News-Update

Die Welt dreht sich ständig weiter und obwohl sich die Gesamtsituation für uns nicht groß geändert hat, gibt es ein paar kleine Entwicklungen, die uns hoffen lassen und positive Nachrichten, die uns sehr freuen. Beides wollen wir gerne mit euch teilen.

An der Corona-Situation hat sich nicht so wirklich viel grundlegendes geändert. Wir sitzen immer noch auf gepackten Kisten in München und aktualisieren die News-Seiten stündlich. Hier gab es aber in letzter Zeit ein paar Entwicklungen, die uns hoffen lassen!
In Italien haben die Marinas ab dem 04.05. wieder offen. Das bedeutet, man darf (mit den nötigen Hygiene-Maßnahmen) wieder am Boot arbeiten und dort auch übernachten. Auch Kranbewegungen sind erlaubt und man darf vom Trockendock auf seinen Liegeplatz im Wasser fahren. Leider dürfen nach wie vor Sportboote den Hafen oder das Land nicht verlassen.
In Kroatien haben die ACI Marinas wieder eröffnet und erlauben auch hier wieder den Betrieb. Überhaupt scheint Kroatien sehr gewillt, im Sommer seine Grenzen für Touristen wieder zu öffnen. Anscheinend hat der Coronavirus das Land aufgrund von sehr frühen, sehr harten Maßnahmen nicht so heftig getroffen und die ersten Lockerungen für den Tourismus sind dort bereits im Gespräch. Das lässt uns natürlich hoffen, da Kroatien unsere erste Anlaufstelle wäre.
Spanien hat einen richtigen nautischen Fahrplan entwickelt der vom 04.05.-22.05. erst Soloseglern den Wassersport erlaubt, dann Personen aus dem gleichen Haushalt bis hin zu größeren Gruppen.

All das sind in unseren Augen positive Entwicklungen. Gerade der Wassersport kann sich wunderbar an die Social Distancing Regeln halten und wir hoffen, dass dies auch die Politiker in den verschiedenen Ländern erkennen und die Themen wie Wassersport und Camping etwas getrennt von den normalen Touristenregelungen betrachten und schließlich dann auch wieder freigeben.

Aktuell hoffen wir also sehr darauf, dass wir im Sommer loskommen. Um in diesen unsicheren Zeiten besser planen zu können, haben wir uns folgende Parameter gesetzt:

– Wenn wir zum Boot fahren, bleiben wir auch dort und fahren erst mal nicht mehr nach Deutschland zurück.
– Wir fahren erst nach Italien, wenn klar ist, dass wir auch loskommen. Sprich Italien muss Wassersport erlauben und Kroatien seine Grenzen öffnen.

Somit haben wir zumindest eine erste Station, die wir anlaufen können und können dann je nach Situation entscheiden wie es weitergeht.
Ob und wie wir dann über die Grenzen nach Italien kommen, müssen wir dann noch rausfinden. Schließlich muss unser Transportmittel ja auch wieder zurückgebracht werden. Das werden wir dann aber sehen, wenn es soweit ist.

Zwei Nachrichten haben uns ganz besonders gefreut in der letzten Zeit:

Das Yacht-Magazin hat unsere Situation aufgegriffen und wir sind ein kleiner Bestandteil der aktuellen Corona-Serie im Heft. Wer sich mehr dafür interessiert, kann uns in der aktuellen Ausgabe 10 der Yacht finden.

3687E4E2-0285-4C4A-B140-AFB6F37F39E4

Auch ohne unsere Anwesenheit geht es an unserem Schiff weiter. Da Arbeiten am Schiff in Italien wieder erlaubt sind, wurde unser Geräteträger installiert und wir haben Bilder bekommen. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und wollen jetzt natürlich umso mehr ans Boot, um uns das Resultat in live anzuschauen 🙂

C4072D0B-24AC-45F1-93BA-D78C3A2E89179853FC54-3922-42A0-9236-9786A96B4020

Drückt uns die Daumen, dass wir diesen Sommer noch loskommen. Wir freuen uns schon sehr, wenn wir wieder ein Video für euch hochladen können 🙂

Cheers

Ruben

Von Null auf Langfahrt

Mittlerweile ist seit unserem letzten Update ja schon bisschen Zeit vergangen und ich wollte mich mal wieder bei euch melden. Zum aktuellen Zeitpunkt hat sich an dem letzten Stand leider nicht viel geändert. 

Wir sitzen immer noch auf unseren gepackten Kisten bei Steffis Eltern unter dem Dach und hoffen darauf, dass wir bald lossegeln können.

Ob sich das Corona-Thema bis zum Sommer ein bisschen entspannt, ist leider immer noch sehr fraglich. In Italien sind die Ausgangssperre bis Anfang Mai verlängert und selbst danach ist ungewiss, ob man einreisen darf und ob auch die anderen Länder wieder Ihre Häfen öffnen. Mit unserer Reise zu starten und nirgendwo einklarieren zu können ist ja irgendwie auch blöd. Also bleibt uns nichts anderes übrig als abzuwarten.

IMG_2047
Nachdem wir alle möglichen nautischen Aktivitäten zu Hause durch hatten, ist mir eine Idee gekommen.

Eigentlich ist es ein Projekt was ich schon seit längerem vorhatte, aber durch Zeitmangel  nie dazu gekommen bin. Wie es der Zufall so möchte, ist Zeit gerade etwas, von dem ich aktuell am meisten übrig habe. Also hab ich mich an den Schreibtisch gesetzt und angefangen ein kleines Buch zu schreiben. 

Im letzten halben Jahr haben Steffi und mich vermehrt Nachrichten erreicht, die mehr zum Thema Bootskauf und Refit wissen wollten. Es freut uns so sehr zu sehen, dass einige von euch den gleichen Traum vom Blauwassersegeln haben wie wir und sich von uns haben inspirieren lassen. Viele von euch haben auch noch nie ein Boot gekauft und möchten genau wie wir ihr Wissen aufbauen, um den anschließenden Refit selber stemmen zu können.

Ich kann mich noch sehr gut in unsere Anfangszeit hineinversetzen, in der ich alle Bücher zum Thema Blauwasser, Langfahrt und Refit verschlungen habe. Zwar gibt es einige super Sachbücher und gute Erfahrungsberichte zu den Themen, aber kein Buch welches einem absoluten Beginner die grundlegenden Sachverhalte erklärt.

Gerade beim Bootskauf und dem anschließenden Vorgehen bei der Planung und Umsetzung des Refits, waren damals bei mir noch einige Fragen offen. Genau das habe ich als Anlass genommen, ein Buch über das Thema Bootskauf und Refit für Anfänger zu schreiben. 

IMG_0119

„Von Null auf Langfahrt“ ist eine Mischung aus Sachbuch und unseren eigenen Erfahrungen. Es ist keine Refit-Bibel oder allumfänglicher Ratgeber zum Kauf von Booten. Wir möchten einfach, dass Ihr aus unseren Fehlern lernen könnt und haben für euch viele Sachverhalte, anhand von Beispielen unseres eigenen Refits, veranschaulicht. Somit sind auch viele unserer Geschichten und Erfahrungen mit eingeflossen, die wir bisher in unseren Videos nicht erzählen konnten.

Wenn du dich also dafür interessierst, wie wir zum Thema Fahrtensegeln gekommen sind und du die ein oder andere Anekdote von uns erfahren möchtest, die es nicht in unsere YouTube Videos geschafft hat, können wir dir das Buch auf jeden Fall empfehlen.

Auch die Segel-Vollprofis unter euch finden wahrscheinlich noch die ein oder andere Inspiration. Wir zeigen euch Mittel und Wege, wie man während des Refits auch bei Frustrationsphasen motiviert bleiben kann und wie Ihr neues Wissen von bisher unbekannten Themengebiete schnell und einfach lernen und anwenden könnt. 

Du findest das Buch “Von Null auf Langfahrt: Bootskauf und Refit für Anfänger” bei Amazon als Ebook, oder auch als Taschenbuch

LINK ZUM EBOOK

LINK ZUM TASCHENBUCH

Wir hoffen, dass wir dich damit etwas von dieser segelfreien Zeit ablenken können und du in diesem Buch vielleicht den ein oder anderen Tipp oder Inspiration für deinen Traumprojekt findest.

Cheers

Ruben

Verschoben ist nicht aufgehoben

Die ersten Monate des Jahres 2020 waren für uns schon sehr turbulent. Es gab einiges zu tun und die ToDo Liste wurde einfach nicht kleiner. Kein Wunder, wenn man überlegt, was man für eine so lange Reise alles beachten muss.
Zum einen ist da das Schiff: Letzte Arbeiten müssen noch erledigt werden. Wir haben die BENKO aus dem Wasser ans Land gekrant, um das Getriebe überholen zu lassen, sowie den Geräteträger zu installieren. Letzte Dokumente für die Fahrt müssen eingeholt werden, letzte Besorgungen gemacht werden und und und.

0C61FA67-C8A7-49C5-A350-F0788D3D8EC3

Unsere Jobs haben wir beide schon Ende Februar gekündigt. Alles mit dem Ziel im März genug Zeit zu haben, unsere Wohnung in München aufzulösen und alle nötigen Behördengänge und sonstige restliche ToDos noch ohne „Arbeitsstress“ im Nacken erledigen zu können.

Unsere kleine Wohnung in München haben wir mittlerweile aufgelöst. 80% haben wir dazu auf dem Sperrmüll gefahren. Dabei hat sich hauptsächlich um typische Ikea-Einrichtungsgegenstände gehandelt wie sie zu tausenden in deutschen Haushalten stehen und viel Kram, der sich über die Jahre angesammelt hat.
Man merkt dann doch recht schnell, wie viel unnützes Zeug sich über die Jahre sammelt, auf das man eigentlich verzichten kann.
Die restlichen 20% stehen bei Steffi‘s Eltern im Keller und warten dort auf unsere Rückkehr :-).
Das ganze gibt einem echt ein komisches Gefühl. Man gibt sein sicheres Zuhause, in gewohnter Umgebung, auf um auf ein Boot zu ziehen, ohne große Sicherheiten mit ungewisser Zukunft.
Ich habe über 11 Jahre in dieser Wohnung gewohnt. Steffi ist die letzten beiden Jahre mit eingezogen, um sich Ihre Miete zu sparen. Viele Erinnerungen sind mit den Gegenständen dort verknüpft und haben den Abschied dort für mich etwas wehmütig werden lassen. Allerdings muss ich auch ehrlicherweise sagen, dass dann doch am Ende die Vorfreude auf das große Abenteuer überwiegt.

Unser ursprünglicher Plan war es, die Reise Anfang April 2020 starten zu lassen. Für die 3 Wochen Übergangszeit bis dahin, sind wir zu Steffi`s Eltern unters Dach gezogen, um von Dort aus noch die letzten Erledigungen zu machen und uns von unseren Freunden und Familien zu verabschieden.

Doch dann kommt alles ein wenig anders….
Innerhalb von kürzester Zeit, schafft es ein sehr kleines, nahezu unsichtbares, Teilchen unser, und das Leben von tausenden Menschen in Europa und weltweit deutlich zu verändern. Das Corona-Virus.

Die Grenzen von Deutschland, Österreich und Italien sind dicht. Ausgangssperren sind an der Tagesordnung und ein Großteil des öffentlichen Lebens steht still.
Wir haben uns ja auf viele Szenarien vorbereitet, aber mit einer weltweiten Pandemie haben wir wahrlich nicht gerechnet.

Der News-Stand ändert sich täglich. Aktuell könnten wir bestimmt irgendwie nach Italien kommen, allerdings würde das unsere Lage auch nicht wirklich verbessern.
Dort darf niemand das Haus verlassen. Aktuell steht die BENKO auf dem Land und das Getriebe ist ausgebaut.
Selbst wenn der Mechaniker das Getriebe wieder einbauen würde und die Marina uns das Schiff ins Wasser setzt, dürften wir den italienischen Hafen nicht verlassen.
Auch fehlt uns eine Person, die unser Auto dann wieder zurück nach Deutschland fährt und sich dann dort freiwillig in Quarantäne begibt….
Zusätzlich wird die Einreise in andere Länder immer schwieriger und es ist nicht gegeben, dass wir in andere Länder mit dem Schiff überhaupt einreisen dürfen.
Zusammengefasst also eine echte Schei… Situation und alles andere als für die Reisen geeignet.

Diese Gesamtsituation ist schon etwas frustrierend für uns. Seit 4 Jahren haben wir die Idee mit der Segelreise. Seit 2 Jahre haben wir jede freie Minute damit verbraucht die BENKO zu refitten, herzurichten, einzukaufen und zu planen. Seit geraumer Zeit fiebern wir auf Anfang April hin und haben alles auf dieses Datum hin ausgerichtet. Job, Wohnung, Versicherungen etc. Und dann kommt einfach eine höhere Gewalt und macht alle Pläne zu nichte und man kann einfach nichts dagegen machen. Da fühlt man sich schon machtlos…

A456FD18-66AC-4857-8DFE-4D1962FA0E29

Trotz dieser Frustration liegt es aber in Steffi‘s und meinem Naturell, Sachen positiv zu betrachten und das Gute in der Situation zu sehen.
Zum einen sind wir beide verdammt froh, dass es uns und unseren Familien und Freunden gut geht.
Zum anderen sind wir auch froh, dass wir uns aktuell in München aufhalten können. So sind wir in der Nähe von unseren Liebsten, haben zur Not eine gute Gesundheitsversorgung und können die neugewonne Zeit noch für Vorbereitungsarbeiten nutzen.
Wie Ihr, verfolgen wir auch andere Segler weltweit, die sich gerade an abgeschiedenen Orten befinden und beobachten deren Lage gespannt.

Wir wissen natürlich, das ist Jammern auf hohem Niveau. Durch diese Krise sind wir alle betroffen. Größenteils deutlich schlimmer als eine verschobene Reise. Viele Leute haben Existenzängste. In Italien und weltweit sterben Menschen in den Krankenhäusern und wir merken, wie sich die Welt gerade beginnt zu verändern.
Dennoch wollten wir unsere Gedanken aus unserer Perspektive mit euch teilen, da wir einige Fragen von euch dazu bekommen haben.

Trotz des ganzen Ärgers, soll das nicht unser Vorhaben beenden. Von daher haben wir fogenden Plan gefasst:

Wir schauen uns die Situation noch bis Juni/Juli an. Wenn es sich bis dahin wieder etwas beruhigt hat, die Grenzen offen sind und die Einreiseregulierungen in den anderen Ländern überschaubar sind, ziehen wir unsere Reise ab Sommer durch.
Klar, dass wir deswegen Anpassungen an der Reiseroute vornehmen müssen, aber das sehen wir uns an, wenn es soweit ist.
Wenn es sich bis dahin nicht beruhigt hat, werden wir die Reise um 1 Jahr verschieben. Es macht einfach kein Sinn zu reisen, wenn wie aktuell, Länder zu machen und das öffentliche Leben stark eingeschränkt ist. Das macht weder uns, noch euch als Zuschauern Spaß. Aber darüber wollen wir noch garnicht nachdenken.

Wer weiß wozu das alles gut ist. Wir glauben, dass solche Sachen immer aus einem gewissen Grund passieren, auch wenn dieser aktuell noch nicht absehbar ist.

Aktuell bleibt nichts anderes übrig als abzuwarten und die Situation zu beobachten.

Bleibt gesund!

Cheers

Ruben

 

Elektronik an Bord

Die Elektronik an Bord, ein großes Thema für sich. Ich habe mich dran gewagt und mir hat es große Freude bereitet 🙂

1f54499e-0859-49ba-8e0a-7b9f6053a689

HINWEIS:
Arbeiten an der Elektrik ohne fundierte Ausbildung ist gefährlich! Bevor Ihr so etwas macht, ist es immer ratsam sich Rat von einem Experten zu holen. Alle Hinweise in diesem Artikel sind ohne Gewähr und müssen nicht zwingend richtig sein.
Ich selber lasse die Anlage noch einmal von einem Elektriker abnehmen, um sicher zu sein keinen groben Fehler begangen zu haben. Das kann ich nur jedem empfehlen!
Es geht nur um die 12v Anlage, die 230v Anlage lasse ich völlig unberührt.

Die Vorbereitung:
Wie Ihr wahrscheinlich schon mitbekommen habt, bin/war ich auch in Sachen Elektrik ein völliger Laie. Aber ich liebe es, mich in neue Sachen hineinzufuchsen, Wissen aufzusaugen und das Erlernte anzuwenden.
Als erstes habe ich mit einen Haufen Bücher gekauft, die die Grundlagen der 12v Elektrik, als auch der Bootselektrik beinhalten. Damit konnte ich mir schon mal ein gewisses Grundwissen aufbauen.
Danach ging es auf Youtube. Hier wimmelt es von guten, nicht ganz so guten Tutorials, von den unterschiedlichsten elektronischen Arbeiten. Besonders hervorzuheben ist allerdings diese Reihe:

Es ist ein Mitschnitt von einem Marine-Elektronik-Seminar, was von A bis Z jedes Thema anschneidet und teilweise auch sehr anschaulich erklärt. Dauer ca. 6 Stunden und gute Englischkenntnisse vorausgesetzt.
Ich fand das Seminar aber so gut, dass ich es mir gleich zweimal an unterschiedlichen Tagen reingezogen habe 🙂

Zusammengenommen haben mir diese Vorbereitungen gutes Rüstzeug gegeben, um auf meiner bestehenden 12v Anlage aufzubauen.

Die Basics:
12v Elektro Basis-Tutorials gibt es weit aus bessere als dieser Post. Von daher versuche ich erst garnicht zu sehr in die Tiefe zu gehen sondern eher einfach erlerntes so verständlich wie möglich weiterzugeben.
Die Begriffe werden nicht technisch korrekt beschrieben, sondern so, dass man sie hoffentlich auf Anhieb versteh kann.

Neben vielen weiteren, gibt es 4 wichtige Begriffe, die man verstehen muss, bevor es losgeht.

Volt:
Ist die elektronische Spannung. In unserem Fall vereinfacht 12v. Je nach Batterieladezustand kann das natürlich etwas abweichen. z.B. 11,8v oder 12,4v

Watt:
Ist die elektrische Leistung eines Verbrauchers und ist meistens im Datenblatt zu finden, oder steht direkt auf dem Verbraucher (z.B. Leuchtmittel).

Ampere:
Ist die Stromstärke. Sie ist meist auch im Datenblatt oder auf dem Gerät zu finden und wenn nicht, auch leicht zu errechnen. Watt : Volt = Ampere

Widerstand:
Alles (Verbraucher, Kabel, Sicherungen etc.) hat einen gewissen Widerstand. Dieser sollte möglichst gering gehalten werden, damit auch genug Strom am Verbraucher ankommt.

Kabeldicke:
Gerade bei 12v Anlagen essentiell. Kupferkabel haben einen gewissen Widerstand. Lässt man zu viel Ampere in ein zu kleines Kabel fließen, ist der Widerstand irgendwann so hoch, dass nur noch sehr wenig Strom am anderen Ende ankommt und der Verbraucher ggf. mit zu wenig Spannung versorgt wird. Zusätzlich kann sich das Kabel durch die hohen Stromstärken so stark erhitzten, dass es zum Brand kommen kann.
Von daher ist es wichtig immer Kabel mit den richtigen Querschnitt zu wählen. Dafür gibt es extra Tabellen und Rechner aus denen das ersichtlich wird.

Hier ein Beispiel:

kabel_6949

Wichtig im martimen Bereich ist noch die folgende Faustregel: Einen Spannungsverlust kann man nie komplett vermeiden, da alles einen Widerstand hat. Man sollte allerdings bei der Wahl des Kabelquerschnitts darauf achten, dass allgemeine Verbraucher nicht mehr als 5% und essentiell wichtige Verbraucher, wie z.B. Navigationslichter, nicht mehr als 2% Spannungsverlust haben.

Verbindungen:
Besonders in der Schifffahrt ein spezielles Thema, da normale Verbindungstechniken, wie im Haushaltsbereich, sich gerne aufgrund der Vibrationen und Bewegungen des Schiffes lösen.
Von daher ist die Empfehlung der Profis mit Crimpverbindungen zu arbeiten. Man „quetscht“ also das Kupfer im Kabelende in eine Form, z.B: Ringschuh, was eine Schraub, Steck oder Crimpverbindung zulässt, welche beständiger gegen Bewegungen ist.
Diese Verbindung sollten immer von einem Schrumpfschlauch ummantelt sein. Das ist ein Schlauch, den man über Kabel und Verbindung zieht und der sich durch Hitze an die Form der beiden Komponenten anpasst. Dadurch wird sichergestellt, dass die Verbindung isoliert ist und das Kupfer wesentlich langsamer korrodiert als wenn es frei an der Luft ist.

IMG_2267

Absicherung
Das A und O sind Sicherungen. So verhindert man, dass bei zu starken Stromflüssen, oder Kurzschlüssen, Leitungen überhitzten und anfangen zu brennen.
Es kann also nicht genug davon geben und man installiert sie traditionell in der positiven Leitung.
Viele Leute machen den Fehler nur direkt hinter dem Verbraucher eine Sicherung zu setzten, vergessen aber, dass die Gefahr vor allem auch von der Batterie ausgehen kann. Von daher als Faustregel immer im Kopf behalten: Man sichert vor allem das Kabel und nicht nur den Verbraucher. Von daher am besten nach jedem neuen Kabelanschluss eine Sicherung einbauen.
Sicherungsarten gibt es wie Sand am Meer. Bei mir habe ich mich für klassische Flachsicherungen und AGU Glassicherungen entschieden. Diese sind auch im KFZ Bereich bewährt.

Die Durchführung:

Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Also schaut man sich erst mal das bisherige System an und versucht die verschiedenen Verbindungen und Kabel zu definieren. Am besten hat man dazu ein Schaltplan des alten Systems. In meinem Fall gab es das leider nur von der 230v Anlage, also musste ich mir alles selber erschließen. Ich musste in jede Ritze krabbeln und mit vielen kleinen Tests mir die Stromverläufe erschließen.
Wichtig dabei, hinterfragt alles. Warum läuft die Leitung so und nicht anders? Muss hier nicht eine Sicherung rein? Sind die Leitungen dick genug? etc.

Wenn das gemacht ist, erfolgt der zweite Schritt. Alle neuen und alten Verbraucher und die ungefähre Nutzungsdauer am Tag inkl. der Ampereleistung der Verbraucher aufschreiben.
Ziel dieser Übung ist es herauszufinden, welche Größe eure Batteriebank haben sollte. Also, wieviel Stromspeicher benötigt wird, um eure elektrischen Bedürfnisse zu befriedigen.

Schaut euch auch unbedingt eure alten Batterien an. Wieviel Ampere haben Sie? Welche Art sind sie? Gibt es getrennte Start und Verbraucherbatterien? Wie alt sind die Batterien?

Das Thema Batterien ist noch mal ein ganz eigenes und ich möchte es hier nur kurz mit ganz allgemein gehaltenen Daumenregeln streifen. Es gibt hier noch viel mehr zu sagen, was aber den Rahmen sprengen würde. Von daher lohnt es sich,  hier genauer einzulesen.

Generell sind drei Batteriearten die gängigsten (Gel habe ich mal ausgelassen):

Klassische Blei-Säure Batterien:
Vorteil: Günstig, überall zu bekommen
Nachteil: Muss regelmäßig gewartet werden, sollte nur bis max. 50% entladen werden

AGM Batterien:
Vorteil: Wartungsfrei, Können bis ca. 60-80% entladen werden
Nachteil: Teurer als klassische Blei-Säure Batterien

Lithium Batterien:
Vorteil: Wartungsfrei, leicht, Können bis zu 100% entladen werden
Nachteil: Extrem teuer

Anhand dieser kleinen Auflistung kann man schon sehen, dass es hier viel Raum für Diskussionen gibt, welche Batterie die bessere ist 🙂

In meinen Fall habe ich mich für 3 AGM Batterien entschieden. 1x 70A als Starterbatterie und 2x 170A als Verbraucherbatterien.
Vorher waren klassische Blei-Säure Batterien installiert. Von daher ist es wichtig die gesamte Ladetechik umzustellen, da jeder Batterietyp noch mal andere Ladeströme hat. Von daher hab ich auch einen neuen Laderegler angeschlossen, der zur Not auch verschiedene Batterietypen laden kann.

Hat man also Stromverbrauch und Batterietyp herausgefunden geht es an die Verbraucher.
Man muss sich die Frage stellen, welche neuen Verbraucher kommen hinzu und (wenn man auf einem alten System aufbaut) reichen die vorhandenen Kabelquerschnitte um die Amperezahl ohne großen Spannungsverlust durchzulassen, oder müssen diese ggf. auch ausgetauscht werden?
Zusätzlich lohnt es sich alle Lampen durch LED’s zu ersetzten, da man hier einiges an Strom einsparen kann.

Jetzt ist auch an der Zeit über Stromgewinnung nachzudenken. Auf unserer Benko werden wir 3 Solar-Panels á 150 Watt und einen Windgenerator à 350 Watt installieren, um auch unterwegs Strom erzeugen können können.
Diesen Strom gilt es natürlich in das Netz , bzw. in der Bordbatterien einzuspeisen. Hat man Solar, kann ich euch die MPPT Laderegler empfehlen. Die holen ca. nochmal 30% mehr aus den Panels raus, als es PWM Laderegler können..

Den Status der Einspeisung und den Verbrauch misst man am besten mit einem Batteriemonitor. Hier wird ein sogenannter Shunt in die Negativleitung zur Batterie eingebaut. Durch diesen sollten dann alle Leitungen fließen, sodass er an einem kleinen Monitor den Status der Batterien anzeigen kann. Das hilft dabei die Übersicht zu behalten

Und schon kann es an die Verkabelung gehen 🙂
IMG_2265

 

Viel Spaß!

Cheers

Ruben

 

 

Segler, Mechaniker, Schweißer, Installateur und Elektriker

Die ersten Monate des Refits sind schneller rumgegangen als gedacht und es hat sich einiges getan. Grund genug, dass auch ich euch von meinen ersten Erfahrungen erzähle.
Am Anfang war alles noch recht theoretisch. Abend um Abend, Nacht um Nacht, hab ich mir Gedanken gemacht, wie man so ein Projekt richtig durchziehen kann, was es alles dafür braucht und wie lange man dafür einkalkulieren muss. Habe lange Exel-Listen geschrieben und viel recherchiert und kalkuliert.

IMG_4065
Mittlerweile ist ja ein bisschen Zeit ins Land gegangen und ich konnte die ersten praktischen Erfahrungen sammeln . Zeit für ein kleines Resümee.
Ich bin zwar kein Freund von Verallgemeinerungen und Sprücheklopfen, aber es haben sich tatsächlich schon drei Sachen bewahrheitet, die man überall hört, wenn man sich mit dem Thema Boots-Restaurierung auseinandersetzt.

  • Bootsprojekte dauern mind. doppelt so lange wie man ursprünglich kalkuliert
  • Egal was du für das Projekt budgetierst, rechne immer +20% ein.
  • Überraschungen gibt es an jeder Ecke

 

Zeit

Tatsächlich ist es so, dass sich alles in die Länge zieht. Ich gebe euch dafür gerne ein anschauliches Beispiel:
Ich möchte ein Teil der hölzernen seitlichen Wandverkleidung abnehmen, ca. 1,50m x 30cm. Konservativ gerechnet würde man meinen, dass man das zwischen 30min und 1 Stunde abgeschraubt bekommt.
Tatsächlich saß ich geschlagene 4 Stunden in der Bugkabine bis das Ding draußen war. Der Grund? Total verrostete Schrauben und verkantete Seitenteile.
Natürlich liegt es daran, dass es die Reinke ein Selbstbau ist und der Voreigener nicht damit gerechnet hat, dass das jemals wieder raus kommt, aber das kleine Beispiel zeigt, dass immer genau das passiert, mit dem man nicht rechnet und das es dann eben einfach länger dauert als ursprünglich geplant.
Mit der Zeit kommt auch etwas die Erfahrung und mittlerweile kann ich den zeitlichen Umfang der Projekte schon etwas besser einschätzen, sodass ich dahingehend unseren Master-Zeitplan angepasst habe 🙂

IMG_3958

 

Budget

Das Thema Geld und Budget ist natürlich ein ganz eigenes und wir möchten euch das im Detail aufzeigen, wenn das Projekt etwas weiter vorgeschritten ist.
Es fällt aber auf, wenn Marine auf einem Produkt steht, es gleich um ein vielfaches teuerer ist, funktionierend geglaubte Gegenstände auf einmal dringend erneuert werden müssen und Baumarktbesuche einen gefühlten Mindestumsatz von 100 € haben.
Diese Faktoren, zusammengenommen mit zusätzlichen Kosten, die vorab nicht absehbar waren, treiben das Budget nach oben.

 

Überraschungen

Überraschungen können wundervoll sein, müssen Sie aber nicht 😉
Neben vielen Kleinigkeiten, die ich hier gar nicht im Detail aufführen möchte, ist das Deck wohl die größte Überraschung für uns bisher gewesen.
Zum Glück waren wir einigermaßen darauf vorbereite, da schon bei er Erstbesichtigung klar war, dass sich unter dem Teak ein paar Löcher verstecken, aber das es dann am Ende doch so viele ware, hat uns dann doch etwas überrascht.
Wichtig ist hierbei nicht die Motivation zu verlieren. Rückschläge gehören einfach dazu. Also Krone richten und weitergehen!

Ich beginne zu lernen, dass man als Bootseigener ein perfekter Segler, Mechaniker, Schweißer, Installateur und Elektriker sein muss, um alle anfallende Arbeiten abzudecken.
Es versteht sich von selbst, dass das nur auf ein paar ausgewählte Menschen zutrifft und besonders ich, als Marketing/Vertriebs-Schreibtisch-Esel das nicht alles erfüllen kann.
Ich habe gelernt, sich eingestehen können, dass es gewisse Felder gibt, bei dem man einfach Profis, aufgrund der eigenen fehlenden Erfahrung, ranlassen muss. Aktuell sind das bei uns primär Schweißarbeiten, Gasinstallation und Motormechanik.
Hier ist es besser eine erfahrene Unterstützung zu haben, solange ich noch nicht genau weiß, was ich da tue bzw. einfach nur Bücher/Internetwissen anwende.
Safty first! Selbstüberschätzung sollte man an dieser Stelle besser ausblenden.

IMG_1442 2.JPG

Zum Glück (Ich klopf 3x mal aufs Holz) liegen wir aktuell noch ganz gut im Plan und unsere Motivation und Lernkurve steigt weiterhin rasant an. Wir lassen uns von kleineren Rückschlägen nicht entmutigen, blicken unserem großen Projekt immer noch sehr positiv entgegen und freuen uns schon, wenn wir Anfang 2020 dann komplett aufs Boot ziehen können.

Cheers

Ruben

Was für ein Gefühl… Bootseigner

Es gibt mache Situationen im Leben die sind nur schwer zu beschreiben, wenn man es nicht selber erlebt hat. Eines davon ist wohl auch ein Boot zu kaufen 🙂

Für Steffi und mich ist das Gefühl einfach überwältigend. Lange haben wir davon geträumt und nun ist es endlich war.
Es ist unser allererstes Boot und langsam zu realisieren, dass es man jetzt Bootseigner ist, ist schon was ganz besonderes.
2b7a8b78-d4ad-4377-a831-fe34af87861f
Ende März bin ich nochmal in die Marina San Rocco gefahren, um mit den bisherigen Eignern eine Feineinweisung vorzunehmen, das Boot kranen zu lassen und den Papierkram zu erledigen. Steffi musste leider Ihre Bachelorarbeit fertig schreiben und hatte dadurch keine Zeit mich zu begleiten.

Als der Vertrag dann unterschrieben war und man selber die Schlüssel in der Hand hält und zu wissen, dass die komplette Verantwortung für eine 12 Meter Stahl-Yacht in den eignen Händen liegt, ist wirklich unbeschreiblich. Ich konnte mein dämliches Grinsen auf der gesamten nach-hause-Fahrt einfach nicht abstellen 🙂

Man hat auch deutlich gemerkt wie es den bisherigen Besitzern bei der Übergabe ging. Sie konnten sich nur schwer von der Reinke trennen und es war schon etwas emotional. Sehr verständlich, wenn man überlegt, dass sie das Boot gebaut und seit 2006 regelmäßig gefahren sind. Aber genau das hat uns in unsere Entscheidung, das Boot zu kaufen, bekräftigt. Hier hat man deutlich gemerkt, wieviel Arbeit und Liebe bisher in das Boot geflossen ist und wir haben genau das selbe vor!

Mit dem unterschriebenen Verkaufsvertrag beginnt leider nun einen ganze Reihe von Papierkram, der für mich komplett neu ist und den ich hier gerne aufführe, wenn jemand von euch auch mal ein Boot kaufen möchte. Für mich eher der unangenehme Teil, aber auch an diesen muss gedacht werden!

1. Kaufvertrag
Die Möglichkeiten einen Kaufvertrag abzuschließen sind schier endlos. Vom Bierdeckel bis hin zum rechtlich geprüften mehrseitigen Vertragsdokument. In unserem Fall haben wir uns für einen Vertragsvorlage von Pantaenius entschieden. Es gibt noch viele weitere Vorlagen, vom ADAC bis hin zu anderen Versicherern. Eine Internet-Recherche nach den eigenen Bedürfnissen hilft hier recht schnell weiter.
Zum Kauf gibt es tausend Tipps… Die beiden wichtigsten für mich waren aber, dass die Vor-Eigner mir den Seebrief und Messbrief vorlegen konnten und ich somit nachvollziehen konnte, dass die Yacht rechtmäßig in ihrem Besitz war.
Ein weitere wichtiger Punkt ist die Steuer. Wenn das Boot in der EU gekauft wird, muss ein Nachweis vorliegen, dass bereits Steuer dafür gezahlt wurde. Falls das nicht er Fall ist, müsst ihr diese beim Kauf entrichten.
Da die Reinke ein Eigenbau ist, reichen in unserem Fall die Original Kaufbelege der Boots-Bau-Materialien, um zu zeigen, dass bereits Steuer gezahlt wurde.
Eine weitere Besonderheit bei Eigenbauten ist es, dass das Schiff mind. 5 Jahre im Besitz der Bootsbauer sein muss, bevor es verkauft werden darf. Das war ja zum Glück bei uns mehr als gegeben 🙂

2. Versicherung
Ein sehr vielfältiges Thema, wo es wohl nicht den einen richtigen Weg gibt, sondern jeder selbst entscheiden muss wo und vor allem welche Versicherungen er abschließen möchte.
Für uns ein Muss und auch recht günstig, inkl. weltweiter Abdeckung zu bekommen, ist eine Haftpflichtversicherung für das Boot mit hohen Deckungssummen. Das ist nicht nur wichtig, wenn Ihr einen Schaden verursacht. Die Verträge in machen Marinas sehen eine Haftpflicht sogar als Pflichtversicherung an, da ohne sie auch nicht die Versicherung  der Marina einspringt, falls mal etwas am Marina-Eigentum passieren sollte.
Die zweite Versicherung die wir haben ist eine Umbau-Kasko-Versicherung. Kaskoversicherungen sind vergleichsweise schwerer zu bekommen, gerade für einen Eigenbau. Versicherer sind hier oft nicht bereit eine Risiko einzugehen, ohne ein einwandfreies professionelles Gutachten über Wert und Zustand. Ist ja auch irgendwie nachvollziehbar. Weltweite Abdeckung kann man so gut wie vergessen bzw. ist unbezahlbar. Für den Mittelmeer-Raum gibt es aber ein paar gute Alternativen, die bezahlbar sind.
Innerhalb unserer Versicherung ist die Überführung in das Dry-Dock abgesichert, sowie eine Vielzahl von Schäden die im Dry-Dock vorkommen können.
Nach der Empfehlung durch unseren Gutachter, haben wir beide Versicherungen bei Firmenich abgeschlossen und sind sowohl mit dem Preis als auch mit den Leistungen sehr zufrieden.

3. Schiffsregister
Um sich einen neuen Liegeplatz zu holen, verlangen viele Marinas einen internationalen Bootsschein. Dieser wird u.a. von DSV und ADAC ausgegeben. Der ein oder andere mag hier seine Vorlieben haben, aus meiner Sicht geben sich beiden vor allem preislich  nicht viel.
Wir haben uns für den ADAC entschieden, da der DSV noch wesentlich mehr Infos haben wollte, (z.B Daten über Verdrängung etc.) die ich noch gar nicht vorliegen habe.
Auch hier gibt es eine Besonderheit bei Eigenbauten. Zusätzlich zum Antrag müssen hier aktuelle Bilder der Yacht sowie Messbrief und weitere Unterlagen, wie Original Kaufbelege, beigefügt werden. Zum Glück hatten wir alle geforderten Dokumente und somit ging es bei uns reibungslos.

4. Bundesnetzagentur
Wenn das Boot über eine Funkanlage und/oder Epirb verfügt, muss eine Lizenz bei der Bundesnetzagentur beantragt werden. Dies ist besonders wichtig in Bezug auf die eigene MMSI Nummer, die in beide Geräten einprogrammiert wird und somit eine eindeutige Zuordnung zulässt.
Diesen Schritt habe ich vorerst ausgelassen, da das Schiff ja erst mal eine Weile auf dem Land liegt und von den Funkanlagen keinen Gebrauch machen werde.
Sobald die Reise beginnt, werde ich das allerdings nachholen.

Lästige Behördengänge bleiben zum Glück erspart, da sich das alles über das Internet abwickeln lässt.

Ich hoffe das dies für diejenigen unter euch hilfreich ist, welche vielleicht bald selbst mal ein Boot erstehen möchten 🙂

Cheers

Ruben

It’s a match! Wir haben ein Boot!

Steffi und ich sind überglücklich! Wir haben das perfekte Segelboot für unser Reise gefunden! Hurra! 🙂

IMG_5953

Wie Ihr bereits in den vorherigen Posts lesen konntet, haben wir uns gedanklich schon länger mit dem Thema Bootskauf beschäftigt. Wir hatten uns ein paar grobe Parameter gesetzt, an die wir uns halten möchten und die in unseren Augen für eine Langfahrt sehr wichtig sind.

Sicherheit, Stabilität und Komfort stehen hierbei an erster Stelle. Von daher wollen wir ein stabiles Boot entweder mit Langkiel oder aus Stahl, damit es bei Wellengang etwas ruhiger im Wasser liegt als vergleichbare GFK Boote. Ein Center-Cockpit war uns auch wichtig, da damit gerade auf langen Passagen die Fahrt wesentlich ruhiger ist, als in einem Achter-Cockpit. Zusätzlich darf natürlich ein gewisser Komfort im Wohnbereich nicht fehlen und genügend Platz für uns beide da sein.

Alle diese Punkte erfüllt die Reinke Super Secura. Sie ist ein Stahlschiff von 11,70 m Länge, mit einem mit Blei ausgegossenen Flügel-Kiel, was einen sehr stabilen und zuverlässigen Eindruck macht. Der Innenraum ist wunderbar hell und geräumig und macht Lust auf mehr.

Das es dann doch dieses Boot am Ende wird und somit auch gleich das erste was wir uns angeschaut haben, hätte ich aber am Anfang nie gedacht.
Seit ca. 1,5 Jahren schaue ich regelmäßig in die üblichen Bootsbörsen wie Boat24 oder Yachtworld, um ein Gefühl für die Verfügbarkeit und Preise zu bekommen.
Dabei bin ich schon ein paar mal über die Anzeige dieser Reinke gestoßen, hab es aber immer wieder weitergeklickt.
Anfang Januar wurde dann schließlich, durch die Eigner, ein Aufruf zu einem Sammel-besichtungs-Termin gestartet. In diesem Moment war für mich klar, dass wir das als Chance wahrnehmen sollten, um erste Besichtigungs-Erfahrung zu sammeln.
Unsere erste Besichtigung könnt Ihr nochmal hier nachlesen.

Hier seht Ihr auch mal die Bilder aus der Online-Anzeige:

Nach unserer Erst-Besichtigung im Januar, hatten wir uns mit den Eignern und einem Boots-Gutachter aus München erneut beim Schiff verabredet.

Wir sind schon ziemlich früh an diesem Sonntag losgefahren, da wir die Gelegenheit nutzen wollten, um die Werft Cantieri di Aprilia zu besichtigen. Hier planen wir das Schiff für ca. 1,5 Jahre trocken zu legen und dann zu re-fitten.
Es hat uns dort auch sehr gut gefallen. Die Anlage macht einen gepflegten Eindruck und unsere Pläne dahingehend haben sich deutlich verfestig.

Leider hatten wir, was das Wetter anging, etwas Pech gehabt. Am Sonntag hatte es – 11 Grad und 20-30 kn Wind. Am Montag dann, unseren ausgewählten Besichtungstag, – 4 Grad mit 30-50 kn Wind. Also volle Kanone Winter-Bora und wir mitten drin. 🙂

Unser Gutachter Gregor von Marineconsulting kam am Montag gegen 11 Uhr an Bord und wir haben uns zusammen, mit den beiden Erbauern der Yacht, 4-5 Stunden intensiv mit der Yacht beschäftigt.

Reinke sind Selbstbauyachten. Sie wurden von Kurt Reinke konzipiert und entworfen und die Pläne zum Bau an den Bootsbauer übergeben. Nach Bestellung des Bootes werden dann die Einzelteilen verschickt, sodass die Yacht entweder in einer Werft oder in Eigenregie gebaut werden kann.
In unserem Fall, haben die beiden Erbauer der Super Secura den Rumpf im Jahr 2000 bereits fertig geschweißt erstanden und dann bis 2006 selber den Aufbau und Innenausbau, mit viel Liebe und Herzblut, erledigt. Im Jahr 2006 war dann somit die Erstwasserung de Schiffes.

Insgesamt macht die Reinke einen guten Eindruck und wir haben ein sehr positives Gefühl.
Natürlich gibt es aber auch einige Sachen, die wir noch angehen müssen. Darunter fallen z.B. das Teak-Deck, dass erneuert werden muss, sowie den Großteil der Decksbeschläge und Winschen. Der Ankerkasten muss erweitert werden und eine Klappe ordentlich installiert werden. Es sollte sich eine Lösung für die Gasanlage überlegt werden, da diese ursprünglich nicht nach bestehenden Sicherheitsstandards eingebaut wurde. Weiterhin brauchen wir einen neuen Herd in der Pantry mit einem Ofen, Rigg und Genua müssen erneuert werden, die technischen Geräte auf einen neuen Stand gebracht werden, der Energiehaushalt auf Langfahrt umgerüstet werden (Solar und Wind) und das komplette Schiff gestrichen und Innen ein paar kosmetische Änderungen vorgenommen werden.

Insgesamt ist es also schon eine lange Liste an ToDos, aber für Steffi und mich ist genau das Mitbestandteil dieser Reise. Wir freuen uns auf den Re-fit auch wenn wir wissen, dass es mit Sicherheit anstrengend und nervenaufreibend wird.

Hier findet Ihr das Video der Besichtigung

Leider konnten wir während der Besichtigung das Schiff, wegen der anhaltenden Bora, nicht kranen lassen. Von daher müssen wir das leider auf das nächste mal veschieben.

Beim nächsten Mal in ca. 4-5 Wochen, treffen wir uns mit den Eignern noch einmal an Boot, um uns eine  Feineinweisung geben zu lassen, dass Schiff aus dem Wasser zu heben und hoffentlich die Unterschriften auf den Vertrag zu setzten.

Wir freuen uns jetzt schon darauf und lassen euch natürlich auch daran teilhaben 🙂

Cheers

Ruben

Frohe Weihnachten!

IMG_0690

Wir wünschen euch ein tolles Weihnachtsfest, entspannte Feiertage und einen guten Rutsch ins neues Jahr!

2018 wird groß! Zumindest haben wir viel vor und freuen uns, unsere Erlebnisse mit dir zu teilen!

Aktuell stehen schon zwei Törns fürs nächste Jahr fest und wer weiß, vielleicht kommen wir 2018 unserem Traum vom eigenen Boot schon etwas näher 😉

Es bleibt spannend!

Merry Christmas!

Steffi & Ruben

Skippertraining

Nach unseren Griechenland-Törn wollte ich das Jahr nicht einfach so ausklingen lassen. Nicht ohne nochmal auf einem Boot gewesen zu sein 🙂
Also habe ich mir nach einer ausgiebigen Internetrecherche ein Skippertraining bei Segelreisen24.de gebucht.
Steffi konnte mich leider aus beruflichen Gründen nicht begleiten und somit habe ich das Skippertraining alleine in Angriff genommen.

Mein Ziel war es im Umgang mit einer Segelyacht noch sicherer zu werden und auch besonders bei Hafenmanövern noch etwas dazu zu lernen.
Zu meinem Glück war die zweite Oktoberwoche bei Segelreisen24 nicht gut gebucht, sodass am Törn-Start nur ein Mitsegler (Stefan) und Skipper (Klaus) für die Woche geplant waren.

IMG_2029

Stefan kam aus Bad Tölz und er und ich fuhren nach kurzer Absprache zusammen nach Slowenien. Unmittelbar nach unserer Ankunft in Izola, lernten wir auch gleich bei einem Bier unseren Skipper Klaus auf der Bavaria 46 kennen. Wie sich im laufe des Abends herausstellte, sollte noch spontan ein weiterer Mitsegler (Andi) am nächsten morgen dazukommen.
Somit stachen wir pünktlich nach dem Frühstück am nächsten Tag zu viert in See.

Die ersten Tage hatten wir angenehmen Wind zwischen 6-10 Knoten. Was uns entspannt an der kroatischen Adria-Küste entlangsegeln ließ. Ich bin immer erstaunt, wie schön diese Ruhe beim Segeln ist und wie schnell es einen den Alltag vergessen lässt.

Am zweiten Tag konnten wir sogar einen Spinnaker setzten. Für mich war es das erste mal, dass ich ein Leicht-Segel benutzt habe und ich muss sagen, es hat wirklich Spaß gemacht!
Es wurde am Spie-Fall hochgezogen. Das Steuerbord-Ende wurde an einem Spie-Baum befestigt und das Backbord-Ende des Segels an einer Winsch im Cockpit, um das Segel noch optimal trimmen zu können. Unser Skipper war gerne bereit seine 25 Jahre Segelerfahrung mit uns zu teilen und wir konnten hier viel über das optimale Segel-Trimmen lernen. Gerade bei leichten Winden, lässt sich hier noch der eine oder andere Knoten rausholen 🙂

IMG_7006

Am dritten Tag gab es ein intensives Hafenmanövertraining im Hafenbecken von Novigrad. Am spannendsten fand ich die Übung bei der wir mit Bug und/oder Heck so dicht wie möglich an den Pier fahren sollten, sodass theoretisch jemand überspringen konnte.  Das hat mir stark dabei geholfen ein Gefühl für das Boot zu entwickeln.
Am Ende des Trainings konnten wir alle sicher seitlich und römisch-katholisch anlegen. Besonders das seitliche Anlegen fand ich gut. Hier sollten wir im 60-90 Grad Winkel spitz das Pier anlaufen und kurz vorher das Boot stark beidrehen, sodass die Schwungmasse die Segelyacht an den Pier treibt, um dann mit Radeffekt aufzustoppen. Sehr elegant!

IMG_3268

Auch am nächsten Tag ging es zu meiner Freude nach ein paar Stunden kreuzen an der kroatischen Küste mit Hafenmanöver weiter.
Im Hafen von Rovinj erklärte uns Klaus, wie wir auch alleine seitlich, mit einer vorbereiten Mittelspring, anlegen können. Hierfür bereitet man eine Leine mit einem großem Auge vor, belegt diese auf der Mittel-Klampe und legt das Ende mit dem Auge über eine Winsch.
Danach fährt man nah an einen Steg heran, wirft die Leine über einen Poller und dampft langsam in die Leine ein. Wirklich sehr praktisch zu wissen.

Wir übten noch ein paar Manöver, als Stefan mitten beim seitlichen Anlegemanöver plötzlich der Gaszug riss. Shit! – Schrecksekunde!
Das Boot fuhr weiterhin rückwärts und ließ sich nicht mehr aufstoppen. Nach kurzer Schockstarre, eilte ich los und belegte die Anlegeleinen, um das Boot am Pier fixieren zu können. Währenddessen schrammte das Boot schon seitlich mit fiesen Kratzgeräuschen am Pier entlang und die Fender schraubte es nach oben.
Unser Skipper Klaus, klemmte sich zum Glück rechtzeitig hinter das Steuerrad und schaffte es mit ein bisschen Fummelei doch den Motor auszustellen.
Puh! – Zum Glück nichts schlimmes passiert.

Da wir dort wegen der Berufsschiffahrt leider nicht liegen bleiben konnten, segelten wir ein kleines Stück zu einer Anker-Area, ließen den Anker runter und konnten nach ca. 1,5h den gerissen Gaszug, mit einem an Bord vorhandnen Ersatz-Gaszug, austauschen.

Dieses kleine Abenteuer hat mir mal wieder gezeigt, wie wichtig es ist an Board in allen Lagen Ruhe zu bewahren, besonders auch in kritischen Situationen. Einen hektischen Skipper kann keiner gebrauchen und das macht nur die Crew unnötig nervös.
Und: Wie wichtig es ist, die richten Ersatzteile dabeizuhaben, wenn man vielleicht doch mal da sein sollte, wo keiner so schnell helfen kann.

Als die Sonne langsam unterging fuhren wir mit funktionieren Gaszug in eine benachbarte Ankerbucht, um uns dort unser wohl verdientes Anlegeger-Bier schmecken zu lassen.

IMG_2685

Im Laufe der Woche haben wir es dann tatsächlich noch bis hinter Pula, ganz an die Süd-Spitze von Istrien geschafft. Es waren ein paar schöne Tage voller Sonnenschein, leichtem Wind, vielen schönen Eindrücken und sehr viele Delfin-Sichtungen, wenn auch immer aus der Ferne.
Leider wollte das Wetter auf der Rückfahrt nicht so ganz mitspielen. Sehr wenig bis gar kein Wind zwang uns dazu viel zu Motoren und weniger zu segeln.

Ich muss sagen, dass mich nach dieser Woche das vielfältige Kroatien wieder mal beeindruckt hat und es bestimmt nicht mein letzter Trip nach Istrien gewesen ist.
Ich habe in dieser Woche sehr viel gelernt, habe mein „Boots-Gefühl“ weiterentwickelt und fühle mich deutlich sicherer, gerade bei Hafenmanövern und glaube auch den ein oder anderen Segel-Trimm-Trick mitgenommen zu haben.
Gerade weil wir nur 3 Skipper-lehrlinge an Board waren, war die Atmosphäre sehr locker und Klaus konnte auf jeden individuell eingehen, was uns allen viel gebracht hat!

Jetzt beginnt leider die Winterpause, von Oktober bis März, aber ich denke jetzt schon wieder darüber nach, wann ich das nächste mal im warmen Klima segeln kann.

Ich habe mal für mich alle relevanten Tipps & Tricks des Skippertrainings zusammengeschrieben. Diese sind für all unsere Patreons frei verfügbar:

https://www.patreon.com/posts/tipps-und-tricks-16256495

SRC – Short range certificate

Nächster Meilenstein? Check! 🙂
Heute habe ich den SRC erfolgreich bestanden und freu mich sehr darüber! Den Schein habe ich, wie auch meinen SBF See und SKS, bei Jojo Wassersport in München gemacht

Ein, wie ich finde, sehr nützlicher Schein, da man hier noch einmal viel lernen kann. Betsandteile sind z.B das Nato-Alphabet, englische Seefahrts-Ausdrücke, den Unterscheid zwischen Mayday, Pan Pan und Securite Calls, sowie allerhand nützliches Know How, wenn es mal zu einem Notfall kommen sollte.

Lernaufwand ist hier eher medium. Ich habe insgesamt 2 Abendkurse belegt und anschließend die Prüfung auf Anhieb bestanden. Hier gibt es einen theoretischen und einen praktischen Teil, bei dem man ein Funkgerät bedienen muss.

IMG_9179

Der wichtigste Bestandteil des Scheines ist eigentlich der Mayday-Spruch. Hier wird auch in der Prüfung großen Wert darauf gelegt, dass dieser möglichst lange im Gedächtnis beleibt. Von daher hier noch mal für alle, die sich vielleicht nicht mehr so gut daran erinnern können:

MAYDAY MAYDAY MADAY

This is -Schiffsname- / -Schiffsname- / -Schiffsname-

Call-Sign: –XXX-          MMSI: -XXX-

————————————- Kurze Pause ——————–

MAYDAY

-Schiffsname-

Call-Sign: –XXX-          MMSI: -XXX-

My position is: –XXX-

Art des Notfalls-

We require assistance immediately!

ggf. Zusatzangaben „abandoning to lifecraft“ etc.

There are persons on board

Over
______________________________________________________________

Mit diesem Schein ist meine Sammlung jetzt erst mal komplett. Vielleicht mach ich noch aus Lust und Laune das Bodenseeschifffahrtspatent. Aber auch nur, da mir durch den SKS ein Großteil der Prüfungen angerechnet wird und ich dieses Patent in Anschluss für einen kleinen Betrag in den SBF Binnen umschreiben lassen kann. Aber das ist dann eher etwas für das nächste Jahr.

Jetzt geht es erst mal nach Griechenland mit Steffi. Ich bin schon sehr gespannt wie unser erster Törn zu zweit so sein wird und was wir alles erleben werden.

Cheers

Ruben