SKS – Sportküstenschifferschein

YEAAHHHHH! Ich hab’s geschafft! Ich hab die Prüfungen meines nächsten Segelscheins, den SKS, alle auf Anhieb bestanden!

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Der ein oder andere mag sich jetzt vielleicht fragen: Segelschein? Sogar mehr als einen? Wer braucht das denn?

Ich weiß, es gibt sehr viele Länder auf dieser Welt, wo man höchstes einen Funkschein zu führen eines Segel- oder Motorbootes benötigt und selbst das wird sehr selten kontrolliert.
Aber nicht in Deutschland! Wir nehmen das mal wieder sehr genau 😉
Die deutsche Gesetzgebung ist bei „Segelscheinen“ oder Sportboot-Führerscheinen nicht so ganz auf den ersten Blick zu durchschauen, von daher versuche ich das mal möglichst einfach darzulegen. Ich erhebe dabei weder Anspruch auf Richtigkeit oder auf Sinnhaftigkeit 😉

Wenn man auf dem Meer segeln möchte, braucht man eine Art Basis-Führerschein, den Sportbootführerschein See. Mit diesem Schein darfst du Sportboote (Motor/Segel) über 15 PS bis zu 3 Seemeilen in Küstengewässern fahren.

Das ist in Deutschland rein rechtlich auch der einzige Schein der für die Freizeit-Schifffahrt benötigt wird. Lustigerweise lernt man bei diesem Schein wenig bis gar nichts über das führen einen Segelyacht.
Den praktischen Teil legst du auch nicht am Meer, sondern an einem See ab. Hierfür trainierst du 2 Stunden auf einem etwas größeren Dingy (Anlegen, Ablegen, nach Kurs fahren etc.) und das wars. Keine einzige praktische Segelprüfung.

Anders hingegen im theoretischen Teil. Hier werden mit einen Multiple-Choice-Test einige Segelfragen abgefragt und es gibt auch einen Kartenteil, bei dem Aufgaben in einer Seekarte gelöst werden müssen, was etwas kniffelig werden kann (Vor allem für mich, als absoluten Mathe-Profi 😉

Wenn also der Sportbootführerschein See (SBF See) der einzig rechtlich benötige Schein ist, warum dann noch den Sportküstenschifferschein (SKS) machen?

Dafür gibt es zwei Gründe:
Der erste und der wichtigste ist Erfahrung. Beim SKS bist du mind. eine Woche auf einer Segelyacht und übst ohne Ende Manöver und lernst die Grundzüge des Segelns und Motormanöver kennen. Auch die theoretische Prüfung is viel detaillierter, genauso wie die geforderten Kartenaufgaben.
Der zweite Grund ist, dass auch Vercharterer nicht doof sind und genau wissen, dass du mit dem SBF See in der Regel nicht in der Lage bist ein Boot sicher zu führen. Von daher werden die meisten Boote erst ab dem SKS verliehen. Hier sind 300 Seemeilen, bevor du die praktischen Prüfung antrittst, als Pflicht vorgeschrieben, was sowohl den Vercharterern als auch den Versicherern eine gewisse Sicherheit gibt.

 

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Mit dem SKS bist du dann befugt dich bis zu 12 Meilen außerhalb von Küstengewässern aufzuhalten und als Freizeit Skipper/Captain zu fungieren.

Wenn dich deine Segelpläne außerhalb der 12 Meilen-Zone bringen sollten, gibt es noch zwei weitere Scheine, die man machen kann. Den Sportseeschiffer- und den Sporthochseeschiffer-Schein.
Wenn man aber nicht gewerblich unterwegs sein möchte, halte ich persönlich diese beiden Scheine für Nonsens, zumal nach 12 Meilen internationale Gewässer beginnen und sich dort eh kein Land mehr zum Kontrollieren von Segelscheinen zuständig fühlt.

Wer jetzt denkt, dass muss es aber gewesen sein, der hat sich geschnitten. Segelyachten ab 12 Metern müssen rechtlich mit einer Funkanlage inkl. Disstress-Signal ausgerüstet sein. Und dreimal dürft Ihr raten was man dafür braucht? Genau, einen weiteren Schein 🙂
Ich habe mich dazu entscheiden, den englischen SRC (Short-Range-Certificate) zu machen. Dieser wird international anerkannt und hat die beste Mischung aus Praxis und Theorie. Das wird dann wohl mein nächster Meilenstein 🙂

Schein-technisch wars das dann erst mal für Meeresgewässer. Für Seen und Flüsse (Binnengewässer) gibt es in Deutschland nochmals ganz eigene Scheine, aber das möchte ich euch hier ersparen.

Wie Ihr also sehen könnt, muss viel gemacht, gelernt und Geld ausgeben werden um innerhalb von deutschen Gewässern oder unter einer deutschen Flagge zu segeln.

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Ich bin jetzt auf jeden Fall sehr froh einen Schritt näher an dem großen Traum zu sein und freue mich schon auf unseren nächsten Törn.

Cheers

Ruben

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