Das erste mal chartern

Anfang dieses Jahre hatten Steffi und ich uns dazu entschieden zum ersten mal eine Segelyacht zu chartern.
Aber um ehrlich zu sein, waren wir nicht alleine 😉
Mit uns auf dem Törn war Henne, ein Kumpel und sehr erfahrener Skipper, den ich letzten Jahr auf einen Törn auf den Kanaren mit Join the crew kennengelernt habe und Caro, eine segelerfahrene Freundin von Ihm.

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Wenn man sich in Europa entscheidet im März segeln zu gehen, ist das nicht gerade die beste Region für warmes und sonniges Segelwetter 😉 Also haben wir uns dazu entscheiden auf die Kanaren zu fliegen um das bestmögliche Wetter für einen akzeptablen Preis zu bekommen.
Das Segelboot habe ich online über Globe Sailor gebucht, die ich nur empfehlen kann. Da es auf den Kanaren Ende der Saison war, sind die Charterkosten auch nicht so hoch ausgefallen wie wir das ursprünglich vermutet hatten.
Wir haben uns alle an einem Samstag in der Marina del Sur in Las Galletas im Süden von Teneriffa getroffen. Steffi und ich sind von München aus, Henne aus Hamburg und Caro aus Düsseldorf angereist.
Wegen eines gebrochenen Masts an der ursprünglich gebuchten Yacht haben wir ein kleine Upgrade auf eine Jeanneau Cylades 43,3 bekommen, welche sehr geräumig für 4 Personen ist.

Nachdem wir unser Gepäck und Essen verstaut hatten, (Es gab einen Einkauf-Service vom Vercharterer, yeah 🙂 ging es am nächsten Tag auch gleich los nach San Sebastian auf den Nachbarinsel La Gomera. Ich kannte den Hafen schon von meinem letzten Trip auf den Kanaren und ich muss sagen, es ist ein wirklich guter Hafen mit ordentlichen sanitären Anlagen, guten Bars und Restaurants in der unmittelbaren Umgebung. Die Kosten pro Nacht waren um die 30 €, also recht ok.
Auf dem Weg nach San Sebastian konnten wir bei angenehmen Wind sehr schön segeln. Ungefähr auf der Mitte der Strecke wollte ich dann mal in die Bilge schauen, ob alles ok ist… Leider nein… In der Bilge stand Wasser und wir konnten nicht feststellen wo das Wasser herkommt. Zum Glück war es nicht allzu viel, also pumpten wir das Wasser raus und wollten uns das dann in der Marina näher anschauen.

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Nach einer ausgiebigen Fehlersuche haben wir herausgefunden, dass das Wasser aus der Bilge vom Motor kommt. Henne hat in dieser Nacht einige Zeit verbracht, die Motor-Bilge wieder trocken zu bekommen. Da wir genauen Fehler, warum Wasser eintritt, nicht lokalisieren konnten, haben wir uns am nächsten Tag dazu entschieden trotzdem segeln zugehen und die Bilge gut im Auge zu behalten.
Tja.. sobald wir den Motor angeschmissen haben, hat sich die Bilge wieder mit Wasser gefüllt. Dadurch konnten wir zumindest rausfinden, was das Problem war. Der Schlauch eines Überlaufventils hatte sich gelöst und pumpte Kühlwasser in den die Bilge.
Also haben wir uns entschieden zurück zur Marina San Sebastian zu fahren und einen professionellen Mechaniker zu rufen, der sich das mal genauer anschaut.

Nach ein paar Anrufen stellte sich heraus, dass der Mechaniker erst m nächsten Tag für uns Zeit hat. Also haben wir uns dazu entschlossen eine schönen Landtag auf La Gomera zu verbringen.
Am nächsten morgen kam der Mechaniker mit der Fähre von Teneriffa und hatte das Ventil-Problem sehr schnell gefixt. Somit konnten wir  Segel setzten und nach Vueltas segeln, was wir allerdings liebevoll Hippie-Dorf genannt haben 🙂
Ganz im Süden von La Gomera gelegen, ist es ein sehr schöner Ort mit vielen Hippies und Aussteigern, die dort sehr naturverbunden Leben.

Kurz vor der Ankunft haben wir uns entschlossen, diese Nacht vor Anker zu verbringen. Das war genau die richtige Entscheidung! Wir konnten einen wundervollen Sonnenuntergang beobachten und da an dieser Stelle nachts so gut wie kleine Lichter waren, hatten wir einen tollen Sternenhimmel.
Steffi und Caro hat das so gut gefallen, dass die beiden draußen an Deck schliefen.

Am nächsten morgen sind wir dann zur nächsten kleinen Marina gefahren. Im Nachbarort gab es doch tatsächlich einen deutschen Bäcker, bei dem wir uns fürs Frühstück eingedeckt haben.
Es versprach ein toller Tag zu werden und so haben sich die Mädels dazu entschlossen eine Girl-Beach-Day einzulegen und Henne und ich haben uns etwas auf dem Boot entspannt. Abends waren wir dann noch gemeinsam Essen, inkl. einem absoluten Premium-Sonnenuntergang in der ersten Reihe.

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Am nächsten Tag waren wir dann wieder segeln. Wir hatten gehört, dass es zwischen La Gomera und Tenereffia wegen des Düseneffekts richtig ballern sollte. Also sind wir dorthin gesegelt und wie ihr auf dem Bild unten sehen könnt, hatten wir einen spannenden Segel-Nachmittag mit rund 30 Knoten Wind.
Den Abend haben wir dann wieder in der Marina von San Sebastian verbracht.

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Die Windvorhersage für den nächsten Tag hatte angekündigt, dass es eine unruhige See und Böen bis zu 45 Knoten geben sollte.
Leider konnten wir diesem Wetter nicht ausweichen, da wir die Yacht abends in Teneriffa abgeben müssten.
Also haben wir uns unsere Rettungswesten und Lifebelts angezogen und los ging die wilde Fahrt. Natürlich waren wir die einzigen da draußen (außer ein paar Fähren) und hatten wegen des starken Windes minimales Tuch draußen.
Das war eine der Situationen, die Henne gerne „survival mode“ nennt 😉 Mit Wellen zwischen 2-4 Metern und Wind von 41 Knoten um uns herum, war das auch wirklich beeindruckend. So ballerten wir mit 8 Knoten Geschwindigkeit nach Teneriffa, sodass wir die Insel innerhalb von 3 Stunden erreicht hatten. Normal wären bei dieser Strecke eher 5-8 Stunden 😉 Während der ganzen Zeit hatte sich Henne hinter das Ruder geklemmt und uns sicher durch die unruhige See gesteuert. Thanks Dude!

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Wir hatten in dieser Woche eine sehr tolle Zeit, mit allem was man sich wünschen kann. Immer sonnig, mit jeder erdenklichen Windbedingung. Von Motoren ohne Wind bishin zur richtig rauen See mit viel Action.

Mit diesem Törn sind wir wieder einen Schritt weiter unseren Traum zu erfüllen. Wir beide haben wieder viel darüber gelernt, was es heißt ein Boot in verschiedenen Situationen sicher zu führen.
Es gibt immer noch viel zu lernen, aber wir freuen uns umso mehr darauf!

Cheers

Ruben

 

 

 

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