, bei dem Aufgaben in einer Seekarte gelöst werden müssen, was etwas kniffelig werden kann (Vor allem für mich, als absoluten Mathe-Profi 😉

Wenn also der Sportbootführerschein See (SBF See) der einzig rechtlich benötige Schein ist, warum dann noch den Sportküstenschifferschein (SKS) machen?

Dafür gibt es zwei Gründe:
Der erste und der wichtigste ist Erfahrung. Beim SKS bist du mind. eine Woche auf einer Segelyacht und übst ohne Ende Manöver und lernst die Grundzüge des Segelns und Motormanöver kennen. Auch die theoretische Prüfung is viel detaillierter, genauso wie die geforderten Kartenaufgaben.
Der zweite Grund ist, dass auch Vercharterer nicht doof sind und genau wissen, dass du mit dem SBF See in der Regel nicht in der Lage bist ein Boot sicher zu führen. Von daher werden die meisten Boote erst ab dem SKS verliehen. Hier sind 300 Seemeilen, bevor du die praktischen Prüfung antrittst, als Pflicht vorgeschrieben, was sowohl den Vercharterern als auch den Versicherern eine gewisse Sicherheit gibt.

 

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Mit dem SKS bist du dann befugt dich bis zu 12 Meilen außerhalb von Küstengewässern aufzuhalten und als Freizeit Skipper/Captain zu fungieren.

Wenn dich deine Segelpläne außerhalb der 12 Meilen-Zone bringen sollten, gibt es noch zwei weitere Scheine, die man machen kann. Den Sportseeschiffer- und den Sporthochseeschiffer-Schein.
Wenn man aber nicht gewerblich unterwegs sein möchte, halte ich persönlich diese beiden Scheine für Nonsens, zumal nach 12 Meilen internationale Gewässer beginnen und sich dort eh kein Land mehr zum Kontrollieren von Segelscheinen zuständig fühlt.

Wer jetzt denkt, dass muss es aber gewesen sein, der hat sich geschnitten. Segelyachten ab 12 Metern müssen rechtlich mit einer Funkanlage inkl. Disstress-Signal ausgerüstet sein. Und dreimal dürft Ihr raten was man dafür braucht? Genau, einen weiteren Schein 🙂
Ich habe mich dazu entscheiden, den englischen SRC (Short-Range-Certificate) zu machen. Dieser wird international anerkannt und hat die beste Mischung aus Praxis und Theorie. Das wird dann wohl mein nächster Meilenstein 🙂

Schein-technisch wars das dann erst mal für Meeresgewässer. Für Seen und Flüsse (Binnengewässer) gibt es in Deutschland nochmals ganz eigene Scheine, aber das möchte ich euch hier ersparen.

Wie Ihr also sehen könnt, muss viel gemacht, gelernt und Geld ausgeben werden um innerhalb von deutschen Gewässern oder unter einer deutschen Flagge zu segeln.

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Ich bin jetzt auf jeden Fall sehr froh einen Schritt näher an dem großen Traum zu sein und freue mich schon auf unseren nächsten Törn.

Cheers

Ruben